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„Wissenschaft leben - Wege zur Nachhaltigkeit“:

Freiburg bewirbt sich um „Stadt der Wissenschaft“ 2007

Freiburg, 03.11.2005

Bewerbung wurde von 100 Fachleuten gemeinsam erarbeitet: Stadt, Hochschulen, Forschungsinstitute, Wirtschaft und Kultur steuerten Vorschläge bei

Zahlreiche Projekte zeigen Wege zu engerer Vernetzung und neuen Kooperationen auf

„Stadt der Wissenschaft“ soll wichtiger Baustein im Programm „550 Jahre Universität“ 2007 werden

OB Dieter Salomon und Uni-Rektor Prof. Wolfgang Jäger sind zuversichtlich: „Freiburg hat mit dieser Bewerbung gute Chancen als „Stadt der Wissenschaft’ 2007!“

Unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs gibt Bewerbung wichtige Anregungen für die Zukunftsentwicklung von Stadt, Hochschulen und Instituten

Jury des Stifterverbands der Deutschen Wissenschaft entscheidet endgültig im März 2006

Freiburg bewirbt sich auf die Ausschreibung „Stadt der Wissenschaft“ des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft für das Jahr 2007. Das Konzept der Bewerbung unter dem Titel „Wissenschaft leben - Wege zur Nachhaltigkeit“ ist in den letzten Monaten unter der Federführung der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) in einem Kreis von rund einhundert Fachleuten aus Universität, den Hochschulen und Instituten, aus Wirtschaft, Politik, Kultur und vielen anderen Institutionen der Stadt gemeinsam erarbeitet und formuliert worden. Am Montag (31.10.) wurde die Bewerbungsschrift dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Essen vorgelegt. Eine Vorentscheidung in dem hochrangigen Wettbewerb wird für Januar kommenden Jahres erwartet; im März wird voraussichtlich in Dresden („Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2006) aus den drei besten Bewerbungen die „Stadt der Wissenschaft“ für das Jahr 2007 ausgewählt. Äußerer Anlass der Bewerbung ist das 550jährige Stiftungsjubiläum der Universität Freiburg im Jahr 2007. 1457 rief Herzog Albrecht VI. die Universität ins Leben.

Dieser runde Geburtstag einer der ältesten deutschen Universitäten soll 2007 mit einem vielfältigen Programm gefeiert werden, das über die Universität hinaus auch zu einem Stadtfest unter vitaler Beteiligung der Bürgerschaft werden soll. Die Bewerbung als „Stadt der Wissenschaft“ ist ein Baustein des Jubiläumsprogramms, das derzeit von der Universität in enger Zusammenarbeit mit vielen weiteren Partnern, darunter auch Stadt und der FWTM, vorbereitet wird.

Für Oberbürgermeister Dieter Salomon und den Rektor der Universität, Prof. Wolfgang Jäger, ist das Uni-Jubiläum indes nur Anlass, nicht aber der alleinige Grund der Freiburger Bewerbung.

- Im Vordergrund der Bewerbung steht die herausragende Bedeutung der Wissenschaft mit Universität, Klinikum, vier weiteren Hochschulen sowie einer Vielzahl von Forschungsinstituten für die Entwicklung der Stadt und der gesamten Region. Der tiefgreifende Veränderungsprozess in der Universität in den letzten 20 Jahren, der mit neuen Lehr- und Forschungsinhalten über die traditionellen Geisteswissenschaften hinaus ein neues Profil entwickelt hat, strahlt vielfältig in die Wirtschaft von Stadt und Region aus.

- Ein weiteres zentrales Motiv der Bewerbung ist die weitreichende Vernetzung zwischen Stadt und Wissenschaft: zum Beispiel städtebaulich und architektonisch mit der Universität, deren Kernbereiche mitten in der Stadt angesiedelt sind, sowie kulturell mit einem Kulturleben, dessen Breite, Vielfalt und Qualität maßgeblich durch die Hochschulen geprägt wird.

- Die Bewerbung als „Stadt der Wissenschaft“ dokumentiert darüber hinaus die Internationalität der Wissenschaftsstadt in doppeltem Sinne: Als Hochschulstandort mit einem der höchsten Anteile ausländischer Studierender und als ein „Knoten“ im Netz vieler internationaler und grenzüberschreitender Kooperationen, an erster Stelle im trinationalen Hochschulverbund EUCOR.

- Schließlich steht im Vordergrund der Bewegung das Ziel, das auch im Titel der Bewerbungsschrift deutlich wird: Wege zur Nachhaltigkeit. Über den engeren Bereich der Ökologie hinaus, umfasst es das weite Feld der Wissenschaften vom und für das Leben mit Medizin, Umwelttechnologie, Biotechnologie bis hin zu Forstwissenschaft oder Forschung für den Weinbau. Sie sind wesentliche Merkmale des Standorts Freiburg mit einer Vielzahl von Vernetzungen zur Stadt und Ausstrahlungen in die Stadtpolitik, mit Institutionen aus Wirtschaft und Umweltorganisationen, und mit großer und weiter wachsender Bedeutung für den Wirtschaftsstandort, für neue Arbeitsplätze und im Sektor Gesundheitswesen.

Das Ziel der Ausschreibung „Stadt der Wissenschaft“ ist weniger eine Bestandsaufnahme bereits vorhandener Einrichtungen und bestehender Kooperationen. Vielmehr zielt der Wettbewerb darauf ab, für das Jahr 2007 Projekte, Programme und Ideen zu entwickeln, wie eine noch weitreichendere Vernetzung zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen, Kultur, Wirtschaft und Stadt geschaffen werden kann. Deshalb listet die Bewerbung zu jedem Schwerpunkt eine Reihe von Projektvorschlägen auf, mit denen Freiburg dem Anspruch „Stadt der Wissenschaft“ gerecht werden will: Vorträge und Ausstellungen, Begegnungen zwischen Wissenschaftlern und Bürgerschaft, die Weiterentwicklung des populären „Wissenschaftsmarktes“ mit außeruniversitären Instituten, aber auch Exkursionen oder Programme für die Zielgruppen Kinder und Jugendliche wie Schüler-Kolleg, Science Days und andere.

Zu den Vorschlägen gehören auch die Ausweitung des Leistungsangebotes im Rahmen des regionalen Wissens- und Technologietransfers auf andere außeruniversitäre Forschungsträger und Partner aus der Wirtschaft, die Einrichtung eines „Zukunftsrats“ zwischen Stadt, Hochschulen und Instituten, der Aufbau eines eigenen Webportals zum Wissenschaftsstandort Freiburg oder neuartige Kooperationsprojekte für Schule und Kultur.

Gemeinsam entwickelt und formuliert wurden die Vorschläge in sechs themenbezogenen Arbeitsgruppen, in denen Vertreterinnen und Vertreter aus Stadt, Hochschulen, Forschungsinstituten, Wirtschaftsverbänden und Kammern, Schulen, staatlichen Behörden und vielen weiteren Institutionen zusammen gearbeitet haben. Insgesamt rund einhundert Namen listet das Verzeichnis der Mitwirkenden auf, vom IHK-Ehrenpräsidenten über den Institutsdirektor bis zum Vorstand eines Kulturvereins. Ein übergeordnetes „Kreativteam“ mit rund vierzig Vertreterinnen und Vertretern wichtigster Institutionen entwickelte den konzeptionellen Rahmen der Bewerbung und traf die Auswahl aus den Vorschlägen.

Die Freiburger Medien „Badische Zeitung“ und „Südwestrunkfunk“ werden als offizielle Medienpartner mit kontinuierlicher journalistischer Begleitung und eigenen Angeboten das Programm unterstützen.
Die gesamte Koordination des mehrmonatigen Verfahrens, die Abstimmung zwischen allen Mitwirkenden und die Erarbeitung der eigentlichen Bewerbung - aufgrund der strengen Ausschreibungsvorgaben auf 20 Textseiten plus Umschlag und Anlagen begrenzt - lag in den Händen der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM). Sie ist in der Redaktion der Bewerbungsschrift von Freiburger Journalisten unterstützt worden.

Oberbürgermeister Dieter Salomon und der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität, Prof. Wolfgang Jäger, danken im Namen des „Kreativteams“ allen, die sich aktiv eingebracht und eigene Beiträge für den Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“ beigesteuert haben. Dieter Salomon: „Die Bewerbung hat einen unumkehrbaren Prozess in Gang gesetzt und eine Fülle von sehr konkreten Projekten hervor gebracht, von denen Stadt und Wissenschaft nachhaltig profitieren“. Damit seien neue Potentiale an Vernetzungen und Kooperationen erschlossen worden, die unabhängig vom Ergebnis des Wettbewerbs weiter entwickelt werden. Prof. Wolfgang Jäger nennt den Wettbewerb „eine Chance, sich bundesweit als eine Wissenschaftsstadt zu positionieren, die auf der Basis einer Jahrhunderte alten Hochschultradition den Strukturwandel in das 21. Jahrhundert erfolgreich vollzieht“. Gleichzeitig habe das Bewerbungsverfahren zahlreiche interessante Projekte mit Blick auf das 550jährige Bestehen der Universität im Jahr 2007 hervor gebracht.

Unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs habe sich die Teilnahme Freiburgs in jedem Fall gelohnt, stellen einvernehmlich OB Salomon, Rektor Jäger und der Geschäftsführer der FWTM, Bernd Dallmann, fest. Noch nie in der Vergangenheit seien die enge Verzahnung zwischen Stadt, Wissenschaft und Wirtschaft, und die wechselseitigen Impulse für die gesamte Stadtentwicklung so sichtbar deutlich geworden wie mit der Erarbeitung dieser Bewerbung. Stadt, Hochschulen und Forschungsinstitute wollen die Verbindungen weiter nutzen und festigen. Viele der für den Wettbewerb erarbeiteten Vorhaben sollen auch realisiert werden, wenn eine andere Stadt 2007 „Stadt der Wissenschaft“ werden sollte.

Der Stifterverband für die Deutschen Wissenschaft hat den Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“ erstmals im Mai 2003 (für 2005) ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt sind Hochschulstädte. Im laufenden Jahr 2005 sind Bremen und Bremerhaven gemeinsam „Stadt der Wissenschaft“; für 2006 hat die Jury Dresden ausgewählt.
Der Siegerstadt winkt ein Preisgeld von 125.000 Euro. Damit fördert der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft die nachhaltige Vernetzung zwischen Stadt, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Wirtschaft.

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