„Universität Freiburg wird auch unter politisch schwierigen Rahmenbedingungen zum europäisch-islamischen Dialog beitragen“
Ehemaliger iranischer Staatspräsident Dr. Mohammad Khatami sprach in der Universität Freiburg - einzige Universität Deutschlands mit aktiver Universitätspartnerschaft mit einer iranischen Universität
Freiburg, 28.10.2008
Der ehemalige iranische Staatspräsident und bekannte
Reformpolitiker Dr. h.c. Mohammad Khatami konnte für einen Vortrag in der Reihe „Interkultureller
Dialog“, die das Colloquium politicum der Universität zusammen mit der Stadt Freiburg, dem Orientalischen
Seminar, dem Carl-Schurz-Haus e.V., dem Arnold-Bergstraesser-Institut e.V. und
dem „Global Studies Program“ durchführt, am 28. Oktober 2008 um 20.15 Uhr im Auditorium Maximum der Universität
Freiburg, gewonnen werden.
Professor Dr. Hans-Jochen Schiewer,
Rektor der Universität Freiburg, begrüßte Dr. Mohammad Khatami zu Beginn seines Vortrags „Dialoge zwischen der Islamischen und der Westlichen Welt: Möglichkeiten
und Hindernisse“.
Schiewer betonte dabei, dass es zur
Rolle einer Universität wie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gehöre, „auch
unter politisch schwierigen Rahmenbedingungen
wissenschaftlich-zwischengesellschaftliche Kontakte zu ermöglichen und so zum
europäisch-islamischen Dialog beizutragen.“
Schiewer lobte die Arbeit des Colloqium politicum der Universität Freiburg, das
sich seit langem darum bemühe, den Studierenden und der Bürgerschaft Einblicke
in Politik und Gesellschaft des Iran zu eröffnen. Er erinnerte an die
sechsteilige Vortragsreihe im Sommersemester 1998 „Iran - eine
Bestandsaufnahme“, die durch das Programm „Aspekte der iranischen Kultur“, das
in Zusammenarbeit mit dem Studium generale entstand, ergänzt wurde. Er erwähnte
den Beitrag von Dr. Johannes Reissner
von der Stiftung Wissenschaft und Politik, einer der maßgeblichen deutschen
Iran-Experten, der im Sommer dieses Jahres im Colloquium politicum über den „Iran
als Regionalmacht“ sprach.
Der Rektor dankte dem
Programmkoordinator des Colloquium politicum, Karl Hillebrand, sowie Dr. Mohammad
Salavati, dem Mitbegründer des Freiburg-Isfahan Vereins und Dr. Sadegh Tabatabai, die zu einem
großen Teil dazu beitrugen, dass Dr. Khatami für diese Veranstaltung gewonnen
werden konnte.
In seiner Rede betonte der Rektor, dass die Universität Freiburg die einzige
Universität Deutschlands sei, die eine aktive Universitätspartnerschaft mit
einer iranischen Universität führe: „Im Jahr 2003 wurde vom damaligen Rektor,
Professor Dr. Wolfgang Jäger, eine Universitätspartnerschaft mit der
Universität Isfahan initiiert, die fortan intensiv gepflegt und mit Leben
gefüllt wurde“. Prof. Schiewer sicherte zu, sich für den weiteren Ausbau zu
engagieren. Er thematisierte zudem die Städtepartnerschaft zwischen Isfahan und
Freiburg. „Stadt und Universität arbeiten auch bei der Pflege und dem Ausbau
der Partnerschaft eng zusammen.“ Beispielhaft dafür sei der Besuch des
Vizerektors der Universität Isfahan anlässlich des 550-jährigen Bestehens der
Universität im vergangenen Jahr. Ein Gegenbesuch anlässlich des 300-jährigen Bestehens
der Universität Isfahan sei für den Dezember dieses Jahres geplant.
Der Rektor machte auf die „Stiftung für den Dialog der Kulturen“ mit Hauptsitz
in Genf aufmerksam, die unter Khatamis Anleitung gegründet wurde, denn im
Dialog liege die einzige Chance, die komplexe und besorgniserregende Situation
im Nahen Osten zu entspannen. „Herr Khatami tritt in seinen Schriften
argumentativ dafür ein, dass Religion und Moderne einander nicht negieren,
sondern sich vielmehr gegenseitig brauchen. Für ihn kann die Moderne nicht
erfolgreich sein, solange sie die religiösen und spirituellen Werte
vernachlässigt. Der Religion wiederum schade es, verabsolutiert zu werden“
fasste der Rektor zusammen.