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Eröffnung des Akademischen Jahres 2005

Rektor Jäger analysiert den Umbruch des Hochschulsystems und die Konsequenzen für die Universität Freiburg

Freiburg, 26.10.2005

Der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität, Professor Dr. Wolfgang Jäger, hat sich anlässlich der feierlichen Eröffnung des Akademischen Jahres 2005/2006 an der Albert-Ludwigs-Universität im Auditorium Maximum am 26. Oktober 2005 in einer programmatischen Rede mit der Ausrichtung der Universität Freiburg und deren Stellenwert im internationalen Wettbewerb auseinander gesetzt. „Unser Hochschulsystem und unsere Universität befinden sich in einem bedeutenden Umbruch“, so Rektor Jäger. „Die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge verändert nachhaltig unsere Lehre.“ Die Forschung verlange nach innovativen Rahmenbedingungen und Anreizen. Das neue Landeshochschulgesetz eröffne zahlreiche Spielräume im Management der Universität, die es klug zu nutzen gelte. „Die zunehmende Internationalisierung des Bildungsmarktes fordert uns täglich heraus.“ Eine notwendige Modernisierung der Universität gehe jedoch nicht mit einer Abkehr von Humboldts Universitätsidee einher, sondern bereichere und aktualisiere diese, betonte Jäger. Vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion um Eliteuniversitäten mahnte er eine Rückbesinnung auf die Grundprinzipien einer modernen Universität in einer freien Gesellschaft an.

Aufruf zur Exzellenz in Forschung und Lehre

Der Rektor ging in seiner Rede auf die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder ein, für das 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Albert-Ludwigs-Universität habe sich frühzeitig auf die Antragsstellung vorbereitet, so Jäger. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität hätten auf der Grundlage herausragender wissenschaftlicher Vorleistungen im internationalen Maßstab Zukunftsprojekte zur Förderung vorgeschlagen. Daraus hätten sich neue oder engere Kooperationen für die Forschung ergeben. Das gelte für die Vernetzung mit außeruniversitären Forschungsinstitutionen wie den Max-Planck- und Fraunhofer-Instituten, dem Kiepenheuer-Institut sowie für die Zusammenarbeit mit den EUCOR-Universitäten und der Wirtschaft. Gerade die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bilde ein Alleinstellungsmerkmal der Universität Freiburg. Der Antrag zur Exzellenzinitiative gehe Hand in Hand mit der Bewerbung der Stadt Freiburg um den Titel „Stadt der Wissenschaft 2007“. Im Jubiläumsjahr der Universität zur Feier des 550-Jährigen Bestehens solle demonstriert werden, wie eng Universität und Stadt zusammenwirken.

Orientierung am Grundgedanken Humboldts

Rektor Jäger wies darauf hin, dass die Bewertungskriterien des Wettbewerbs in die gleiche Richtung zeigen, wie die langfristige Struktur- und Entwicklungsplanung, die sich an den wohlverstandenen Grundgedanken Wilhelm von Humboldts“ orientiert. Angesprochen sei die autonome, perspektivische Fortentwicklung der Universität als Gesamtheit im Sinne einer „Neuen Universitas“, nicht als Ansammlung einzelner „Fach-Hochschulen“. „Wir bekennen uns organisatorisch und programmatisch zum Modell der klassischen Universität mit einer großen Bandbreite der Fachgebiete“, erklärt Jäger. Gleichzeitig verlange die Universität von jedem Fachgebiet eine immer neue Legitimierung durch Spitzenleistungen in Forschung und Lehre sowie durch den Nachweis einer vielfältigen Vernetzung über die jeweiligen Fächergrenzen hinaus. Die Universität Freiburg verfolge als führende „Research University“ in zeitgemäßer Interpretation der Ideale Wilhelm von Humboldts das Ziel einer Verbindung von Forschung, Lehre und beruflicher Praxis. Allerdings müssten für die Verbindung von Forschung und Lehre zeitgemäße Formen gefunden werden, die sich mit den Anforderungen der beruflichen Praxis und den im beruflichen Alltag geforderten Schlüsselkompetenzen auseinander setzten.

Internationale Beziehungen der Universität

Die Position der Universität in der internationalen Spitzengruppe der anerkannten Forschungsuniversitäten solle in den kommenden Jahren weiter verbessert werden. „Dazu wollen wir Bedingungen schaffen, um die weltweit besten Wissenschaftler als Forscher und Lehrer zu berufen“, erklärte Jäger. In den zentralen Profilbereichen der Universität Freiburg sollen Internationale Forschungskollegs gegründet werden. So werde attraktiver Arbeitsraum für ausländische und eigene Spitzenforscherinnen und -forscher entstehen und die Internationalität der Universität Freiburg entscheidend gefördert werden. Abschließend griff Rektor Jäger Humboldts Gedanken noch einmal auf: „Es muss darum gehen, die wesentlichen Prinzipien Wilhelm von Humboldts zu bewahren, gleichzeitig seine Ideen zu „entstauben“ und nutzbar zu machen für unsere Strategie“. Der Antrag zur Exzellenzinitiative solle die Universität Freiburg in die Lage versetzen, die Autonomie der Universität, die Einheit von Lehre und Forschung, die konstruktive Verbindung umfassender Bildung und praxisgerechter Ausbildung sowie die notwendige kreative Freiheit des Wissenschaftlers zu verwirklichen. Erfolge auf diesem Weg will die Universität 2007 im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten präsentieren. Die 550-Jahr-Feier soll ein weithin sichtbares Aufbruchsignal geben für einen weiteren Modernisierungsschub der Albert-Ludwigs-Universität.


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