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Auf den Kopf gestellt

Filmreihe zur Neuro-Ethik startet im aka-Filmclub der Universität Freiburg

Freiburg, 17.11.2008

Schon seit einiger Zeit ist die Neurowissenschaft als Wissenschaft vom Aufbau und Funktions-weise des Nervensystems ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Bereits Hippokrates identifizierte das Gehirn als Sitz der Empfindung und Intelligenz – eine Erkenntnis, die heute als selbstverständlich empfunden wird. Durch ein immer besseres Verständnis der anatomischen Strukturen und physiologischen Vorgänge, sowie der hieraus resultierenden Möglichkeiten, auf Hirnvorgänge Einfluss zu nehmen, ergeben sich neuartige ethische Fragestellungen.
In Kooperation mit dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin beleuchtet der Akademische Filmclub an der Universität Freiburg die Spuren dieser Thematik im Film, und will sich dabei auf zwei Aspekte konzentrieren. Zum einen auf einschneidende Einschränkungen der Kommunikationsfähigkeit, wie sie in Schmetterling und Taucherglocke gezeigt werden. Der Film basiert auf der Biographie des ehemaligen Elle-Chefredakteurs Jean-Dominique Bauby, welcher durch einen Schlaganfall im Hirnstamm gelähmt wurde und daraufhin nur noch ein Auge bewegen und nur über dieses kommunizieren konnte. Im Dokumentarfilm Wie Handschuhe voll Sand – Leben mit der Krankheit ALS der Freiburger Regisseurin Reinhild Dettmer-Finke werden Patienten mit der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose portraitiert, welche – ähnlich wie Jörg Immendoff oder Stephen Hawking – an fortschreitenden und irreversiblen Lähmungen leiden, denen sich aber auch neue und positive Seiten des Lebens eröffnen. Im eindringlichen Klassiker Licht im Dunkel wird schließlich der authentische Fall eines taub-blinden Mädchens dargestellt, welches am Ende des 19. Jahrhunderts in einem Dorf in den USA aufwächst.
Der zweite Aspekt von „Neuroethik und Film“ betrifft individuelle Erinnerungen und Möglich-keiten, diese gezielt zu verändern. In Vergiss mein nicht! wird von der – bislang fiktiven – Möglichkeit Gebrauch gemacht, unliebsame Erinnerungen auszuradieren. Ein derzeit hingegen schon sehr akutes Problem ist demenzieller Gedächtnisverfall, welcher bei immer mehr älteren Menschen durch Erkrankungen wie Alzheimer auftritt. Als aufmerksames Portrait eines langjährigen Ehepaares, in welchem die Ehefrau durch Alzheimer nach und nach den Bezug zu ihrem Mann verliert, zeigt der aka-Filmclub das beeindruckende Regie-Debüt An ihrer Seite von Sarah Polley.
Zu den Filmen wird es jeweils eine Einführung bzw. anschließende Diskussion geben.
Weitere Informationen: http://www.aka-filmclub.de/?a=rh&id=123.

Termine der Vorführungen:
Di, 18.11. um 19:15 Uhr: Schmetterling und Taucherglocke (Fr. OmU)
Di, 25.11. um 19:15 Uhr: Licht im Dunkel
Di, 02.12. um 19:15 Uhr: An ihrer Seite (mit Einführung von Prof. Dr. Michael Hüll, Freiburg)
Mo, 08.12. um 19:30 Uhr: Wie Handschuhe voll Sand – Leben mit der Krankheit ALS
(Vorführung in Anwesenheit der Regisseurin im Hörsaal 1098, KG I)
Di, 09.12. um 19:30 Uhr: Vergiss mein nicht! (En. OmU)

Soweit nicht anders angegeben finden die Vorführungen im Hörsaal 2006 des Kollegiengebäudes II der Universität Freiburg statt.

Kontakt: Hinnerk Feldwisch
Tel: 0761 – 155 72 75
E-Mail: feldwisch@aka-filmclub.de
Internet: www.aka-filmclub.de

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