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Lebensbedrohliche Infektionen durch Keime, die häufig in Haushaltsgeräten zur Herstellung von Sodawasser (z.B. Soda-Club, Wasser-Maxx, Soda-Maxx) gefunden wurden

Freiburg, 17.05.2006

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Mainz veröffentlichte kürzlich eine sehr sorgfältige Untersuchung von Haushaltsgeräten, die zur Herstellung von Sodawasser benützt werden. 39% der Geräte waren mit Darmkeimen kontaminiert, 12% mit Pseudomonas aeruginosa, einem Keim, der vor allem bei abwehrgeschwächten Patienten zu lebensbedrohlichen Infektionen führen kann und 6% waren mit Fäkalstreptokokken verunreinigt.

Wir untersuchten kürzlich 60 dieser Geräte, hauptsächlich Soda-Club, Wasser-Maxx, Soda-Maxx und Soda-Stream und fanden 24 x Keimzahlen weit über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung und 39 x Keimzahlen weit über dem Grenzwert der Mineral- und Tafelwasserverordnung. Die Grenzwerte der Trinkwasser- bzw. Mineral- und Tafelwasserverordnung wurden teilweise bis zu 34.000-fach überschritten. 10 x lagen die Gesamtkeimzahlen über 1 Million pro Liter, die höchste Gesamtkeimzahl betrug 6,9 Millionen Keime pro Liter. Die am häufigsten isolierten Mikroorganismen waren Sprosspilze, Schimmelpilze, Corynebakterien, aerobe Sporenbildner, 2 x wurden Darmkeime isoliert.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Keime, die wir häufig aus den 60 Geräten isolieren konnten, bei extrem abwehrgeschwächten Patienten lebensbedrohliche Infektionen hervorrufen können.


Die massive Verunreinigung der Geräte hat vor allem folgende Gründe:

- Anwender beachten die Reinigungshinweise der Hersteller unzureichend. Die Tatsache allerdings, dass die Hersteller ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Wasserflaschen nicht in eine Geschirrspülmaschine, sondern nur mit lauwarmem Wasser gereinigt werden dürfen, fördert die Kontaminationshäufigkeit, da lauwarmes Wasser Biofilmbildung an der Innenseite der Wasserflaschen und der Verschlusskappe nicht verhindert. Keime vermehren sich vor allem in den Biofilmen.

- Die Geräte sind jedoch so konstruiert, dass sie auch bei Beachtung der Reinigungshinweise der Hersteller nicht dauerhaft keimfrei bzw. keimarm gehalten werden können, weil Teile der Geräte, die mit Wasser in Berührung kommen, überhaupt nicht gereinigt werden können und somit Biofilmbildung und Schimmelpilzbewuchs praktisch unvermeidbar wird.



Ärztlicher Direktor
Prof. Dr. med. Franz Daschner
Hugstetter Str. 55
D –79106 Freiburg
www.iuk-freiburg.de
franz.daschner@uniklinik-freiburg.de


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