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Frostschutzmittel vor Kindern sichern

Vergiftungs-Informations-Zentrale des Universitätsklinikums informiert

Freiburg, 05.12.2002

Mit sinkenden Temperaturen kommen Frostschutzmittel für das Auto wieder zum Einsatz. Die im Haushalt gelagerten Produkte sind für Kinder oft leicht zugänglich. Gefahr besteht, wenn Kinder diese Produkte trinken. Eltern sollten Frostschutzmittel außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Das gilt besonders für Kühlerfrostschutzmittel.

Diese enthalten bis zu 100 % Ethylenglykol, eine süßlich-scharf schmeckenden Flüssigkeit. Bereits ein Schluck kann zu Organschäden führen und wenig mehr lebensbedrohliche Vergiftungen erzeugen. Der süßliche Geschmack begünstigt die Aufnahme einer größeren Menge und verhindert, dass die Flüssigkeit sofort als gefährlich erkannt wird. Türschlossenteiser und Scheibenreiniger enthalten weniger Glykole als Kühlerfrostschutz. Trotzdem kann die Einnahme dieser Produkte eine gefährliche Glykolvergiftung zur Folge haben. Die Vergiftungen verlaufen in den ersten Stunden mitunter ohne auffällige Symptome.

Scheibenenteiser oder Frostschutzmittel für Scheibenwaschanlagen enthalten meist große Mengen einwertiger Alkohole, entweder vergällten Ethanol oder häufiger Isopropanol. Letzterer wird vom Körper ähnlich wie Trinkalkohol aufgenommen und führt auch zu ähnlichen Problemen. Er ist aber deutlich giftiger, so das bereits ein Schluck bei kleinen Kindern zu Symptomen wie Müdigkeit, Erregung und Gleichgewichtsstörungen führen kann. Etwas größere Mengen können Entgleisungen des Blutzuckers und schlimmstenfalls Störungen von Atmung und Kreislauf zur Folge haben. Wegen des scharfen Geschmacks konzentrierterer Alkohollösungen trinken Kinder allerdings selten größere Mengen. Je nach Zusammensetzung des Produktes kann es ggf. auch zu Lungenschäden kommen, wenn sich ein Kind daran verschluckt.

Die Giftinformationszentren können nach genauer Angabe des Produktes und des Hergangs entweder rasch Entwarnung geben oder klären, welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden sollten. In jedem Fall muss das Risiko individuell ermittelt werden. Gift-Notruf unter: 0761 / 19240.


Kontakt:
Dr. Maren Hermanns-Clausen, Leiterin
Vergiftungs-Informations-Zentrale
Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Freiburg
Mathildenstr. 1
79106 Freiburg
Tel. 0761 270 4362, E-mail: hermanns@kikli.ukl.uni-freiburg.de

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