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Bundesverdienstkreuz für berufliche Leistung und großes humanes Engagement

Sperrfrist 15.30 Uhr!!

Freiburg, 26.03.2009

Bundesverdienstkreuz für berufliche Leistung und großes humanes Engagement

Prof. Dr. Hartmut Neumann.

Für sein Engagement bei der Erforschung und Behandlung der seltenen, erblichen Tumorerkrankung „von Hippel-Lindau“ erhielt heute der Nephrologe und Endokrinologe Professor Dr. Hartmut Neumann das Bundesverdienstkreuz am Bande. In einer Feierstunde im Universitätsklinikum Freiburg wurde ihm der Orden durch den Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, Prof. Dr. Peter Frankenberg, überreicht.

Die von Hippel-Lindau Erkrankung (VHL)  ist ein genetisch bedingtes Tumorsyndrom, das eine besondere, lebenslange Bedrohung für etwa 2.000 Betroffene in Deutschland darstellt. Zahlreiche Organe können immer wieder von den Tumoren betroffen sein. Besonders gefährlich sind die Tumoren des Zentralnervensystems, bösartige Nierentumoren und Tumoren der Nebennieren. Tumoren an der Augennetzhaut führen unbehandelt zur Erblindung. Eine medikamentöse Behandlung des VHL-Syndroms ist nicht möglich.

Seit über 20 Jahren engagiert sich Professor Neumann neben seiner klinischen Tätigkeit auch in seiner Freizeit im Kampf gegen die VHL-Erkrankung, um die Behandlung zu verbessern und den Betroffenen eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten. Dieses Engagement ist deshalb so besonders wichtig, weil in der Vergangenheit viele behandelnde Mediziner, aber auch die Erkrankten selbst, nicht ausreichend über diese extrem seltene Erkrankung informiert waren. Das mangelnde Wissen führte oft zu dramatischen Fehldiagnosen und -behandlungen und damit zu gravierenden Konsequenzen bei den Betroffenen.


In einer Pionierleistung hat Prof. Dr. Hartmut Neumann am Freiburger Universitätsklinikum über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg ein Präventiv-Projekt aufgebaut und etabliert. Unter Einbeziehung moderner molekulargenetischer Untersuchungsmethoden werden Patienten mit der VHL-Erkrankung sowie mit diesen verwandte „Risikopersonen“ im Projekt sorgfältig untersucht. Patienten, bei denen entsprechende genetische Befunde nachgewiesen sind, oder die ein lebenslanges Risiko haben, an VHL zu erkranken, werden multidisziplinär betreut und langfristig versorgt. Diese Patienten werden in ein in Deutschland einmaliges, spezielles Vorsorgeprogramm aufgenommen, um die klinische Diagnostik vorzunehmen und die einzelnen Tumoren auf höchstem medizinischem Niveau zu behandeln: Durch rechtzeitige Laserbehandlung der Netzhautveränderungen, neurochirurgische Entfernung der Gehirn- und
Rückenmarkstumoren und durch organerhaltende Operationen der oft beidseitigen Nierenkarzinome und Nebennierentumoren ist das Freiburger Universitätsklinikum mittlerweile zu der zentralen Anlaufstelle für Patienten geworden, die häufig schon im Kindesalter oder im frühen Erwachsenenalter von der Krankheit betroffen sind. Das Freiburger Programm wird inzwischen von zahlreichen Patienten aus dem In- und Ausland genutzt.

Über die Tätigkeit am Universitätsklinikum Freiburg hinaus bemüht sich Professor Neumann darum, Informationen zur von Hippel-Lindau Erkrankung an die Öffentlichkeit zu tragen. Darüber hinaus setzte er sich mit viel Engagement und außerhalb seiner Arbeitszeit dafür ein, dass sich die Betroffenen und ihre Angehörigen untereinander vernetzten. Er gab wertvolle Tipps für die Gründung einer Selbsthilfegruppe und organisierte anfangs eigene Informationsveranstaltungen für die Patienten und ihre Familien, bis der Verein dazu selbstständig in der Lage war. Nach wie vor steht Professor  Neumann dem Verein mit all seinem Wissen und seiner Tatkraft auf den jährlichen Veranstaltungen zur Seite.

Kontakt:
Prof. Dr. Hartmut Neumann
Innere Medizin, Nephrologie
Tel.: 0761/270- 3363
E-Mail: hartmut.neumann@uniklinik-freiburg.de

 

Verein für von der von Hippel-Lindau (VHL) Erkrankung betroffene Familien e.V.
Gerhard Alsmeier
Rembrandtstraße 2
49716 Meppen
Tel.: 05931 / 929552
E-Mail: info@hippel-lindau.de