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"Bei der Umsetzung des Hochschulrahmengesetzes die Karrierechancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs erhalten"

"Hochschulen brauchen dringend den wissenschaftlichen Nachwuchs"

Freiburg, 08.02.2002

Der Wissenschaftsminister und die Rektoren der wissenschaftlichen Hochschulen in Baden-Württemberg stimmen darin überein, das Hochschulrahmengesetz so umzusetzen, dass es beim wissenschaftlichen Nachwuchs zu keinen tiefgreifenden Karriereeinbrüchen kommt. "Unsere erste Sorge gilt den jungen Wissenschaftlern, die wir als Nachwuchs ausbilden und die unsere Hochschulen auch dringend brauchen", erklärten Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg und die Vorsitzenden der Rektorenkonferenzen der Universitäten, der Musik- und Kunsthochschulen und der Pädagogischen Hochschulen am 8. Februar in Stuttgart. "Das Land und die Hochschulen werden alles tun, um die negativen Folgewirkungen des neuen Gesetzes abzumildern."

In den letzten Wochen hätten eine Vielzahl von Presseberichten bei den Nachwuchswissenschaftlern Befürchtungen geweckt, schon in nächster Zeit ihre Wissenschaftlerlaufbahn abbrechen zu müssen, hieß es von dem Ministerium und den Rektorenkonferenzen. Dies liege an der neuen Regelung, nach der eine wissenschaftliche Tätigkeit auf einer befristeten Assistenten- oder Projektstelle nur noch zwölf Jahre möglich ist. Wer danach nicht direkt eine Professur oder eine der wenigen Dauerstelle erhält, muss nach dem Bundesgesetz die Wissenschaft verlassen. "Viele Wissenschaftler haben ihre Karriere aber darauf ausgerichtet, nach der Assistentenzeit noch einige Forschungsprojekte zu leiten, bevor sie die hohen Anforderungen einer Professur erfüllen", sagte der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der Universitäten, Prof. Dr. Wolfgang Jäger; "wir können diese Generation nicht ins Abseits schieben."

Die baden-württembergische Landesregierung wolle hier Zeichen im Sinne des wissenschaftlichen Nachwuchses setzen, so Wissenschaftsminister Frankenberg. Die Stellen für Assistenten und Hochschuldozenten sollen daher in den Jahren 2002 und 2003 noch wie bisher besetzt werden können; das geänderte Hochschulrahmengesetz des Bundes solle erst zu Beginn des Jahres 2004 in Landesrecht überführt werden. Auch werden laufende Verträge im Beamten- und Angestelltenbereich nicht berührt.

"Leider gilt dieser Spielraum nur für die Stellen im Beamtenbereich; für die Angestellten muss die Fristenregelung bei neuen Vertragsabschlüssen angewandt wer-den, sobald das Gesetz in Kraft tritt", sagte Frankenberg weiter. Dies werde wohl im Frühjahr 2002 der Fall sein. Das Land und die Hochschulen würden aber alles tun, um dem betroffenen Kreis von Wissenschaftern die Zeit zur Suche einer adäquaten Stelle zu geben. Hier komme vor allem das Teilzeit- und Befristungsgesetz in Betracht, das als Überbrückung zur Stellensuche noch weitere befristete Tätigkeiten von bis zu drei zusätzlichen Jahren möglich mache. Auch zeitlich genau definierte Forschungsprojekte könnten in manchen Fällen hilfreich sein.

Hochschulen und Ministerium, so der Vorsitzende der Universitätsrektoren Jäger, seien gerade dabei, alle Möglichkeiten auszuloten, um den Betroffenen helfen zu können. "Wir tragen für unseren Nachwuchs eine hohe Verantwortung und wollen keinesfalls, dass aus-gebildete Spitzenleute auf einmal vor dem Nichts stehen", erklärte Jäger. Spätestens im April wolle man Leitlinien ausgearbeitet haben, anhand derer die Hochschulverwaltungen Anschlussverträge ausarbeiten könnten. Wissenschaftsminister Frankenberg warnte allerdings vor zu hohen Erwartungen: "Ein schlechtes Bundesgesetz kann man zwar abmildern, aber man kann es nicht ungeschehen machen."

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