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Nachruf auf Prof. Dr. Dr. h.c. Michail Prodan

Freiburg, 09.08.2002

Am 6.8.2002 ist Professor Dr. Dr. h.c. Michail Prodan, Nestor der Forstlichen Biometrie und Waldmesslehre in Deutschland, nach langer und schwerer Krankheit verstorben. Die wissenschaftlichen Leistungen des Verstorbenen haben weltweite Anerkennung gefunden.

Prof. Dr. Dr. h.c. Michail Prodan war der Begründer des Fachgebietes Forstliche Biometrie im deutschen Sprachraum und international anerkannter Fachmann auf seinem Fachgebiet. Er gründete im Jahre 1966 die Abteilung für Forstliche Biometrie an der Universität Freiburg, die er zu großem nationalen und internationalen Ansehen führte. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1978 war er Leiter der Abteilung für Forstliche Biometrie an der Universität Freiburg. Seine berufliche Laufbahn begann in Rumänien, wo er Forstwirtschaft studierte und erste praktische Erfahrungen sammelte. Nach seiner Übersiedlung nach Deutschland promovierte er 1944 mit der Dissertation: "Zuwachs- und Ertragsuntersuchungen im Plenterwald", die Habilitation folgte 1947 mit dem Thema "Die mathematisch-statistischen Methoden in der Forstwirtschaft". Er war Autor zahlreicher Veröffentlichungen und Bücher zu den Themenbereichen Forstliche Biometrie und Holzmesslehre, die international großen Anklang fanden. Sein im Jahre 1961 publiziertes Werk "Forstliche Biometrie" und das 1965 publizierte Buch "Holzmesslehre" stellen auch heute noch Standardwerke für die Studierenden der Forstwissenschaften und für Forstpraktiker dar. Später wandte er sich verstärkt der Bewertung von Wald- und Landschaftswirkungen auf die Umwelt und fächerübergreifenden ökologischen Fragestellungen zu.

Über sein engeres Fachgebiet hinaus setzte sich Prof. Dr. Dr. h.c. Michail Prodan am Ende seines Berufslebens verstärkt mit Fragen zur Bewertung der Sozialfunktionen des Waldes und der ganzheitlichen Betrachtungsweise der Forstwirtschaft auseinander. Ein besonderes Anliegen war ihm die globale Durchsetzung des Prinzips der Nachhaltigkeit zur Erhaltung der tropischen und subtropischen Urwälder.

Prof. Dr. Dr. h.c. Michail Prodan gründete den internationalen Arbeitskreis für Forstliche Biometrie, den er viele Jahre leitete und der zu einem lebendigen Forum des Austausches wurde.

Seine wissenschaftlichen Leistungen wurden gewürdigt, u.a. durch die Verleihung der Ehren-Doktorwürde der Universität Göttingen und des Preises zur Würdigung und Förderung hervorragender Leistungen auf dem Fachgebiet Forstliche Biometrie, er war Ehrenmitglied der Forstwissenschaftlichen Gesellschaft Finnlands, Träger der Goldmedaille für außerordentliche Verdienste auf dem Gebiet der forstwissenschaftlichen Forschung der Hochschule für Bodenkultur in Brünn und korrespondierendes Mitglied der Italienischen Akademie für Forstwissenschaften in Florenz. Im Jahre 1984 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Am 10.2.1994 erhielt er die Ehrenurkunde der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg anlässlich seiner Goldenen Promotion.

Durch seine herausragende Persönlichkeit hat der Verstorbene, nicht nur in fachlicher sondern auch in menschlicher Hinsicht, Generationen von Forstleuten maßgebliche Impulse gegeben.

Unvergessen sind seine selbstlose Hilfsbereitschaft und seine verständnisvolle Anteilnahme an den Problemen und Sorgen seiner Studentinnen und Studenten. Diese Eigenschaften sind es, die dem Menschen Michail Prodan in den Herzen unzähliger Schüler und Freunde schon zu Lebzeiten ein Denkmal setzten.

Seinen 85. Geburtstag konnte der Verstorbene noch in guter körperlicher und geistiger Verfassung im Kreise seiner Freunde und ehemaligen Schüler begehen. Bis zu diesem Zeitpunkt nahm er noch regen Anteil am Geschehen in der Forstwissenschaftlichen Fakultät und den forstpolitischen Entwicklungen in Deutschland.

In den letzten zwei Jahren lebte er wohlversorgt im St. Antoniushaus in Freiburg. Seine Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit haben ihm auch hier rasch die Herzen der Mitbewohner und Pflegekräfte gewonnen.

Auch nach seinem Tod werden zahlreiche Freunde, ehemalige Kollegen und Studenten in aller Welt mit Hochachtung und Dankbarkeit seiner gedenken und ihn nicht vergessen.

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