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Albert-Ludwigs-Universität ehrt herausragende Persönlichkeiten

Dies Universitatis mit Verleihung der Ehrensenatorwürde und der Universitätsmedaille

Freiburg, 26.06.2003

Im Rahmen des diesjährigen Dies Universitatis der Albert-Ludwigs-Universität am heutigen Mittwoch, den 25. Juni 2003, hat der Rektor der Universität, Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Jäger, herausragende Persönlichkeiten mit der Verleihung der Ehrensenatorenwürde sowie der Universitätsmedaille ausgezeichnet.

Mit der höchsten Auszeichnung der Universität, der Verleihung der Würde eines Ehrensenators, ehrte die Alberto Ludoviciana in diesem Jahr sowohl den langjährigen Erzbischof von Freiburg, Dr. Dr. h.c. Oskar Saier, als auch den Gründer, Träger und Mäzen der Freiburger Klinik für Tumorbiologie, Dr. Erich Marx, als auch den Schatzmeister der Wissenschaftlichen Gesellschaft in Freiburg, Dr. Michael E. Heim. Mit der Universitätsmedaille wurden in diesem Jahr die ehemalige Prorektorin und Beauftragte des Rektors für Ehrungen und Preise, Professor Dr. Gisa Fleckenstein-Grün, Physiologisches Institut der Universität, ferner der langjährige Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität, Professor emeritus Dr. Klaus Starke, sowie der langjährige Leiter des Freiburger Universitätsbauamtes, Diplom-Architekt Eckhard Bull, ausgezeichnet. In seiner Laudatio würdigte Rektor Jäger das Engagement sowohl der neuen Ehrensenatoren als auch der neuen Träger der Universitätsmedaille für die Alberto Ludoviciana:

Der Hauptschwerpunkt der Verbindung von Erzbischof Dr. Oskar Saier zur Universität habe naturgemäß auf den Beziehungen zur Theologischen Fakultät gelegen. Erzbischof Saier, so Rektor Jäger, "hat das Amt des "Magnus Cancellarius" der Fakultät, wie es von der apostolischen Konstitution "Sapientia Christiana" von 1979 vorgesehen ist, auf der Basis des Badischen Konkordats stets zur Förderung von Tätigkeit und Einheit der Fakultät ausgeübt. Seine besondere Sorge um die Fakultät erwies er unter anderem in den sehr schwierigen Entscheidungen über Einsparmaßnahmen, in denen zwischen den Erfordernissen des Lehrangebots für die Ausbildung zum kirchlichen Dienst einerseits und den Sparzwängen der Universität andererseits abzuwägen war. Über den Bezug zur Theologischen Fakultät hinaus entwickelten sich aber auch zahlreiche weitere Kontakte zur Universität. So lud er jedes Jahr das gesamte Professorium der Universität zu Begegnung und Diskussion zentraler Fragen des Verständnisses von Wissenschaft im gesellschaftlichen Kontext in die Katholische Akademie ein."

Dr. Erich Marx ist als Alumnus der Universität Gründer, Träger und Mäzen der Klinik für Tumorbiologie an der Universität Freiburg sowie Stifter von gemeinsamen Modellvorhaben mit dem Universitätsklinikum Freiburg. Rektor Jäger: "Beispielhaft sind die Verknüpfung eines privatwirtschaftlich gegründeten Zentrums der Krebsmedizin und Krebsforschung mit einer staatlichen Universität in Form der public-private partnership sowie die Etablierung eines kulturwissenschaftlichen Forschungsprogramms in einer grundsätzlich naturwissenschaftlich ausgerichteten Institution. Im Wege der Forschungskooperation konnten neue Krebs-therapeutika entwickelt werden. Ferner hat die Klinik für Tumorbiologie den Begriff der "Patientenkompetenz" geprägt und auch ein nationales Programm zur Schulung von Patientenberatern ins Leben gerufen. Aus Sicht des Rektorats ist das Programm besonders erwähnenswert, weil wir als Hochschule heute vermehrt aufgerufen sind, in die Öffentlichkeit hinein zu wirken."

Dr. Michael Heim vertrat zehn Jahre lang, von 1977 bis 1987, die Firma Rhodia Acetow GmbH im Förderverein für Makromolekulare Chemie. Er gehörte dessen Vorstand an und bekleidete das Amt des Schatzmeisters. Auf diese Weise war es ihm möglich, diesen für die Entwicklung der Albert-Ludwigs-Universität wichtigen Wissenschaftsbereich nachdrücklich zu befördern. Seit 1975 ist Dr. Heim Mitglied des Kuratoriums der Wissenschaftlichen Gesellschaft. Seit 1987, also seit nunmehr 16 Jahren, ist er deren stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister. Rektor Jäger: "In dieser verantwortungsvollen und zeitaufwendigen Funktion verwaltet er umsichtig das Vermögen der Gesellschaft. Bei der Vergabe der Erträge für die Förderprojekte der Gesellschaft ist er der kundige und engagierte Wächter über die Vergaberichtlinien. Er übt sein Amt aber auch mit viel Verständnis für berechtigte Interessen der Antragsteller aus. Dass er wiederholt bereitwillig auch die kommissarische Leitung der Gesellschaft übernommen hat, weil die Position des Vorsitzenden vorübergehend nicht besetzt war, passt zu seinem besonderen Engagement."

Frau Professor Dr. Gisa Fleckenstein-Grün gehört, so Rektor Jäger in seiner Laudatio, "zu den großen Persönlichkeiten unserer Universität. Bei allem wissenschaftlichen Engagement zählte sie stets zu den in der Selbstverwaltung besonders aktiven Persönlichkeiten." Vier Jahre lang, von 1987 bis 1991, gehörte sie u.a. als Prorektorin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs dem Rektorat an. In diesen Jahren war sie entscheidend an wichtigen Weichenstellungen für die weitere Entwicklung der Universität beteiligt. Jäger: "Besonders hervorheben möchte ich ihre 14jährige Tätigkeit als Preisbeauftragte des Rektors von 1988 bis 2002. Diese ehrenamtliche Tätigkeit steht oft im Schatten des Glanzes der Preisträger. Mit unendlicher Sorgfalt und großem Enthusiasmus hat Frau Professor Fleckenstein-Grün die Kontakte zu den Sponsoren der Preise gepflegt beziehungsweise neue Kontakte angebahnt. Die Zahl der von der Universität Freiburg vergebenen Preise ist während der Amtszeit von Frau Professor Fleckenstein-Grün erheblich angewachsen. Die Eröffnung des Akademischen Jahres ist dadurch zu einer Leistungsschau von Wissenschaft und Forschung an der Albert-Ludwigs-Universität geworden. Die oftmals hochdotierten Preise fördern unsere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Darüber hinaus intensivieren sie die Zusammenarbeit der Wirtschaft und vieler privater Donatoren mit der Universität. Ohne das sehr persönliche Engagement von Frau Professor Fleckenstein-Grün, ohne ihre offene, verbindliche Art wäre es uns kaum gelungen, so viele hochkarätige Preise für uns zu gewinnen. Frau Professor Fleckenstein-Grün hat dafür gesorgt, dass dieser Bereich zu einem vielseits beachteten Aushängeschild der Universität Freiburg geworden ist."

Professor Dr. Klaus Starke kam 1977 nach Freiburg und ist der Universität trotz ehrenvoller Rufe von anderen Universitäten als Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie treu geblieben. Sein wissenschaftliches Arbeitsgebiet ist die Neuropharmakologie. Mit seinem Namen wird international das Konzept so genannter "präsynaptischer Rezeptoren" verbunden. Es geht dabei um Wirkprinzipien von Signalstoffen bei der neuronalen Kommunikation. Er zeigte, dass Neurotransmitter, die von Nervenzellen freigesetzt werden und auf nachgeschaltete Zielzellen wirken, gleichzeitig ihre eigene Herstellung und Freisetzung steuern. Dieses Konzept stellte sich nicht nur als besonders fruchtbar für das Verständnis der Kommunikation zwischen Nervenzellen heraus, sondern erwies sich als ein essentielles Regulationsprinzip der interzellulären Signalübertragung schlechthin. Die Ergebnisse seiner Forschung waren für die Arzneimittelentwicklung von größter Bedeutung. Obwohl diese Regulationsprinzipien mittlerweile Lehrbuchwissen sind, hat Herr Professor Starke in den letzten Jahren mit vorbildlicher wissenschaftlicher Sorgfalt sein Konzept der "präsynaptischen Rezeptoren" anhand modernster pharmakologischer Methoden evaluiert und auf ein breites experimentelles Fundament gestellt. Rektor Jäger. "Nicht zuletzt möchte ich seine herausragende Qualifikation in der Lehre hervorheben. Seine Pharmakologie-Vorlesungen gelten als brillant, und dies nicht nur wegen des fachspezifischen Inhalts sondern auch wegen der pharmakologischen Exkurse in Literatur- und Kunstgeschichte. Nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Arbeit von Professor Starke gilt die Albert-Ludwigs-Universität heute als ein neurowissenschaftliches Zentrum."

Diplom-Architekt Eckhard Bull war viele Jahre Leiter des Universitätsbauamtes Freiburg. Rektor Jäger: "Verfolgt man die Reihe der Leiter des Universitätsbauamtes, fällt in die Amtszeit von Eckhard Bull eine beispiellose Erweiterung der baulichen Anlagen unserer Universität. Schließt man die Sanierungen ein, so wurde nahezu die Hälfte unseres derzeitigen Baubestandes in einen zeitgemäßen Zustand gebracht. Diese weit in die Zukunft weisenden Infrastrukturmaßnahmen setzen sicherlich voraus, daß im Rektorat Konzepte erarbeitet und Nutzungsanforderungen für Bauten aufgestellt werden, die die Bedürfnisse für Forschung, Lehre und Krankenversorgung berücksichtigen. Die Realisierung der Projekte ist dann aber auf die Phantasie, auf den Fach- und Sachverstand der Bauleute angewiesen. In diesem Spannungsfeld hat sich Herr Bull über viele Jahre außerordentlich bewährt. Es war ein Glücksfall für die Universität, dass Ende der 80er Jahre mit Herr Bull im Universitätsbauamt und Herrn Finanzpräsident Körner bei der Oberfinanzdirektion zwei Männer an den Schalthebeln der Bauverwaltung saßen, die sich mit großem Engagement, gemeinsam mit dem Rektorat der Universität, daran machten, die bauliche Entwicklung der Universität Freiburg, die weit hinter den anderen Landesuniversitäten zurückgeblieben war, wieder zu beleben. Nach langen Jahren des baulichen Stillstandes kam damit Bewegung in den Bauhaushalt der Universität. Die nun einsetzenden Aktivitäten betrafen die Grundvoraussetzung fruchtbarer Arbeit in Forschung, Lehre, Studium und Krankenversorgung: die Verbesserung der räumlichen Unterbringung. Von den zahlreichen Neubauten der Universität, die mit der Arbeit von Herrn Bull verbunden sind, nenne ich nur die bedeutsamsten: das Materialforschungsgebäude, das Verfügungsgebäude, den Neubau Biologie und den Neubau Physik, den Neubau Pharmazie/Pharmakologie, den Ausbau des Herdergebäudes und gewissermaßen als Krönung den Aufbau der neuen Fakultät für Angewandte Wissenschaften. Dies sind alles große Bauvorhaben mit einem Finanzvolumen von jeweils zwischen 15 und 70 Millionen Euro".



Die Rede des Rektors steht unter folgendem Link zum Download bereit:
http://www.uni-freiburg.de/de/universitaet/rektor/ansprachen/dies_2003.pdf

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