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„Frauen fragen Frauen“

Forschungsprojekt des Arbeitsbereichs Caritaswissenschaften der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Freiburg, 10.11.2004

Das Projekt „Frauen fragen Frauen - Biographieforschung im ländlichen Raum“ umfaßt die Erhebung, Auswertung und Nachbesprechungen von 105 Lebenserzählungen von Frauen im ländlichen Raum aus sechs verschiedenen Regionen der Erzdiözese Freiburg. Der Forschungsauftrag im Jahr 2002 für den Arbeitsbereich Caritaswissenschaft der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg kam vom Vorstand der Katholischen Landfrauenbewegung (KLFB). Die Zielsetzung war, Auswirkungen gesellschaftlichen Wandels auf die Sinngebung, Werteorientierung und Religiosität von Landfrauen zu untersuchen. Zweck der Untersuchung bilden Fragen, welche Angebote den Landfrauen gemacht werden können, um sie bei der Bewältigung ihrer Aufgaben zu unterstützen und in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken.

Eine Übersicht über die bisherige Sozial- und Familienforschung verdeutlicht den aktuellen Stellenwert biographischer Untersuchungen. Die Lebensgestaltung wird zur individuellen Aufgabe. Das Leben wird zunehmend vielfältiger und im Rahmen des Strukturwandels komplexer. Bei der Biographieforschung wird von der Einzigartigkeit des Menschen ausgegangen. Der Forschungsansatz des Projekts besteht darin, Landfrauen so an allen Vorgängen der Forschung zu beteiligen, dass sie sich dabei als Subjekt verstehen können und nicht Objekt einer Erhebung sind. Das Projekt konnte dank der Arbeit von 30 „Biographinnen“ aus sechs Regionen des ländlichen Raumes der Erzdiözese Freiburg realisiert werden. Sie wurden durch eine Telefonaktion von Susanne Jörger, Referentin der KLFB und Projektleiterin, für die Mitarbeit an dem Projekt gewonnen und in der Aufnahme und Einschätzung der Lebenserzählungen durch Dieter Fuchs, Konzeption und Forschung, geschult. Sie erzählten sich bei der ersten Tagung gegenseitig ihr Leben und lernten dabei Zuhören und die Techniken der Aufnahme kennen und konnten die Erkenntnisse und Selbsterfahrungen bei der Erhebung in ihren Dörfern anwenden.

Auf diese Weise wurden die ersten 30 Lebenserzählungen gewonnen. Die Biographinnen suchten in ihren Dörfern und der Umgebung mit Hilfe eines Quotenplans drei Frauen, die bereit waren, ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Der Quotenplan gab vor, dass jede Biographin drei Frauen unterschiedlichen Alters und Bildungsstandes auswählten und darauf achteten, möglichst Frauen auszusuchen, die in unterschiedlichen Wohngemeinschaften lebten. es wurden auf diese Weise 35 Prozent Wohngemeinschaften mit mehreren Generationen erfasst. Die Biographinnen wurden auf einer weiteren Tagung geschult, die Lebenserzählungen mit Hilfe von Einschätzungsbögen nach Strukturmerkmalen auszuwerten. Die Untersuchung konnte im Frühjahr 2004 abgeschlossen werden, nachdem die Nachgespräche der Biographinnen mit den Erzählerinnen ausgewertet wurden.


Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Baumann
Theologische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität
Arbeitsbereich Caritas Wissenschaften
Tel.: (0761) 203-21 10
Email: Klaus.Baumann@theol.uni-freiburg.de
Dr. Dieter Fuchs
Diplom Psychologe
Tel.: 0761/ 382187
Email: difuchs@t-online.de

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