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Klinische Informationssysteme

Freiburg, 09.09.2005

Informationssysteme sind für die Unterstützung klinischer Abläufe in zunehmendem Maße unentbehrlich geworden. Über die Verwaltung patientenbezogener Information hinaus, bilden sie immer stärker auch die Grundlage für die kontextbezogene Bereitstellung von medizinischem Wissen, etwa in Form von Leitlinien oder klinischen Pfaden. Diese aktuellen Formen der Unterstützung von Entscheidungen beinhalten ein erhebliches Potenzial, den Versorgungsprozess qualitativ hochwertig und gleichzeitig kostengünstig zu gestalten: Klinische Informationssysteme können Doppelunter-suchungen vermeiden, diagnostische und therapeutische Maßnahmen vorschlagen und bei nicht indizierten Anordnungen warnen.

Obwohl das Potenzial der Informationstechnologie zur Verbesserung der Effizienz und Qualität klinischer Prozesse seit langem bekannt ist und der Grad der IT-Durchdringung in der Gesundheitsversorgung ständig steigt, bleibt der Funktionsumfang der Systeme hinter den technischen Möglichkeiten zurück. Die Gründe dafür reichen vom vergleichsweise geringen IT-Budget, das den Krankenhäusern zur Verfügung steht, über strenge Sicherheitsanforderungen bis hin zur hohen Komplexität der hochdynamischen sozio-technischen Systeme, die es zu unterstützen gilt.

Aufgrund des rasanten Fortschritts in der Medizin ist es zudem schwierig, die Flut neuester medizinischer Erkenntnisse möglichst rasch in die medizinische Praxis einfließen zu lassen. Die Einbindung von Leitlinien befindet sich derzeit erst in den Anfängen. Es stellt sich die Frage, wie IT-Systeme so an die realen Bedürfnisse nach Information und Wissen angepasst werden können, dass sie Fehler vermeiden und nicht neue Fehler verursachen. In diesem Zusammenhang sind effiziente Methoden des Informations-, Prozess- und Wissensmanagements gefragt, ebenso wie verbesserte Methoden zur Auswertung von Informationssystemen.

Die GMDS Arbeitsgruppe „Informationssysteme im Gesundheitswesen“, die sich mit diesen Fragen beschäftigt, kooperiert mit zahlreichen weiteren Arbeitsgruppen der GMDS, die jeweils mit Teilaspekten dieser umfassenden Problematik befasst sind. Dazu gehört beispielsweise die Arbeitsgruppe „Standards für Kommunikation und Interoperabilität“.

Voraussetzung für ein effizientes Prozessmanagement ist eine integrierte IT-Infrastruktur, die einerseits eine verlustfreie abteilungsübergreifende Kommunikation zulässt und andererseits auch bedarfsorientiert an neue Anforderungen angepasst werden kann. Trotz weit reichender Akzeptanz von Standards für den Informationsaustausch in der Medizin sind die heute verfügbaren kommerziellen Teillösungen, die innerhalb der Versorgungseinrichtungen eingesetzt werden, immer noch weit von einer möglichen „Plug-and-Play“-Kompatibilität entfernt. Ein noch größeres Problem stellt die unzureichende Informationslogistik im Versorgungsnetz dar, da ein elektronischer Datenaustausch zwischen Praxen und verschiedenen Krankenhäusern bisher kaum stattfindet.

Auch aus der Sicht der klinischen Informationssysteme ist dies eine zentrale Herausforderung, da es zunehmend nicht mehr nur um die organisationsinterne Datenkonsolidierung geht, sondern darüber hinaus um die Einbettung in organisationsübergreifende Versorgungsprozesse. Entsprechende Standards sind zwar bereits in Sicht, aber noch nicht verfügbar. Praktikable Lösungsansätze sollten daher graduelle Integrationskonzepte vorsehen, mit deren Hilfe eine zunächst lose Kopplung schrittweise und zielgerichtet ausgebaut werden kann.

Trotz der bestehenden Probleme ist es angesichts des erheblichen Kostendrucks unerlässlich, prozessorientierte Informationssysteme zur Verbesserung klinischer und administrativer Abläufe wie auch zur Erhöhung der Kostentransparenz einzusetzen. So kann durch die Möglichkeit der Konsolidierung von Daten aus verschiedenen Quellen in Data-Warehouse-Systemen die Datenbasis auch für strategische Entscheidungen wesentlich verbessert werden.

Auf der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (DAE) in Freiburg vom 12. bis zum 15. September sind die Themen Klinische Informationssysteme, Prozessmanagement, Standards und Interoperabilität Schwerpunkthemen zu dem namhafte Referenten vortragen werden.

Nähere Informationen und das endgültige Programm mit informativen Kurzfassungen der Beiträge finden Sie im Web unter http://www.gmdsdae2005.de

Information für die Presse: Als Vertreter der Presse können Sie die Fachtagung kostenfrei besuchen. Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren, vermitteln wir Ihnen gerne den Kontakt zum Spezialisten oder detailliertes Material.

Kontakt: Wenn Sie vorab Kontakt aufnehmen möchten oder eine Karte für den freien Eintritt benötigen, wenden Sie sich bitte an: Dr. med. Albrecht Zaiß, Leiter Lokales Organisationskomitee GMDS / DAE 2005, Tel. 0761 / 203-6707, eMail: information@gmdsdae2005.de