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Freiburger Kicker-Roboter treten beim WM-Vorbereitungsspiel Deutschland - USA an

ZDF-Abstimmung: Heißt der zukünftige WM-Star „Albert-Ludwig“?

Freiburg, 21.03.2006

Die wahren deutschen Fußballhelden kommen aus Freiburg. Jupp, Sepp und Max hießen die Roboter, die in den letzten Jahren dem Team der Uni Freiburg beim WM-Robo-Cup zu ingesamt vier Weltmeistertiteln verhalfen. Im vergangenen Jahr reisten die Freiburger Humanoiden zur Roboter-Weltmeisterschaft nach Japan der. Das Ergebnis: Jupp und Sepp erspielten im Turnier zwei gegen zwei den Vize-WM-Titel. Und Roboter Max, ihr großer Bruder, holte in der Disziplin „Elf-Meter-Schießen“ Gold.

Dr. Sven Behnke vom Institut für Informatik der Albert-Ludwigs-Universität und sein Team haben die Roboter konstruiert. Der nächste RoboCup findet im Juni in Bremen statt. Dort werden sich die Freiburger mit über 20 Roboter-Teams aus aller Welt messen.

Das ZDF als Medienpartner des Wettbewerbs wird die neueste High-Tech-Generation der Freiburger in der Halbzeitpause des Fußball-Länderspiels Deutschland – USA im Dortmunder Westfalenstadion vorstellen: einen 1 m hohen und 5 kg schweren humanoiden Roboter mit 21 beweglichen Gelenken. Der Freiburger Kicker-Robo hat nur ein einziges Defizit: er hat noch keinen Namen!

Während sich die Taufpaten aus dem Freiburger Robotik--Institut der Fakultät für Angewandte Wissenschaften bei den früheren Generationen am Wunder von Bern orientiert hatten (Toni, Fritz, Jupp, Sepp und Max sind schon vergeben), kann der Name für den WM-Robo-Kicker frei gewählt werden. Das ZDF möchte nämlich morgen abend seine Zuschauer auffordern, per Post oder Internet abzustimmen und Namensvorschläge zu einzureichen.

Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg möchte natürlich auch hier gerne mit von der Partie sein und bittet daher alle Freiburger Zuschauer und Freunde der Universität, dem zukünftigen WM-Star ihren Namen zu geben: „Albert-Ludwig“.

Einsendungen sollten an das ZDF, Kennwort Robocup 2006, 55111 Mainz gehen. Oder Sie votieren im Internet unter: http://www.sport.zdf.de/

Foto des WM-Robo-Kickers


Weitere Infos

Die Roboter Jupp und Sepp sind 60 cm groß. 19 Motoren sorgen für die nötige Bewegungsfreiheit, eine Kamera ersetzt die Augen. Als Gehirn ist ein Computer eingebaut. Jupp und Sepp sind zwar noch etwas wacklig auf den Beinen und schaffen höchstens 900 Meter in der Stunde, aber dank ihrer Programmierung wissen sie: Das Runde muss ins Eckige. Den Rest erledigen die Roboter alleine. Fernsteuerungen oder andere Eingriffe von außen sind verboten. Auch einen Schiedsrichter gibt es, denn beim Roboter-Fußball gelten viele der FIFA-Regeln. „Man könnte den Robotern einprogrammieren, die Gegner umzuhauen“, erklärt Behnke. „Aber das wird bestraft.“ Trotz ihrer Erfolge könnten Jupp und Sepp aber schon bald zum alten Eisen gehören. Denn wo Jürgen Klinsmann jahrelange Nachwuchsarbeit betreiben muss, bauen die Freiburger einfach neue, noch bessere Roboter. Beim RoboCup in Bremen wird daher schon die nächste Spielergeneration antreten.
Natürlich möchte Behnke gerne Fußball-Weltmeister werden. In erster Linie geht es ihm aber darum, Künstliche Intelligenz zu erforschen und die menschliche Intelligenz besser zu verstehen: „Man baut künstliche Systeme, die Dinge tun, bei denen man beim Menschen Intelligenz vermutet.“ Das sei das gleiche Prinzip wie bei Schach-Computern. Die Probleme, die die Forscher lösen müssen, sind aber andere. Beim Schach gibt es einen zentralen Rechner, der alle Bewegungen steuert. Die Kicker haben es schwerer: „Jeder Roboter auf dem Spielfeld muss selbst die Welt wahrnehmen und selbst Entscheidungen treffen. Man hat keinen zentralen Computer, der alles koordiniert“, sagt Behnke. Zum Beispiel müsse jeder Spieler erkennen, ob ein Teamkamerad näher am Ball stehe. Sonst würden alle loslaufen und Rangeleien auf dem Spielfeld wären programmiert.

Ein weiteres Ziel ist es, Roboter flexibler zu machen. Bis jetzt arbeiten sie zum Beispiel in der Autoindustrie, „sehr präzise und sehr produktiv“, wie Behnke findet, „aber mit wenig Intelligenz.“ Das soll sich ändern. Schon heute ist in Anti-Blockier-Systemen oder Nachtsichtgeräten Künstliche Intelligenz versteckt. Erste Rasenmäher oder Staubsauer erledigen ihre Arbeit alleine. Für die meisten Tätigkeiten sind die Roboter aber noch nicht intelligent genug. Die Freiburger Forscher wollen ihnen auf die Sprünge helfen, damit sie sich zum Beispiel im Haushalt besser zurechtfinden: „Natürlich hätte man gerne einen Roboter, der die Spülmaschine einräumt“, meint Behnke. Technisch wäre sogar noch sehr viel mehr möglich, erklärt er. Allerdings kämen dann Ethik und religiöse Einstellung ins Spiel. So gebe es bereits mit Intelligenz ausgestattete Kameras, die direkt mit dem Gehirn verbunden werden, oder künstliche Gehörschnecken fürs Innenohr, aber „da ist man schon sehr nah am Gehirn. Wie weit man dabei gehen möchte, muss sicherlich diskutiert werden.“
Im ethisch unkomplizierten Roboterfußball jedenfalls ist das Ziel klar: Im Jahr 2050 soll ein Roboter-Team den dann amtierenden FIFA-Weltmeister schlagen. Für den Moment hofft Behnke, dass die deutschen Mannschaften in Weltmeisterschaft und RoboCup vorne mitspielen werden: „Das hoffe ich natürlich auch für unsere Nationalmannschaft. Aber ich fürchte, dass die Roboter besser abschneiden werden.“
Peter Wieczorek

Weitere Informationen: http://www.humanoidsoccer.org/

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