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Schnupperstudium in Naturwissenschaft und Technik

Die Frauenbeauftragte und das Oberschulamt veranstalten zum erstenmal ein viertägiges Schnupperstudium für Schülerinnen an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Freiburg, 12.08.2004

Auch wenn der Frauenanteil bei den Studierenden an der Universität Freiburg im vergangenen Wintersemester 2003/04 bei 51,7% lag, sind junge Frauen in den naturwissenschaftlichen/technischen Studienfächern weiterhin unterrepräsentiert. Dieser Situation begegnet die Albert-Ludwigs-Universität mit dem Angebot eines Schnupperstudiums für Schülerinnen im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich, das die in den vergangenen Jahren durchgeführten Schülerinnentage ablöst.

Das Frauenbüro und die beteiligten Institute für Mikrosystemtechnik, Mathematik, Informatik, Physik und den Geowissenschaftlichen Fächern (Geologie, Kristallographie und Hydrologie) führen in diesen Studienfächern zum erstenmal in der letzten Woche der Sommer-ferien vom 7.9. – 10.9.2004 ein viertägiges Schnupperstudium für Schülerinnen der Klassen 10 – 13 durch. Durch das Engagement der einzelnen Dozenten und Dozentinnen der Institute erhalten die Schülerinnen einen ersten theoretischen und praktischen Einblick in diese Studienfachmöglichkeiten an der Freiburger Uni.
In speziellen Veranstaltungen können sie den Universitätsalltag und Fachangehörige der Hochschule kennen lernen und damit eine bessere Kenntnis der Fächer erwerben. An diesen vier Tagen haben sie die Chance zwei Fächern nach Wahl intensiv zu erleben. Die viertägige Teilnahme wird mit einem Zertifikat bescheinigt.

Junge Frauen befinden sich mittlerweile bildungsmäßig gegenüber ihren männlichen Mitschülern und Hochschulkommilitonen auf der Überholspur. Obwohl ihr Anteil an einem Altersjahrgang nur bei 49 Prozent liegt, beträgt ihr Anteil an den Schulababgänger/innen mit Hochschulreife derzeit 53 Prozent (Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Mai 2004). Dieser Trend setzt sich bei den Studienanfänger/ innen und später bei den Hochschulabschlüssen fort. Mit steigender Tendenz beträgt ihr Anteil dort 48 Prozent.

Nach Fächern differenziert herrscht an Deutschlands Hochschulen allerdings häufig noch die Geschlechtertrennung. Sind in den erziehungs- und geisteswissenschaftlichen Fächern die Frauen in der Mehrheit, so gehören sie in den naturwissenschaftlichen-technischen Fächern zu einer eher seltenen Spezies. Entscheiden sich junge Frauen für ein naturwissenschaftliches/technisches Fach, streben sie häufig den Lehrerinnenberuf und nicht z.B. eine Tätigkeit in Forschung und Industrie an. Nur in wenigen Fächern (Wirtschaft, Jura, Medizin, Geografie) sind Frauen – zumindest als Studentinnen - und Männer gleichermaßen zu finden.

Dieses gegenüber den jungen Männern eingeschränkte Studien- und Berufswahlspektrum der Schülerinnen führt dazu, dass sich bundes-weit ca. 83% der Mädchen für ein Spektrum von 30 aller möglichen 438 Ausbildungsberufe entscheiden. Ähnlich verhält es sich bei der Studienfachwahl. Obwohl die Berufsaussichten, aufgrund des steigenden Fachkräftemangels, in Wissenschaft und Wirtschaft für Absolvierende der mathematisch-naturwissenschaftlichen und tech-nischen Fächer hervorragend sind, lässt sich der weibliche Nach-wuchs diese chancenreichen beruflichen Möglichkeiten zum großen Teil entgehen. Gründe hierfür sind nicht mangelnde Fähigkeiten und Interessen, sondern häufig eine - trotz besserer Noten - kritischere Selbsteinschätzung der eigenen Leistungen als bei Jungen, und eine leider häufig immer noch geschlechtsspezifische Sozialisation.
Eine unzureichende Berufs- und Studienorientierung verfestigt, besonders bei Schülerinnen, vermittelte Interessenunterschiede und Vorurteile gegenüber bestimmten Berufssparten und damit eine daraus entstehende Chancenungleichheit innerhalb der Schulen und bei der Studien- und Berufswahl.

Auch in Freiburg gilt, dass junge Frauen in den naturwissenschaft-lichen/technischen Studienfächern unterrepräsentiert sind. Im Studienfach Mikrosystemtechnik betrug der Anteil der Kommilitonin-nen im WS 2003/04 gerade erst einmal 11%. Ein ähnliches Bild ergibt sich in den weiteren an dem Schnupperstudium beteiligten mathematisch-naturwissenschaftlichen/technischen Fächern Informatik 15,1 %, Mathematik 36,8 %, Physik 16,3 %, Mineralogie 27 %, Kristallographie 0%, Geologie 35,8 % und Hydrologie 31,2 %.
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P.S.: Der Andrang zum Schnupperstudium ist groß: Für die Studienfächer Physik und Geowissenschaften sind die Schülerinnen-Plätze bereits ausgebucht; für die Fächer Mikrosystemtechnik, Mathematik und Informatik sind noch Plätze frei.

Kontakt:
Büro der Frauenbeauftragten der Universität Freiburg
PD Dr. Ingeborg Villinger
Werderring 8, 79098 Freiburg
Tel.: 0761/203-4299. Fax: 0761/203-4256
E-Mail: frauenbuero@zuv.uni-freiburg.de
www.frauenbuero.uni-freiburg.de

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