Artikelaktionen

Sie sind hier: Startseite Newsroom Pressemitteilungen … Freiburg als Zentrum …

Freiburg als Zentrum zukunftsorientierter Waldbewirtschaftung

"Edle Laubbäume": Erfahrungsaustausch von deutsch-französischen Experten an der Universität

Freiburg, 18.05.2001

Baumarten mit schön gemasertem Holz und besonderen Farben erregen nicht nur die Aufmerksamkeit von Forstleuten und Waldbesitzern. Wem fällt dies nicht in Auge: helles Parkett aus Eschen- und Ahornholz oder die zartrosa Blüte der Wildkirsche im Frühjahr? Forstwissenschaftler und Waldbesitzer schenken diesen seltenen Baumarten in den Wäldern in und um Freiburg seit einigen Jahrzehnten besondere Beachtung. Internationale Anerkennung erfährt nun das Institut für Waldwachstum der Universität Freiburg durch einen Besuch der Société Forestière Française de Franche-Comté aus Besançon. Ab Montag, den 21. Mai, wird sich eine 150-köpfige Gruppe der ältesten und zur Zeit wohl aktivsten Waldbesitzervereinigung Frankreichs drei Tage lang im Schwarzwald und der Rheinebene aufhalten, um aktuelle Fragen einer zukunftsorientierten Waldbewirtschaftung zu diskutieren.

Erfuhren früher Laubbäume wie Esche, Ahorn und Wildkirsche oft als "Begleitbaumart" oder gar "Baumart zweiter Ordnung" im Gegensatz zu Buche und Eiche eine eher stiefmütterliche Behandlung, avancieren sie jetzt durch ihre Seltenheit und ihre schönes Holz zu wahren "Stars" der Forstleute. Auch ihre wirtschaftliche Attraktivität hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass sie vermehrt zum Aufbau stabiler Mischwälder verwendet werden. Doch Edellaubbäume - so werden sie von den Fachleuten genannt - brauchen auch besonders gute Böden: feucht und nährstoffreich müssen sie sein. Damit zeigt sich aber auch, dass die Verwendung der Edellaubbäume immer auf besondere Böden beschränkt bleiben muss und sie daher im Mischwald immer eine besondere Rolle spielen werden.

Das Institut für Waldwachstum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg unter der Leitung von Professor Dr. Heinrich Spiecker hat diese neuartigen Tendenzen in der Pflege seltener Baumarten bereits frühzeitig erkannt und zahlreiche Forschungsarbeiten initiiert. Von Seiten der französischen Kollegen und Waldbesitzer liegen neue Erfahrungen zur Integration der Edellaubbäume in die nachhaltige Bewirtschaftung von Mischwäldern vor. Der Besuch aus der Partnerstadt Besançon wird am Dienstag, den 22. Mai, mit einem offiziellen Empfang der Stadt Freiburg geehrt. Am Mittwoch, den 23. Mai, findet ab 8.30 Uhr eine Exkursion zu Wäldern am Schönberg sowie nach Gündlingen und Ihringen am Kaiserstuhl statt. Hier werden die Waldbeständen im Hinblick auf die Wertholzproduktion besichtigt. Anmeldung. Weitere Exkursionen am Städtischen Forstamt Freiburg zur Zertifizierung zukunftsweisender Waldbewirtschaftung und am Forstamt Titisee-Neustadt runden das Bild von Freiburg als Zentrum zukunftsorientierter Waldbewirtschaftung ab.

Kontakt:
Prof. Dr. Heinrich Spiecker, Direktor des Instituts für Waldwachstum,
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Telefon: 0761/203 3737, Email: instww@uni-freiburg.de

abgelegt unter: ,