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19 Jahre konnte Mona Sayed ihren Mund nicht öffnen

Operation in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eröffnet Mona Perspektiven wie es acht vorausgegangene Operationen nicht vermochten

Freiburg, 14.12.2007

Fast ihr ganzes Leben lang konnte sich Mona Sayed nur müsam ernähren. Bis vor zehn Tagen konnte die junge Frau ihren Mund nicht weiter als 17 Millimeter öffnen. Vermutlich war ein Sturz in ihrem ersten Lebensjahr Ursache für die extreme Fehlstellung ihres Kiefers. Der Unterkiefer stellte bei dem Kind das Wachstum ein, hinzu kam eine Verknöcherung der Kiefergelenke. Zu der Verknöcherung beigetragen haben sicherlich die insgesamt acht Operationen, die letzte im Jahr 1999, die alle ohne anhaltenden Erfolg blieben.

Der letzte amerikanische Arzt, der Mona in Ägypten untersucht hat, war der Meinung, dass es keine Hilfe mehr für sie gäbe. Sie könne sich die Reise nach Deutschland sparen. Mona, inzwischen 19-jährige Studentin, hat sich dennoch gemeinsam mit ihrem Vater auf den Weg nach Freiburg gemacht.

Ein Landsmann von Mona Sayed, Samir Swailem, der seit seiner Studienzeit in Freiburg lebt und hier ein erfolgreiches Handelsunternehmen gegründet hat, hatte auf einen Hilferuf der bekannten ägyptischen Schriftstellerin Hosn Shah in der Zeitung Al Akhbar reagiert. Er erklärte sich zur Kostenübernahme für Anreise, Aufenthalt und einer eventuellen Operation in Deutschland bereit und nahm gemeinsam mit seinem Freund Alexander Heisler Kontakt mit dem Ärztlichen Direktor der Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Freiburg, Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen auf.

Mona und ihr Vater kamen am 1. Dezember in Freiburg an, am 6. Dezember wurde sie operiert. Die komplizierte Operation dauerte siebeneinhalb Stunden. Mona trainiert ihren Kiefer fleißig und kann ihren Mund heute bis zu fünf Zentimeter weit öffnen.

Der Ägyptische Generalkonsul Mahmoud El Dieeb besucht die junge Frau im Klinikum in Anwesenheit der Presse:

Besuch bei der Patientin Mona Sayed
am Montag, den 17. Dezember 2007, um 12 Uhr
in der Zahnklinik, Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
6. Stockwerk, Hugstetter Straße 55 in Freiburg


Dort wird die Patientin gemeinsam mit dem Generalkonsul Mahmoud El Dieeb, Samir Swailem, Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen und Alexander Heisler den Vertretern der Presse ihre Geschichte erzählen.

Prof. Schmelzeisen hat Mona ohne Honorar operiert. Bei dem komplizierten Eingriff nutzte der Chirurg die hochtechnisierte Ausstattung seines OP-Saales, die eine computergetütze Navigation ermöglicht sowie das Monitoring des Gesichtsnervs während der laufenden Operation, um zu verhindern, dass dieser geschädigt wird und zu einer Gesichtslähmung führt. In etwa einem halben Jahr werden in einer weiteren Operation die Kiefergelenke der jungen Frau rekonstruiert und ihr Unterkiefer nach vorne verlagert.

Samir Swailem sieht seine Unterstützung als Weihnachtsgeschenk für sein Land. Mona kehrt voraussichtlich noch vor Weihnachten nach Hause zurück. Nun muss sie sich nicht mehr hinter vorgehaltener Hand verstecken, wenn sie zu sprechen versucht und wird sicherlich bald wieder lachen lernen.

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