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Wofür werden die Studiengebühren an der Albert-Ludwigs Universität Freiburg eingesetzt?

Verteilung ist beschlossen

Freiburg, 20.04.2007

Mehr als 19.000 Studierende haben sich im Sommersemester 2007 an der Universität Freiburg eingeschrieben. Davon sind etwa 5.000 von den Gebühren befreit, beispielsweise Studierende im Praxissemester, Austauschstudierende, Studierende, die selbst Kinder betreuen, aus kinderreichen Familien stammen oder behinderte Studierende. Wofür verwendet die Alma Mater die Studiengebühren?

„Da das Landeshochschulgebührengesetz regelt, dass die Universität die Gebühren im „Benehmen“, also nach Anhörung der Studierenden verwenden soll, hat sie den Zwölferrat ins Leben gerufen,“ erklärt Dr. Karl-Reinhard Volz, Prorektor für Angelegenheiten der Studierenden und des Studiums. Der Rat besteht aus jeweils einem studentischen Vertreter der elf Fakultäten und einem AStA-Mitglied. Die zwölf Studierenden trafen sich vier Mal mit Mitgliedern und Mitarbeitern der Universitätsleitung unter Vorsitz von Prorektor Volz. Die Studierenden bewerteten das Modell trotz gelegentlicher Kommunikationsprobleme sehr positiv. An anderen Universitäten wie zum Beispiel in Heidelberg seien die Studierenden weniger mit einbezogen worden. Die Vertreter besprachen in den Sitzungen einen einjährigen Plan, der bestimmt, wofür die Gebühren verwendet werden sollen. Mittlerweile ist der Anhörungsprozess beendet und die Planung vom Rektorat beschlossen worden.

Der Beschluss sieht vor, dass circa neun Millionen Euro den Fakultäten zufließen. Wofür diese ihren Anteil ausgeben, haben die jeweiligen Dekanate wiederum im Benehmen mit den Studienkommissionen, die aus Studierenden, Professoren und Assistenten bestehen, entschieden. Damit verdoppeln sich die Mittel, die den Fakultäten für Studium und Lehre zur Verfügung stehen. Der größte Anteil fließt in die Intensivierung der Betreuung der Studierenden durch zusätzliche Tutoren und mehr Lehrpersonal. Zum Beispiel bedeutet das für die Biologen unter anderem bessere Exkursions- und Kursbetreuung, während die Juristen sich mehr Arbeitsplätze für Studierende und eine größere Zahl von Korrekturassistenten wünschen. Aber auch die Verbesserungen der studienbegleitenden Beratung sowie der Ausbau und die Modernisierung von Praktika in den experimentellen Fächern spielen eine wichtige Rolle.

In diesen neun Millionen für die Fakultäten sind eine Million Euro für einen Investitionsfonds Lehre“ und 500.000 Euro für einen „Fonds für innovative Lehrprojekte“ enthalten. Dieser Fonds kam auf Anregung des Zwölferrates zustande.

Die verbleibenden 3,9 Millionen Euro sind für so genannte „gesamtuniversitäre Ausgaben“ vorgesehen, die die Fakultäten indirekt betreffen. Geplant sind unter anderem zusätzliche Lehrbücher für die Universitätsbibliothek oder die Verbesserung der Betreuung ausländischer Studierender im International Office. Der Planung des Rektorats hat der Zwölferrat eigene Vorschläge hinzugefügt. Als Hauptkritikpunkt äußerten die Studierenden, dass ein großer Teil der Studiengebühren bereits vor den Sitzungen verplant worden sei. Als problematisch eingestuft wurden vor allem Projekte wie zum Beispiel für das Career Center oder das Zentrum für Schlüsselqualifikationen, da  diese Einrichtungen vom Land bis Ende 2006 nur Anschubfinanzierungen erhalten haben.

Eine Konsequenz der Gebühren ist, dass manche Studierende einen Kredit aufnehmen müssen. Bisher waren es nur 350, die einen Antrag bei der Landesbank gestellt haben. Dafür muss die Universität von eigenen Haushaltsgeldern einen Gebühren-Ausfall-Fonds für nicht zurückgezahlte Kredite einrichten.

Nach dem Boykott und sechsmonatigem Dialog hat sich die Lage zwischen dem Rektorat und den Studierenden beruhigt. „Die Zusammenarbeit ist gut und konstruktiv“, so Volz. „Das Modell wird auch in Zukunft so weiterlaufen. Allerdings wollen wir die Erfahrungen aus der ersten Verteilungsrunde zusätzlich berücksichtigen.“     

Mehr zum Thema: Studiengebühren mit der Stellungnahme des Zwölferrates und des Rektorats unter:

http://www.studium.uni-freiburg.de/de/studiengebuehren/verwendung.html/
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