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Medizin und Nationalsozialismus

Freiburger Medizinhistoriker präsentieren Ausstellung in der Universität

Freiburg, 16.10.2002

Das Institut für Geschichte der Medizin der Universität Freiburg zeigt von Montag, den 21. Oktober bis Donnerstag, den 14. November 2002, die Ausstellung Medizin und Nationalsozialismus. Die Freiburger Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum Freiburg in Weimarer Republik und "Drittem Reich", Kollegiengebäude I der Universität Freiburg, Prometheus-halle.
Die Ausstellung wird eröffnet durch den Rektor der Universität, Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Jäger und den Oberbürgermeister der Stadt Frei-burg Dr. Dieter Salomon am Montag, den 21. Oktober 2002, 18.30 Uhr, in der Aula der Universität (mit anschließender Podiumsdiskussion).

Den Anstoß für die Ausstellung gab eine Initiative des Personalrates des Klinikums. Als kritische Auseinandersetzung mit der nationalsozialisti-schen Vergangenheit und konstruktiven Beitrag zur öffentlichen Diskussi-on um die Zwangsarbeiter-Entschädigungen hatte sie zunächst das Uni-versitätsklinikum gezeigt. Auf vielfachen Wunsch und in Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg, dem Historischen Seminar und dem Rektorat der Universität Freiburg wird die Ausstellung nun in der Universität präsentiert. Die Ausstellung wurde zusammengestellt durch Mitarbeiter und Studie-rende des Instituts für Geschichte der Medizin, Direktor: Professor Dr. Ul-rich Tröhler, Ph.D., unter der Leitung von Bernd Grün, Dr. Hans-Georg Hofer und Prof. Dr. Karl-Heinz Leven.

Konzentrierte man sich bei der Erforschung der Medizin des Dritten Rei-ches anfänglich auf die spektakulären ärztlichen Verbrechen und NS-Ärzte, so hat sich die Perspektive mittlerweile gewandelt: Die Medizin des Dritten Reiches wird nun als fester Bestandteil und als kritische Entwick-lungsphase der deutschen Medizin des 20. Jahrhunderts gesehen. Daher spannt sich der zeitliche Bogen der Präsentation vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zu den "Entnazifizierungen" nach 1945. Neben bislang un-bekannten Fakten zur Situation von Zwangsarbeitern beleuchtet die Aus-stellung in der Universität unter anderem die NS-"Euthanasie", ihre ge-dankliche Vorbereitung und Durchführung nach 1933, die Vertreibung jü-discher und politisch missliebiger Mitarbeiter, einflussreiche Professoren (Ludwig Aschoff, Alfred Hoche, Franz Büchner) und die Situation von Do-zenten, Assistenten, Studierenden, der Krankenpflege und Krankengym-nastik.

Die Ausstellung ist frei zugänglich in der Prometheushalle vor der Aula der Universität Freiburg, Kollegiengebäude I, Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr. Zu der Ausstellung sind erschienen ein wissenschaftliches Begleit-buch und ein Katalog, der die Inhalte der Ausstellung dokumentiert.

Beide Bücher sind in der Ausstellung und im Geschäftszimmer des Histo-rischen Seminars, Kollegiengebäude IV, Raum 4451, 9 bis 12 Uhr, erhält-lich.




Kontakt:

Dr. Hans-Georg Hofer
Prof. Dr. Karl-Heinz Leven
Albert-Ludwigs-Universität
Institut für Geschichte der Medizin
Stefan-Meier-Straße 26
79104 Freiburg
Tel.: 0761/203-5035 oder 203-5042
hans-georg.hofer@igm.uni-freiburg.de
karl-heinz.leven@igm.uni-freiburg.de


Themen der Ausstellung
- Vorgeschichte der NS-Medizin seit 1900
- Freiburger Mediziner: Aschoff - Büchner - Hoche
- "Euthanasie" und Zwangsarbeit
- Die Lage der Studierenden und der Krankenpflege
- Schicksale jüdischer Mitarbeiter
- Widerstand
- Krieg und Zerstörung
- "Reinigung" der Fakultät nach Kriegsende
Begleitbuch und Katalog in der Ausstellung erhältlich

Ausstellungseröffnung
durch den Rektor der Universität Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Jäger und den Oberbürgermeister der Stadt Freiburg Dr. Dieter Salomon am 21. Oktober 2002, 18.30 Uhr, Aula der Universität im Kollegiengebäude I

Im Anschluß, etwa 19 Uhr, findet eine Podiumsdiskussion mit folgenden Refe-rentinnen und Referenten statt:
Dr. Hans-Georg Hofer (Freiburg)
Dr. Ernst Klee (Frankfurt)
Prof. Dr. Karl-Heinz Leven (Freiburg)
Prof. Dr. Bernd Martin (Freiburg)
PD Dr. Cay-Rüdiger Prüll (Durham, GB)
Dr. Silke Seemann (Freiburg)
Moderation: Prof. Dr. Frank-Rutger Hausmann (Freiburg)

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