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Sperrfrist: 20.07.2005, 15.00 Uhr

Rektor Jäger: Dialog der Disziplinen als Erfolgsrezept

Freiburg, 20.07.2005

Jahresbericht vor dem Senat: Neues Landeshochschulgesetz hat Autonomie der Universitäten gestärkt

Das am 6. Januar in Kraft getretene Landeshochschulgesetz, die daraus resultierenden Veränderungen und die aktuellen Entwicklungen an der Albert-Ludwigs-Universität standen im Mittelpunkt der Rede zum Jahresbericht des Rektors, Professor Dr. Wolfgang Jäger, am heutigen Mittwoch, den 20. Juli 2005, die er in öffentlicher Sitzung vor dem Senat in der Universität hielt. In seiner Ansprache griff Rektor Jäger die vielen Neuerungen auf, die das neue Landeshochschulgesetz gebracht hat, und wies darauf hin, dass die Universitäten nun handlungsfähiger und wettbewerbstauglicher würden. So ist zum Beispiel der Rektor und nicht, wie bisher, das Ministerium für die Berufung auf Professuren zuständig. Außerdem hob er die Einführung des „Akademischen Rates auf Zeit“ positiv hervor. Dies gebe „vor allem in Forschungsprojekten die Möglichkeit, das weitere Verbleiben qualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität zur Überbrückung oder zur wissenschaftlichen Weiterbildung zu sichern“, so Rektor Jäger. Ebenso wurde die Handlungsfähigkeit des Universitätsrats erweitert. Das neue Gesetz trennt so Leitungs- und Kontrollfunktionen in der Universität klar voneinander. Für die Erarbeitung der Grundordnung wurde eine Kommission gebildet. In diesem Zusammenhang bedauerte der Rektor der Freiburger Universität, dass die studentischen Vertreter an der letzten Kommissionssitzung nicht mehr teilnahmen: „Die Kritik an einer angeblichen Bevormundung kann ich nicht teilen. Die Mitarbeit der Studierenden in den ersten beiden Sitzungen war konstruktiv“. Das imperative Mandat der Studierenden sei allerdings wenig sinnvoll.

Das hervorragende Abschneiden der Universität Freiburg bei unabhängigen Rankings bestätige die exzellenten Leistungen in Forschung und Lehre. Dadurch, so der Freiburger Universitätsrektor, habe sich die Albert-Ludwigs-Universität als eine Top-Universität etabliert. Dazu habe vor allem auch der Dialog der Disziplinen einen großen Anteil. So schneiden sowohl die Natur- wie Geisteswissenschaften als auch die Medizin gut bei den Rankings ab. Außerdem käme „der engen Vernetzung innerhalb der Universität, aber auch regional, national und international mit anderen Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstitutionen eine immense Bedeutung zu.“

Im Jahr 2007 wird das 550jährige Bestehen der Universität gefeiert. Im Zuge dieses Jubiläumsjahres soll für die Universität geworben werden. So sind alle Fakultäten und Fachbereiche aufgefordert, so Rektor Jäger, „2007 für eine zielgruppen- und öffentlichkeitswirksame Präsentation ihrer wissenschaftlichen Leistungen und ihres forscherischen Know-hows“ zu sorgen. „Ebenso soll das Programm die wichtige, breit angelegte Integration und aktive Mitwirkung der Studierendenschaft gewährleisten.“

Den Protesten gegen die Einführung von Studiengebühren stehe er, so Rektor Jäger, ambivalent gegenüber: „Auf der einen Seite führen manche Formen des Protests, unter denen vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universitätsverwaltung im Frühjahr zu leiden hatten, ebenso ins politische Abseits wie manche Forderungen.“ Auf der anderen Seite artikuliere sich vielleicht ein neu erwachtes Interesse an Hochschulpolitik und Bildungsinhalten, das zu einer stärkeren Mobilisierung der Studierenden für ihre Universität und der Universität gegenüber der Politik helfen könne. Außerdem sollen sozial ausgewogene und effektive Stipendiensysteme mit Härtefallregelungen gebildet werden. Der Freiburger Universitätsrektor: „Wir wollen die besten Studierenden, unabhängig von der sozialen Herkunft!“

Von der Medizinischen Fakultät berichtete Rektor Jäger, dass diese ihre Hauptaufgabe, die Umsetzung der neuen Approbationsordnung und die Einrichtung entsprechender Kurse und Praktika sowie die Neustrukturierung des klinischen Teiles des Medizinstudiums weitgehend abgeschlossen habe. Außerdem konnte im Rahmen der Neubaumaßnahmen des Klinikums die neue Klinik für Strahlenheilkunde bezogen werden. Allerdings wird es in nächster Zeit kaum noch Neubauten geben, so der Freiburger Universitätsrektor. Die Prioritäten müssten nun aufgrund der prekären Haushaltssituation des Landes bei der Sanierung und Modernisierung der bestehenden Flächen liegen. Künftig wird die Universität für den Bausektor neue Finanzquellen erschließen müssen.

Sehr erfreut zeigte sich Rektor Jäger im Hinblick auf die Auslandsbeziehungen der Universität. Er hob die im EUCOR-Verbund, dem sieben oberrheinische Universitäten angehören, erstmals durchgeführte Sommeruniversität hervor. Außerdem wurde im vergangenen Jahr das Projekt EUCOR-Virtuale, eine gemeinsame Internetplattform, ins Leben gerufen. Ziel sei es dabei auch gemeinsame Bachelor- und Masterstudiengänge aufzubauen. Rektor Jäger meinte weiter: „Die Präsentation eines trinationalen Lehrangebotes und dessen europaweite Anerkennung bezüglich der Studienleistungen ist ein absolutes Novum, das die Region als Vorbild bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses auszeichnet.“ Positiv verlaufe die Entwicklung von Alumni Freiburg. Die Gemeinschaft ehemaliger Studenten zählt inzwischen 55.000 Alumni und der Förderverein Alumni Freiburg e.V. 1615 Mitglieder, darunter 120 Mitglieder des Korea Clubs und 80 Mitglieder des Clubs in der Volksrepublik China.

Eine der Hauptaufgaben der Universität Freiburg liege in den nächsten Jahren, so Rektor Jäger, in der Einführung hochwertiger Bachelor- und Masterstudiengänge und der Umsetzung der Studienreform. Der Prozess wurde in drei Zeitstufen eingeteilt und soll bis spätestens im Wintersemester 2009/2010 abgeschlossen sein.