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Fenster zum Untergrund - geophysikalische Methoden er-öffnen Einblicke in die Erde

Freiburg, 02.07.2002

Spaziergänger, die kürzlich in der Nähe von Ebnet unterwegs waren, konnten Seltsames beobachten: Mehrere junge Leute, die langsam eine Stange vor sich her trugen, auf der zwei weiße Dosen befestigt waren. Andere zogen genauso langsam mit einem Wägelchen über die Wiese und stellten immer wieder in kurzen Abständen zwei schwarze Kästen auf den Boden. Wieder andere steckten alle paar Meter Stangen in die Erde, die wie überdimensionale Schaschlik-Spieße aussahen. UFO-Forscher? Mitglieder einer Sonnenanbeter-Sekte? Nichts von alledem. Hier waren Geologie-Studenten der Universität Freiburg im Rahmen eines geophysikalischen Feldpraktikums am Werke.

"Mit den verschiedenen geophysikalischen Verfahren können wir auch ohne Bohrungen einen Einblick in den Aufbau des Untergrundes gewinnen" erläutert Prof. Dr. Andreas Henk, der die Lehrveranstaltung leitet. So wird etwa mit Hilfe der Spieße der elektrische Widerstand des Bodens gemessen. Da die verschiedenen Gesteinsarten unterschiedliche Widerstandswerte aufweisen, kann der Fachmann auf die Zusammensetzung des Untergrundes und auch auf die Lage des Grundwasserspiegels schließen. Auf dem Wägelchen befindet sich ein Georadar-Messgerät. Die schwarzen Kästen sind Antennen, die, ähnlich wie beim Echolot-Verfahren, Signale aussenden und wieder empfangen. So lässt sich ein sehr genaues Abbild des Untergrundes bis zu einer Tiefe von ca. 10 m ermitteln.
Und die mysteriöse Stange mit den zwei weißen Dosen? "Damit können wir die Stärke des Erdmagnetfeldes messen" sagt Prof. Henk. "Lokale Veränderungen geben uns Hinweise auf eisenhaltige Störkörper im Untergrund wie etwa Rohrleitungen oder Fässer."

Die geophysikalischen Messmethoden, die von den Studenten im Rahmen ihrer Ausbildung erprobt werden, sind vielseitig einsetzbar. Das Anwendungsspektrum reicht von der Rohstofferkundung über hydrogeologische Fragestellungen bis hin zum Auffinden von archäologischen Objekten, aber auch von alten Deponien und Rüstungsaltlasten. Einen verborgenen Schatz haben die Freiburger Studenten aber bislang noch nicht entdeckt.



Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Henk
Geologisches Institut
0761/2036471
andreas.henk@uni-freiburg.de

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