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Dies Universitatis: Albert-Ludwigs-Universität ehrt herausragende Persönlichkeiten

Sperrfrist 21.06.2006, 19 Uhr

Freiburg, 21.06.2006

Rektor Jäger gibt einen Einblick in die aktuelle Entwicklung der Universität Freiburg



Im Rahmen des diesjährigen Dies Universitatis der Albert-Ludwigs-Universität am heutigen Mittwoch, den 21. Juni 2006, hat der Rektor der Universität, Professor Dr. Wolfgang Jäger, herausragende Persönlichkeiten mit der Ehrensenatorwürde, der Universitätsmedaille, dem Frauenförderpreis und dem DaimlerChrysler Financial Services-Preis 2005 ausgezeichnet.

Mit der höchsten Auszeichnung der Universität, der Verleihung der Würde eines Ehrensenators, ehrt die Universität Freiburg in diesem Jahr den Vorsitzenden des Verbands der koreanischen Industrie, Dr. Shin Ho Kang, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Pfizer Deutschland, Walter Köbele, sowie den Ehrenpräsidenten der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein, Eugen Martin.

Mit der Universitätsmedaille wurde Professor Dr. Heribert Smolinsky, Präfekt der Universitätskirche, ausgezeichnet.

Der Rektor der Universität verlieh bei der Veranstaltung außerdem den Frauenförderpreis 2005 der Albert-Ludwigs-Universität. Auf Anregung der ständigen Senatskommission zur Förderung von Wissenschaftlerinnen und Studentinnen hat der Senat im September 2005 beschlossen, den Frauenförderpreis in „Bertha-Ottenstein-Preis“ umzubenennen. Bertha Ottenstein war die erste Frau, die sich in Freiburg und Deutschland im Fach Dermatologie im Jahr 1931 habilitiert hat. Sie musste Freiburg auf Grund ihrer jüdischen Abstammung 1933 verlassen. Im Jahr 1951 wurde ihr als Zeichen der Wiedergutmachung eine außerplanmäßige Professur an der Hautklinik der Universität Freiburg zuerkannt, die 1956 in eine planmäßige Professur umgewandelt wurde. Die Universität möchte mit der Benennung des Preises einer bedeutenden Freiburger Wissenschaftlerin gedenken. Der „Bertha-Ottenstein-Preis“ ist mit 5000 Euro dotiert. Mit der Auszeichnung wird in diesem Jahr Dr. Tamara Bechtold, Institut für Mikrosystemtechnik, geehrt.

Im Rahmen des Dies Universitatis wurde der DaimlerChrysler Services-Preis 2005 an Dr. Marcus Obrecht, Seminar für Wissenschaftliche Politik, für seine Dissertation „Niedergang der Parlamente? Transnationale Politik im Deutschen Bundestag und der Assemblée nationale“ verliehen. Der Preis wurde überreicht durch den früheren Vorstandsvorsitzenden von DaimlerChrysler Services AG und ehemaligem Vorstandsmitglied von DaimlerChrysler, Ehrensenator Dr. Klaus Mangold. Der mit 10.000 Euro dotierte DaimlerChrysler Services-Preis wird jährlich zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeit im Bereich der deutsch-französischen Beziehungen vergeben.

Der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität nutzte den Festakt zu einer hochschulpolitischen Analyse und gab einen Einblick in aktuelle Entwicklungen an der Universität Freiburg. Rektor Jäger wies darauf hin, dass auch im vergangenen Jahr zahlreiche Wissenschaftler der Universität mit hoch dotierten Preisen geehrt wurden. Preise dienten jedoch nicht nur der Gewinnung zusätzlicher Ressourcen und der Anerkennung der Exzellenz der Wissenschaftler, sondern seien auch ein wichtiges Instrument des „Reaching out“, der Öffnung der Universität in Wirtschaft und Gesellschaft. Ein weiterer Indikator für die Leistung einer Universität und ihrer Fächer seien unabhängige Rankings, so der Rektor. Nach der neuesten veröffentlichten Ranking-Studie des renommierten Zentrums für Hochschulentwicklung sei die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wieder auf den vorderen Rängen vertreten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Rede war die Exzellenzinitiative. Die Universitäten sähen sich zum ersten Mal mit einer scharfen und direkten Wettbewerbssituation konfrontiert, die zu einer deutlichen Differenzierung der Hochschullandschaft beitragen werde. Die Universität Freiburg habe die erste Hürde mit Bravour gemeistert, so der Rektor. Mit der Bewilligung von insgesamt vier Anträgen: Zwei Graduiertenschulen, einem Exzellenzcluster und dem Zukunftskonzept nehme Freiburg eine Spitzenposition in Baden-Württemberg ein. „Wir haben uns dabei ganz bewusst auf unsere Stärken als klassische Volluniversität moderner Prägung konzentriert." Rektor Jäger sieht die Exzellenzinitiative als Chance für eine perspektivische Fortentwicklung der Universität als Gesamtheit, nicht als Ansammlung von isolierten Fächern. Er ist überzeugt davon, dass Spitzenforschung - begründet auf dem Fundament einer soliden disziplinären Grundausbildung - nur im Zusammenspiel der Disziplinen gelingen könne. Mit dem Konzept für die dritte Förderlinie des Exzellenzwettbewerbs habe sich die Universität das Ziel gesetzt, ihre Position in der internationalen Spitzengruppe der anerkannten Forschungsuniversitäten in den kommenden Jahren weiter deutlich zu verbessern. Rektor Jäger will Bedingungen schaffen, um die weltweit besten Wissenschaftler als Forscher und Lehrer zu berufen. Zugleich steigere sich dadurch die Attraktivität der Universität Freiburg für die leistungsstärksten Studierenden und Graduierten aus aller Welt. Die Universität wolle Forschungsfreiräume schaffen, in denen Wissenschaftler ihre Kreativität und Leistung vor Ort entfalten können, um sich dauerhaft in der Weltspitze der Forschung zu platzieren. „Wir wollen eine Neue Universitas durch die Kommunikation zwischen den Disziplinen fördern und so die einmalige Chance einer klassischen Universität nutzen, um an den Rändern und Schnittstellen der Disziplinen Innovationspotenzial zu erschließen“, so Rektor Jäger.

Vor einer Woche fand die Begutachtung des Zukunftskonzepts durch den Wissenschaftsrat statt. Rektor Jäger: „Mit dem Verlauf können wir sehr zufrieden sein.“ Die Solidarität aller Beteiligten und die Geschlossenheit des Auftritts zeichne die Corporate Identity der Universität aus. Noch seien aber nicht alle Hürden genommen, die Begutachtung der beantragten Graduiertenschulen und des Exzellenzclusters stehe noch bevor, erklärte der Rektor. Die Vorbereitungen für die Antragstellung in der zweiten Runde liefen bereits auf Hochtouren. Unabhängig von dem Ergebnis werde aber bereits jetzt schon deutlich, dass die Debatte um die Exzellenzinitiative die Wahrnehmung der Universität Freiburg in der Öffentlichkeit, auf nationaler aber auch auf internationaler Ebene als Spitzenuniversität weiter gestärkt habe.

Mit dem Hinweis auf das Jubiläum 2007 betonte Rektor Jäger die enge Verbundenheit zwischen Stadt und Universität. Diesen Gedanken habe die Universität auch mit dem Motto des 550jährigen Bestehens der Universität: „Freiburg, wir sind die Universität“ aufgegriffen. Die 550-Jahr-Feier solle ein weithin sichtbares Aufbruchsignal geben für einen weiteren Modernisierungsschub der Albert-Ludwigs-Universität.

Den Festvortrag hielt Professor Dr. Peter Jonas, Physiologisches Institut, Träger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises 2006, zum Thema „Kommunikation in neuronalen Netzwerken“.

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