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Strahlen für das Leben

1. Langendorff-Kongress an der Klinik für Strahlenheilkunde

Freiburg, 24.04.2006

Die Strahlentherapie ist neben der Tumorchirurgie und der Chemotherapie eine der drei Säulen der konventionellen Krebstherapie. Die radioonkologischen Verfahren kommen heute bei 60 Prozent der krebskranken Patienten zum Einsatz und sind bei etwa 50 Prozent aller Heilungen beteiligt. In rund zwölf Prozent der Fälle reicht eine Strahlenbehandlung sogar allein zur Heilung aus. In der Klinik für Strahlenheilkunde des Freiburger Universitätsklinikums werden mehr als 2.800 neue Patienten pro Jahr therapiert. Die strahlenthera-peutischen Eingriffe sind heute meistens nebenwirkungsarm. Eine Möglichkeit, Tumorpatienten noch wirkungsvoller und noch schonender zu behandeln besteht in der Anwendung einer so genannten Hochpräzisionsstrahlentherapie. Dafür stehen an der neuen Klinik für Strahlenheilkunde mondernste Bestrahlungsgeräte zur Verfügung.

Vom 27. bis 29. April findet am Freiburger Universitätsklinikum, Hörsaal der HNO-Klinik in der Killianstrasse, der erste „Langendorff-Kongress für Klinische und Experimentelle Strahlenbiologische Forschung“ statt.

Die Zukunft der Strahlentherapie liegt nicht nur in der Verbesserung der Gerätetechnik, sondern auch in der Umsetzung von molekularbiologischen, zellbiologischen und strahlenbiologischen Erkenntnissen. Diesen Fragestellungen widmet sich der jetzt stattfindende Langendorff-Kongress. Hauptangriffspunkt ionisierender Strahlen ist das Erbgut der Zellen, die DNA. Tumorzellen können die strahleninduzierten DNA-Schäden nicht so gut wie intakte Zellen reparieren und sterben daher eher ab. Um insbesondere bei sehr aggressiven Tumoren die Wirksamkeit weiter verbessern zu können, wird gegenwärtig die Kombination ionisierender Strahlung mit modernen biologischen Substanzen, die in den Stoffwechsel der Tumorzelle eingreifen, erforscht. Im Mittelpunkt des Kongresses stehen daher mögliche Zielstrukturen der Tumorzellen, die in Form von “molekular zielgerichteten Therapien” im Rahmen einer Kombinationstherapie mit angegriffen werden können. Dabei werden nicht nur Moleküle und Signalwege betrachtet, die innerhalb der Tumorzellen besonders aktiv sind, sondern auch Strukturen des Tumorbettes. Dazu gehören vor allem die den Tumor versorgenden Blutgefäße. Untergang der versorgenden Blutgefäße gilt als ein wesentliches Ziel der modernen Tumorbehandlung.
In wieweit dies durch Strahlentherapie oder Kombination mit modernen “anti-angiogenen” Substanzen erreicht werden kann, ist ein weiteres zentrales Thema des Kongresses.

Im Verlaufe des Kongresses wird Frau Prof. Uma Devi vom Jawaharlal Nehru Cancer Hospital and Research Centre aus Bhopal, Indien, die “Hans Langendorff Medaille” verliehen. Hanns Langendorff war von 1936 bis 1973 Direktor des Radiologischen Institutes an der Universität Freiburg und das 20-jährige Bestehen der Hanns Langendorff Stiftung ist Anlass für den jetzt stattfindenden Kongress. Eine weitere Ehrung wird Herrn Prof. em. Karl Musshoff, einem Nestor der Freiburger Krebsmedizin zuteil. Karl Musshoff feierte im letzten Jahr seinen 95. Geburtstag. Er gilt als Begründer der modernen Strahlenbehandlung von Lymphdrüsenkrebs in Deutschland.

Weitere Informationen im Internet auf der Kongress-Homepage unter www.radiotherapy.uniklinik-freiburg.de.

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. h.c. Herrmann Frommhold
Ärztlicher Direktor der Klinik für Strahlenheilkunde
Tel. 0761 / 270-9461
eMail frommhol@mst1.ukl.uni-freiburg.de


Prof. Dr. Gabriele Niedermann
Klinik für Strahlenheilkunde
Sektion für Klinische und Experimentelle Forschung
Tel. 0761 / 270-9514
eMail gabriele.niedermann@uniklinik-freiburg.de


Dr. Felix Heinemann
Klinik für Strahlenheilkunde
Tel. 0761 / 270-9455 / 3855
eMail heineman@mst1.ukl.uni-freiburg.de