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Eröffnung des Akademischen Jahres 2008

Die Fenster für eine erfolgreiche Zukunft der Universität Freiburg sind weit geöffnet

Freiburg, 24.10.2008

Der Rektor der Albert-Ludwigs-Universität, Professor Dr. Hans-Jochen Schiewer, begann anlässlich der feierlichen Eröffnung des Akademischen Jahres 2008/09 im Auditorium Maximum am 24. Oktober 2008 mit einer kurzen Rückschau auf den vor einem Jahr gefeierten Erfolg in der Exzellenzinitiative. „Dieses Datum markiert nicht nur eine historische Zäsur für unsere Universität; es steht zugleich für eine einschneidende Veränderung unseres Universitätssystems“, sagte Rektor Schiewer. Erstmals seien so genannte „Exzellenzuniversitäten“ bestimmt und privilegiert gefördert worden. Die erfolgreiche Umsetzung der Zukunftskonzepte werde diesen Universitäten Wettbewerbsvorteile verschaffen. Alle Mitglieder der Universität müssten ihr Handeln konsequent an der Frage: „Was kann ich für die Exzellenz der Universität tun?“ ausrichten, erklärte Rektor Schiewer.

Als weitere Konsequenz betonte der Rektor, dass nicht nur die Universität ihre Chance wahrnehmen müsse. Auch die Politik müsse sich ohne Wenn und Aber hinter diesen Prozess stellen und seine Nachhaltigkeit sichern. „Dass wir heute mit Optimismus und großer Zuversicht das Akademische Jahr 2008/09 eröffnen können, beruht auf dem großartigen Erfolg der Universität unter Altrektor Jäger in der Exzellenzinitiative und der vorausschauenden Übernahme der Amtsgeschäfte unter dem damals noch designierten Rektor Voßkuhle.“ Das „Wir“ betone er aus voller Überzeugung und Dankbarkeit. Prorektorin Charlotte Niemeyer, die Prorektoren Jürgen Rühe und Heiner Schanz hätten es dank ihres großartigen Einsatzes möglich gemacht, dass er als Vize-Rektor zusammen mit dem neuen Kanzler Matthias Schenek die Universität auf Kurs habe halten können. Probezeiten habe es nicht gegeben. „Einen Vorteil haben wir jetzt allerdings: Ich weiß genau, mit welchem Team ich die neue offizielle Amtszeit des Rektorats ab Januar beginnen möchte“, so der Rektor. Er werde dem Senat die Prorektorin, die beiden Prorektoren und einen weiteren Prorektor für Forschung als neues „altes“ Rektoratsteam vorschlagen.

Der Rektor ging in seiner Einführungsrede auf die grundlegenden Veränderungen in der Lehre ein. Es gehöre inzwischen zum guten Ton, den Bologna-Prozess als gescheitert anzusehen und für die Bildungs- und Mobilitätsmisere an den Universitäten verantwortlich zu machen. „Wer so spricht und denkt, handelt unverantwortlich“, sagte Rektor Schiewer. Es gäbe keinen vernünftigen Grund, ein Lehrmodell bestehend aus Bachelor und Master grundsätzlich für schlechter anzusehen als Magister und Diplom. Das Problem bestehe darin, dass „wir nicht intensiv genug nachgedacht haben, wie dieses neue Modell funktionieren kann.“ Die entscheidende Frage sei die nach dem Bildungsziel. „Meine Befürchtung ist, dass es nur noch um Ausbildungsziele, aber nicht mehr um Bildungsziele geht.“ Es könne nicht angehen, dass Universitäten auf Tagesbedürfnisse reagierten. Gerade die Forschung, die keinen kurzfristigen Nutzen versprechen könne und die daraus folgende Lehre, erwiesen sich auf lange Sicht häufig als wichtig. Universitäre Lehre habe einen Bildungsauftrag, der auf die gesamte Persönlichkeit ziele. „Universitäten sind Ausbildungsstätten einer demokratischen gesellschaftlichen Elite und keine Durchlauferhitzer für glanzlose Ausbildungsstatistiken“, so der Rektor. Sie seien Freiräume zur Schärfung der Intellektualität und der Systematik des Denkens. „Ich bin allerdings überzeugt, dass diese Forderung nicht an Bologna scheitert, sondern allenfalls an den Studienbedingungen und den verordneten Bildungsformaten, die auch Bildungsstandards genannt werden.“

Als wichtige Aufgabe definierte der Rektor die Fähigkeit der Universität, ihre Rolle in der Gesellschaft selbst aktiv mit zu definieren und sich nicht auf politische Vorgaben zu verlassen. „Es ist nötig Denken zu erlernen, das sich nicht nur auf das Tagesgeschäft reduziert.“ Genau dafür seien Universitäten da: Als Rahmen für die zentral wichtige Freiheit und Unabhängigkeit des Denkens, Lehrens und Lernens. „Dazu bekennt sich das künftige Rektorat und damit wird es uns gelingen, die ‚Windows for Research’, unsere Fenster für eine erfolgreiche Zukunft der Albert-Ludwigs-Universität weit zu öffnen“, schloss der Rektor der Universität.

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