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Immuntherapie bei Bronchialkarzinom

Leitung der europaweiten Studie im Universitätsklinikum Freiburg

Freiburg, 12.03.2002

Bronchial- und Lungenkrebs zählen zu den häufigsten Krebsdiagnosen überhaupt. Trotz operativer Entfernung eines Tumors, Chemo- und Strahlentherapie bilden sich oft nach einiger Zeit Metastasen. Eine innovative Form der Immuntherapie, die seit wenigen Jahren erforscht wird, soll dies verhindern oder verzögern. Vom Freiburger Universitätsklinikum, der Abteilung für Thoraxchirurgie, unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Hasse und dem Zentrum für Klinische Studien (ZKS) - wird seit Ende 2001 eine europaweite multizentrische Studie zur klinischen Prüfung des Impfstoffes IGN 101 durchgeführt und zentral koordiniert. Beteiligt werden sollen 420 Patienten.

Nachdem die gute Verträglichkeit des Impfstoffes durch eine erste Studie in Graz belegt ist, wurde jetzt eine umfassende, klinische Prüfung zum objektiven Nachweis der Wirksamkeit dieser Behandlung gestartet. Beteiligt werden zehn bis 15 Kliniken in Deutschland, der Schweiz, Österreich, und Osteuropa, die nach strengsten Kriterien auf ihre Eignung für die Teilnahme an der Studie überprüft wurden. Das Zentrum für Klinische Studien (ZKS) wurde vom Entwickler des Impfstoffes, Igeneon, mit Planung, Organisation und Datenanalyse der Studie beauftragt.

Datenerhebung und -management für alle beteiligten Zentren läuft komplett dv-gestützt. "Eine relative Neuheit", erläutert Prof. Dr. Herbert Maier-Lenz (ZKS), "die verschlüsselten Daten aus den Zentren gehen zur weiteren Prüfung und späteren Auswertung per Internet an einen zentralen Server." Dafür wurde auf Grundlage eines englischen Systems in Kooperation ein eigenes "Werkzeug" entwickelt. Die Zulassung von Arzneimitteln unterliegt weltweit verbindlichen ethischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Richtlinien. Verlässliche und weltweit von den Behörden anerkannte Ergebnisse lassen sich heute nur noch mit einem professionellen Studienmanagement erzielen.

Verantwortlich für die Bildung von Metastasen scheinen oft Krebszellen zu sein, die sich unerkennbar im Körper verteilen können. Sie besitzen ein Molekül, das die Anhaftung an Körpergewebe ermöglicht; Voraussetzung für einen möglichen neuen Tumor. Der Impfstoff IGN 101 des österreichischen Herstellers Igeneon AG besteht aus einem dem Menschen fremden Protein, das eine starke Immunreaktion erzeugt. Es macht das anhaftende Molekül unschädlich und kann die Tumorzelle gezielt zerstören. Darüber hinaus kann die Impfung sog. T-Zellen stimulieren, die die Tumorzellen erkennen und sie zerstören können. Weder Arzt noch Patient wissen, wer den Impfstoff und wer ein Placebo erhält. Dies wird erst bei der Analyse der Daten entschlüsselt. Ziel ist nachzuweisen, dass der Impfstoff die Zahl der Wiedererkrankungen deutlich senkt.


Kontakt:

Medizinische Fragen:
Prof. Dr. Joachim Hasse
Universitätsklinikum Freiburg
Ärztlicher Direktor
Abt. für Thoraxchirurgie
Hugstetter Str. 55
Tel.: 0761 / 270 - 2455

Fragen zum Studienmanagement:
Prof. Dr. Herbert Maier-Lenz
Universitätsklinikum Freiburg
Direktor, Zentrum Klinische Studien
Hugstetter Str. 55
Tel.: 0761 / 270-7385
E-mail: maier-lenz@zks.uni-freiburg.de

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