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Hohe Auszeichnung für Freiburger Medizinhistoriker

Freiburg, 12.12.2007

Die Israeli Pediatric Association hat Professor Dr. Eduard Seidler, Vorsitzender der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), auf ihrer diesjährigen Jahrestagung in Tel Aviv zu ihrem Ehrenmitglied ernannt. Seit 1995 forscht der emeritierte Freiburger Medizinhistoriker und Pädiater im Auftrag der DGKJ über die Entrechtung, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Kinderärztinnen und –ärzte zwischen 1933 und 1945. Die israelische Fachgesellschaft vergab erstmals eine solche Auszeichnung und würdigte damit auch die Tatsache, dass es sich die deutschen Kinderärzte früh zur Aufgabe gemacht haben, die Schicksale ihrer über 750 betroffenen jüdischen Kolleginnen und Kollegen aufzuklären.

Das umfangreiche Quellenmaterial über die Schicksale von über 700 Ärztinnen und Ärzten wurde in Einzelbiographien von Professor Seidler aufbereitet. Die Abschlußpublikation ist in diesem Jahr in einer überarbeiteten Fassung unter dem Titel:  „Jüdische Kinderärzte 1933-1945. Entrechtet, Geflohen, Ermordet“ erscheinen.

Eduard Seidler, 1929 in Mannheim geboren,  studierte Medizin in Mainz, Paris und Heidelberg. In Heidelberg wendete er sich dann der Geschichte der Medizin zu. Das hierzu notwendige methodische Rüstzeug erwarb er sich durch ein Begleitstudium der Geschichte. In Paris erarbeitete er dann eine maßgebliche Studie über die Heilkunde des ausgehenden Mittelalters, mit der er sich 1965 für das Fach Geschichte der Medizin habilitierte. 1967 erfolgte der Ruf auf den Lehrstuhl für Geschichte der Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Das Freiburger Institut, dem er bis 1994 als Direktor vorstand, entwickelte Eduard Seidler zu einem modernen und gut ausgestatteten Ort medizinhistorischer Forschung und Lehre.

Die besondere Verbundenheit mit der Universität und der Stadt Freiburg zeigt sich auch in seinen Publikationen: Seine 1991 erschienene „Geschichte der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg“ ist zum Standardwerk geworden. Die von Professor Seidler und Professor Karl-Heinz Leven kürzlich fertig gestellte  überarbeitete Fassung  ist ab Januar 2008 im Buchhandel erhältlich.

Kontakt:

Prof. Dr. Karl-Heinz Leven

Institut für Ethik und Geschichte der Medizin

Tel. 0761/ 203-5035

E-Mail: leven@uni-freiburg.de


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