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Neuartige gentechnische Analytik in Freiburg geplant

Mit Biophotonik wird künftig schneller ins Erbgut geschaut

Freiburg, 18.12.2002

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbund-Projekt wollen jetzt Wissenschaftler aus Freiburg, Tübingen und Braunschweig gemeinsam mit zwei südbadischen Firmen ein äußerst vielseitiges biophotonisches Gerät zur raschen Analyse von Biochips entwickeln. Dieser optische Reader wertet biologische Proben aus, wie sie etwa bei der Gen-Analyse vorkommen. Die Zielvorstellungen der Forscher sind, die Bindungs-Reaktionen von DNA- und anderen Molekülen im Detail sofort aus zu werten, um auf diese Weise Aussagen über das Gen-Profil der untersuchten Proben zu erhalten. Mit Hilfe dieser Methoden sollen vor allem Medikamente gezielter auf die individuelle Gen-Struktur abgestimmt werden können. Aber auch Anwendungen in der Tele-Medizin und in der Biowaffen-Analyse sollen mit diesem Gerät möglich gemacht werden. Schon in drei Jahren soll ein Prototyp des neuen Biochip-Lese-Geräts vorgestellt werden.

"Wer eine biologische Probe aus verschiedenen Blickwinkeln definieren kann, sieht deutlich mehr, als wer nur die Möglichkeit hat, ein Merkmal zu fixieren", betont Dipl.-Biologe Titus Sparna vom Uniklinikum
Freiburg (Abteilung für Nephrologie), der dieses forschungs-technische Vorhaben koordiniert. "Diese Erfahrungen wollen wir in einem neuartigen BiochipLesegerät umsetzen, in welchem außer herkömmlichen Detektions-Verfahren auch völlig neuartige Wellenlängen zur Charakterisierung einer Probe verwendet werden. Dabei liefert jede Methode ihre eigenen Erkenntnisse, die dann erst in der Zusammenschau ein umfassendes Bild ergeben."

Die hohen technischen Ansprüche für eine so komplexe Analyse können nur in einem interdisziplinär zusammen gesetzten Forschungs-Team bewältigt werden. Deshalb beteiligen sich Wissenschaftler aus den Bereichen Medizin, Biologie, Physik, Physikalische Chemie und Mikro-Systemtechnik sowie ein auf den Bau hoch empfindlicher Kameras spezialisiertes Unternehmen und ein Automatisierungs-System-Haus an dem Vorhaben. Im Einzelnen sind dies führende Forschertruppen aus den Bereichen Nephrologie (Professor Gerd Walz, Universitäts-Klinikum), aus der Physik (Professor Hanspeter Helm) und aus der MikroSystem-Technik (Professor Hans Zappe) sowie Arbeitsgruppen der Universitäten Tübingen (Professor Günter Gauglitz - Physikalische Chemie) und Braunschweig (Professor Martin Koch - Physik). Die zwei Industrie-Unternehmen, die Sensovation AG in Ludwigshafen/Bodensee und die IEF Werner GmbH in Furtwangen, ergänzen das Team.

Dieses konzertierte Fachwissen ist die Voraussetzung für das Gelingen des Projekts, meint Titus Sparna: "Alle Gruppen und Firmen haben deutlich abgegrenzte Kompetenz-Bereiche - und genau das macht die Effektivität dieses Verbundprojekts aus."

Besonders wichtig ist für die Wissenschaftler auch, welche Möglichkeiten sich beim Einsatz der Terahertz-Spektroskopie eröffnen, die eine ganz neuartige Mess-Methode darstellt. Diese Untersuchungen mit Wellen im ferninfraroten Bereich sind bisher nur an wenigen Orten möglich und über den Einsatz bei Bio-Molekülen gibt es noch so gut wie keine Ergebnisse.



Kontakt:

Titus Sparna
Universitätsklinikum Freiburg
Medizinische Klinik
Abt. Innere Medizin IV
- Core Facility Genomics -
Stefan-Meier-Str. 19
79104 Freiburg
Tel: 0761/203-5117
Fax: 0761/203-5116
Email: titus.sparna@coregen.uni-freiburg.de

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