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Organisatorische Herausforderung und kultureller Wandel:

Universitätsklinikum Freiburg auf allen Ebenen qualitätszertifiziert

Freiburg, 22.06.2005

Das gesteckte Ziel ist erreicht und trotzdem ist noch lange kein Ende in Sicht: Das Universitätsklinikum Freiburg hat den „Krankenhaus-TÜV“ bestanden. Vier Jahre Einführung von Qualitätsmanagement auf allen Ebenen, von der Patientenversorgung im ärztlichen und pflegerischen Bereich, über den gesamten Verwaltungsapparat bis hin zum Bereich Technik, finden damit ihre Anerkennung. Das Freiburger Universitätsklinikum ist die größte Einrichtung im deutschsprachigen Gesundheitswesen, die intern all ihre Bereiche unter die Lupe genommen und ein Qualitätsmanagement aufgebaut hat, das der Überprüfung von außen standhält. Eine große Herausforderung für alle Beteiligten: Eine Zertifizierung in dieser Größenordnung hat es noch in keinem Klinikum gegeben.

Allein die Patientenversorgung umfasst im Universitätsklinikum, mit rund 8.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber Südbadens, über 60 Bereiche: Medizinische Kliniken, Fachabteilungen, Institute und zentrale Einrichtungen, wie etwa die Klinikapotheke oder das Tumorzentrum. Hinzu kommt der gesamte Verwaltungsapparat sowie die technischen Betriebe, etwa das Medienzentrum oder das Heizkraftwerk, das das Klinikum selbstständig betreibt. Niemand blieb unbehelligt: Stärken, Schwächen, Defizite und Verbesserungspotenziale wurden schonungslos herausgearbeitet und die Abläufe soweit wie möglich optimiert.

Ein Grund zum Feiern, aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen: „Der Prozess der Qualitätsentwicklung an unserem Klinikum ist auch nach vier Jahren noch lange nicht abgeschlossen“, so der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Professor Dr. Matthias Brandis. „Es gibt noch etliche Baustellen an unserem Klinikum, an vielen Stellen reichen kleine Schönheitsoperationen, manche ‚Eingriffe’ können auch ein bisschen größer sein.“

Doch kann Qualität bei der derzeitigen Krankenhausfinanzierung überhaupt eine Rolle spielen? Stetige Qualitätssteigerung bei gleich-zeitig stetigem Mittelabbau im Gesundheitswesen ist kein einfaches Geschäft. Dennoch finden sich immer wieder Einsparpotentiale, wenn Abläufe und Prozesse, die sich in vielen Jahren eingeschliffen haben, konsequent hinterfragt werden. Nicht selten schafft eine Standardisierung gleichzeitig Qualitätsgewinn und Kosteneinsparung.
Wie etwa bei der Verlegung von herzkranken Kindern aus der Kinderklinik zum Herzkatheterlabor in der Inneren Medizin. Hier wurde der Prozessablauf von allen Beteiligten gemeinsam analysiert und Verbesserungen erarbeitet, die dazu führten, dass die durchschnittliche Wartezeit im Rahmen der Katheteruntersuchung von 50 auf 10 Minuten gesenkt werden konnte, bei gleichzeitiger Ressourceneinsparung. Gleiches gilt für die Patientenaufnahme beispielsweise in der Chirurgischen Klinik, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Hier läuft das Patientenmanagement wie am Schnürchen. Oder beim Manage-ment im Schockraum, wo ohne vorherige Ankündigung und Planbarkeit schwerverletzte Patienten eingeliefert werden, deren weiteres Schicksal sich oft in der ersten Stunde, der so genannten golden hour entscheidet. Hier führt eine Systematisierung der Abläufe zu einer besseren Vernetzung und Zusammenarbeit der verschiedenen beteiligten Disziplinen.

Ist Zertifizierung Selbstzweck oder Selbstverpflichtung zum Nutzen des Patienten? Die vielen verschiedenen Beispiele, die die Zertifizierung im Klinikum widerspiegeln, beantworten diese Frage ausreichend. Die Zertifizierungswelle, die im Alltag überall offenbar wird, hat in Form der KTQ-Zertifizierung im Klinikum seine Berechtigung, nämlich einen echten Nutzen für den Patienten. Und auch wenn die Schräubchen, an denen gedreht wird, noch so klein sind - erst ein dynamisch gespanntes Werk, an dem jedes Rädchen richtig sitzt, läuft rund und kann auch auf hohen Touren sicher laufen.

Das Projekt hat Zeit und Geld gekostet, das in Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, externe Beratung und Maßnahmen, die das Qualitätsmanagement unterstützen, geflossen ist. Die Mittel sind gut in das eigene Unternehmen investiert, zum Wohle der Patienten und zum Wohle der Mitarbeiter.


Kontakt:

Prof. Dr. Wilfried Jäckel
Sprecher des Qualitätsrates des Universitätsklinikums Freiburg
Tel. 0761 / 270-3642
Fax 0761 / 270-7331
eMail wilfried.jaeckel@uniklinik-freiburg.de