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100 Jahre Adventskalender – ein außerordentliches Jubiläum für die vorweihnachtliche „Zählhilfe“

Wissenschaftler der Albert-Ludwigs-Universität zeichnen Etappen des Erfolges nach

Freiburg, 14.12.2005

Dieses Jahr feiert das neben dem Adventskranz populärste Medium zur Visualisierung der Zeit des Wartens aufs Christkind, der Adventskalender, seinen 100. Geburtstag. Die heute aus keinem Haushalt mit Kindern mehr wegzudenkende vorweihnachtliche Zählhilfe geht auf eine Idee des aus Maulbronn stammenden Pfarrerssohnes Gerhard Lang zurück, der sie seinerseits wiederum seiner Mutter verdankte. Als Lang, von Beruf Buchhändler, 1902 von Stuttgart nach München übersiedelte, arbeitete er zuerst in einem Fachverlag für medizinische Bücher. In dieser Zeit entwickelte er, indem er auf Weihnachtsillustrationen aus Münchner Zeitschriften zurückgriff, das Projekt eines speziellen Adventskalenders für Kinder.

Erste Entwürfe dafür – und dies begründet das Jubiläum – lagen um 1905 vor. Bis der erste gedruckte Adventskalender vorlag, sollte es aber noch drei Jahre dauern, weil Lang zunächst noch nicht die entsprechenden Möglichkeiten zur Serienproduktion hatte. Nach seinem Einstieg als Teilhaber in eine 1894 von Friedlich Reichhold gegründete lithographische Anstalt und nach der Umbenennung des Unternehmens in Reichhold & Lang war es jedoch soweit: 1908 erschien der erste gedruckte Adventskalender und wurde auf Anhieb zu einem Verkaufserfolg.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten fand das neue Instrument vorweihnachtlicher Kinderpädagogik flächendeckende Verbreitung im gesamten deutschsprachigen Raum. Über all die Jahre des Bestehens der Firma Reichhold & Lang von 1908 bis 1940 blieben die nach und nach immer mehr verfeinerten Adventskalender der „Steadyseller“ des graphischen Betriebs. Das Erfolgsprodukt des Unternehmens überlebte auch dessen Untergang zu Beginn des Zweiten Weltkriegs: Nach inzwischen hundert Jahren sind die Wandlungen des Adventskalenders abgesehen von dessen Attraktivität als Sammelobjekt ein Gegenstand der Kulturanalyse geworden, zumal Adventskalender heute von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen Interessen auf den Markt gebracht werden: Das heutige Spektrum reicht von christlichen Verlagen über Schokoladenfirmen bis hin zum Haus Beate Uhse.

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