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Emmy-Noether-Preis für Forscherin aus Freiburg

740.000 Euro für Forschungsprojekt „Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel: Die US-amerikanische Familie im 20. Jahrhundert“

Freiburg, 05.05.2009

Emmy-Noether-Preis für Forscherin aus Freiburg

Dr. Isabel Heinemann

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Dr. Isabel Heinemann, bis vor Kurzem Hochschulassistentin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, als Nachwuchsgruppenleiterin im Emmy-Noether-Programm ausgezeichnet. Ihr Forschungsprojekt „Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel: Die US-amerikanische Familie im 20. Jahrhundert" wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund 740.000 Euro gefördert.

Das Emmy-Noether-Programm ist die höchstdotierte Förderung für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in Deutschland. Für ihre Arbeit stellt Heinemann, die inzwischen an der Universität Münster lehrt, eine Forschergruppe zusammen.

Isabel Heinemann untersucht unter dem Titel „Die US-amerikanische Familie im 20. Jahrhundert“ gemeinsam mit ihrem Team den Wandel von Familienwerten in der US-Gesellschaft, um so zu Aussagen über gesellschaftliche Wandlungsprozesse in einer modernen Gesellschaft und ihre Gegenbewegungen zu gelangen. Anhand von Debatten um Ehescheidung, Frauenarbeit, Abtreibung und über die Struktur afroamerikanischer Familien wird analysiert, wie sich die Vorstellung davon, was „Familie“ ausmacht, sukzessive verändert hat und was dies über die US-Gesellschaft selbst aussagt. Zentrale Untersuchungsachsen bilden hierbei die Begriffe Gender, Race/Ethnie, Religion und Wertewandel. Einzelstudien vertiefen sozial- und diskursgeschichtliche Fragestellungen und analysieren die visuelle Repräsentation von Familie in den USA – vom Familienfoto bis zum Hollywoodfilm.

Die Grundannahme des Projektes ist, dass Kontinuität und Wandel der Familienvorstellungen Rückschlüsse auf tiefergehende Wandlungsprozesse innerhalb der modernen Gesellschaft erlauben. Grundsätzlich gilt, dass die Familie erstens noch immer als wichtigste Mikroeinheit der Gesellschaft nach dem Individuum akzeptiert ist. Zweitens entfaltet das Familienideal der weißen Mittelschicht im 20. Jahrhundert eine prägende Wirkung für alle US-Amerikaner. Welche Bedeutung Familienwerte in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin haben, erwies nicht zuletzt der Präsidentschaftswahlkampf 2008, in dem sich die Kandidaten medienwirksam mit ihren Familien präsentierten.


Kontakt:
Dr. Isabel Heinemann
Historisches Seminar
Neuere und Neueste Geschichte
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
isabel.heinemann@geschichte.uni-freiburg.de