Artikelaktionen

Sie sind hier: Startseite Newsroom Pressemitteilungen … Allergien auf dem Vormarsch …

Allergien auf dem Vormarsch -Lactobazillen als Heilsbringer?

Freiburger Studie soll Wirkung des Nahrungsergänzungsmittels testen

Freiburg, 04.02.2003

Am Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg wird in der Arbeitsgruppe "Allergie, Pulmonologie und Zystische Fibrose" intensiv die Entwicklung von Allergien im Kindesalter untersucht. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Häufigkeit von allergischen Krankheiten (Atopische Dermatitis oder Neurodermitis, Allergische Rhinokonjunktivitis (Heuschnupfen), Asthma bronchiale) deutlich zugenommen, ohne dass die Ursachen für diese Zunahme genau bekannt sind. Eine ganze Reihe von Umständen, die vor Allergien schützen sollen oder die Entstehungen von Allergien begünstigen, werden derzeit genauer untersucht.

Ein möglicher Schutzfaktor, der die Entwicklung von Allergien verhindert, besteht in der Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels Lactobacillus GG. So hat eine Arbeitsgruppe aus Finnland insgesamt 160 Familien untersucht, in denen schwangere Frauen vor der Geburt und die neugeborenen Kinder dann während der ersten Lebensmonate Lactobacillen GG oder eine Scheinpräparat eingenommen haben. Bei der Untersuchung der Kinder nach 2 Jahren wurde beobachtet, dass Kinder, die Lactobazillen erhalten hatten, deutlich seltener an einer atopischen Dermatitis (= Neurodermitis) erkrankt waren als Kinder, die das Scheinpräparat erhalten hatten.
Bisher ist dieser allergie-verhütende Effekt aber nur in dieser kleinen Gruppe aus Finnland beobachtet worden. Ob sich diese Beobachtungen auf unsere Lebensbedingungen übertragen lassen, ist bislang offen.

Unter der Leitung von Dr. Matthias Kopp wird daher zur Zeit an der Universitäts-Kinderklinik Freiburg eine Untersuchung durchgeführt, an der Familien teilnehmen können, bei denen der werdende Vater, die werdende Mutter oder ein Geschwisterkind bereits eine Allergie haben. Dabei soll untersucht werden, ob die Einnahme von Lactobacillen GG während der letzten sechs Wochen der Schwangerschaft und der ersten sechs Lebensmonate des Neugeborenen die Entwicklung einer atopischen Dermatitis (= Neurodermitis) verhindern kann. Schwangere Frauen, die Interesse haben, an dieser Untersuchung teilzunehmen, können über die Telephonnummer 270 - 4427 (Studientelephon) weitere Informationen anfordern.


Kontakt:
Dr. Matthias Kopp
Freiburger Allergie - Präventionsstudie (FAPS)
Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Mathildenstrasse 1, 79106 Freiburg
Tel. 0761 / 270 - 4301, Fax 0761 / 270 - 4450
e-mail: kopp@kikli.ukl.uni-freiburg

abgelegt unter: ,