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Eine lohnenswerte Investition:

Zentrum zur Betreuung hörgeschädigter Kinder in Rumänien steht nach fünf Jahren auf eigenen Beinen

Freiburg, 15.12.2005

Dank der finanziellen und ideellen Unterstützung aus Deutschland können schwerhörige Kinder auch in Rumänien, im Kreis Hermannstadt, künftig optimal betreut und gefördert werden. Der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik des Universitätsklinikums Freiburg sowie dem Bildungs- und Beratungszentrum für Hörgeschädigte in Stegen und einem Hörgeräteakustiker aus Emmendingen ist es zu verdanken, dass in Sibiu ein Zentrum zur Betreuung von hörgeschädigten Kindern entstanden ist, das dem europäischen Niveau entspricht.

Insgesamt flossen rund 1.000.000 Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über die GTZ, Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, in den Aufbau des Zentrums. Ziel des Projektes war es, eine Einrichtung zu schaffen, die langfristig aus eigener Kraft hörgeschädigte Kinder mit einem hohen Standard fördern und schulen kann. Dies ist geglückt: Nach fünf Jahren der kontinuierlichen Unterstützung steht das Zentrum nun auf eigenen Beinen.

Die strukturellen Voraussetzungen für eine gute Versorgung von schwerhörigen Kindern in Sibiu waren prinzipiell gut: Die Schule für Schwerhörige „Nr. 2“ und die Lutherklinik, eine Kinderklinik mit HNO-Abteilung, befanden sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Es mangelte jedoch an den grundsätzlichen Voraussetzungen für eine adäquate Versorgung und Förderung von schwerhörigen Kindern, sowohl in der Schule als auch in der Klinik: Am technischen Know-how, einem pädagogischen Konzept sowie an medizinischen Kenntnissen und Erfahrungen.

Es fehlte in der technischen Ausstattung sowohl an Geräten für die Diagnostik, als auch an Hörgeräten und Sendern für den Unterricht und die individuelle Hörgeräteversorgung der Kinder. Ein pädagogisches Konzept, nach dem schwerhörige Kinder unterrichtet werden können, musste erst etabliert werden. Die Sprachaudiometrie, die Überprüfung des Sprachverständnisses, war in Sibiu unbekanntes Terrain.

Die Akteure aus dem südbadischen Raum haben mit dem Transfer ihrer Fachkenntnisse Hilfe zur Selbsthilfe geleistet und sich dabei perfekt ergänzt. Allein die HNO-Abteilung des Klinikums, Spezialist in der Behandlung und Nachsorge von Hörgeschädigten, bot unter dem persönlichen Einsatz von Professor Dr. Dr. h.c. Roland Laszig vielfältige Unterstützung. So reiste der Ärztliche Direktor der Klinik gemeinsam mit Kollegen aus seinem Team mehrfach nach Sibiu, um dort vor Ort das medizinische Personal zu schulen. Ebenso wurden rumänische Kollegen hier in Freiburg auf ihre künftige Arbeit hin trainiert. Darüber hinaus plante die Freiburger HNO-Klinik die technische Einrichtung des Zentrums und kümmerte sich vor Ort um deren Installation und Inbetriebnahme.

Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Das Zentrum ist nicht mehr auf die Unterstützung aus Deutschland angewiesen. Die geschulten rumänischen Experten können nun die hörgeschädigten Kinder vor Ort optimal versorgen und das Gelernte innerhalb ihrer Heimat weitergeben. Ende Oktober ist das Zentrum im Rahmen eines dreitägigen Kongresses zur „Verbesserten Versorgung hörgeschädigter Kinder im Raum Sibiu“ in die Selbstständigkeit entlassen worden. Bei dem Festakt war auch der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, Thomas Gerlach, anwesend. Die Einrichtung ist zu einem Vorzeigeprojekt geworden, das in dieser Form in Rumänien einmalig ist.




Foto (v.l.n.r.): Prof. Dr. Roland Laszig, Ärztlicher Direktor der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Freiburg, Prof. Dr. Rodica Popescu, Leiterin der Schule für Schwerhörige Nr. 2 in Sibiu, Hartmut Jakobs, Leiter des Bildungs- und Beratungsszentrums für Hörgeschädigte in Stegen

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Kontakt:

Professor Dr. Dr. h.c. Roland Laszig
Ärztlicher Direktor der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik
des Universitätsklinikums Freiburg
Tel. 0761 / 270-4206
Fax 0761 / 270-4189
eMail laszig@hno.ukl.uni-freiburg.de

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