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Verkannt – Verfemt – Vergessen?

Internationales Symposium zu dem russischen Schriftsteller Andrej Sinjavskij/Abram Terc

Freiburg, 30.11.2009

 

Das Slavische Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg veranstaltet im Dezember ein internationales Symposium zu dem russischen Schriftsteller Andrej Sinjavskij (Pseudonym Abram Terc), einem der ästhetisch anspruchvollsten und interessantesten Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Essayisten des 20. Jahrhunderts. Mit der Tagung
 
„Verkannt – Verfemt – Vergessen?“
vom 11. - 12. Dezember 2009, Albert-Ludwigs-Universität, Haus zur Lieben Hand, Löwenstr. 16,
 
an der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus der Schweiz, aus Russland und Deutschland teilnehmen, wird Sinjavskij/Terc in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Mit dem Symposium soll der Autor, dessen Werke nichts an Aktualität eingebüßt haben, zudem der breiten Öffentlichkeit in Erinnerung gebracht werden. Anlass ist die nunmehr erste Übersetzung des künstlerischen Gesamtwerks von Sinjavskij/Terc, die von der renommierten und mehrfach ausgezeichneten Übersetzerin Swetlana Geier in Zusammenarbeit mit dem S. Fischer-Verlag vorgelegt wurde.
 
Der Freitagabend schließt mit einer öffentlichen Abendveranstaltung zu Andrej Sinjavskij / Abram Terc mit einer Lesung der deutschen Übersetzung von Swetlana Geier.
 
Freitag, den 11.Dezember 2009, 19.15 – 21.00 Uhr,
Haus zur Lieben Hand.
 
Wer war Andrej Sinjavskij? Als in den 1950er Jahren im Westen „Phantastische Erzählungen“ eines bislang unbekannten russischen Autors mit dem Namen „Abram Terc“ erschienen, wussten nur wenige Eingeweihte, dass sich hinter diesem Pseudonym der junge russische Literaturwissenschaftler und Publizist Andrej Sinjavskij verbarg. Der Wissenschaftler arbeitete im Moskauer Institut für Weltliteratur und hielt als Literaturdozent Vorlesungen an der Moskauer Staatsuniversität. Seine Enttarnung führte 1965 zu einem weltweit Aufsehen erregenden Schauprozess, in dem Sinjavskij gemeinsam mit seinem Schriftstellerkollegen Julij Daniel zu mehrjähriger Lagerhaft verurteilt wurde. Im Arbeitslager war Sinjavskij/Terc weiterhin literarisch tätig und schuf in Form von Briefen an seine Frau die Grundlage für seinen Text „Eine Stimme im Chor, der zu den wichtigen Werken der so genannten Lagerliteratur zählt.
 
Nach dem Arbeitslager wurde Sinjavskij/Terc die Ausreise nach Frankreich „gestattet“, wo er als Professor an der Sorbonne lehrte und außerdem eine Reihe von Werken unter anderem „Promenaden mit Puschkin“, „Im Schatten Gogols“ und „Gute Nacht“ vorlegte. Sein leidenschaftliches Credo für die Freiheit der Kunst, sein virtuoser Umgang mit literarischen Formen und sein unbedingter ethischer Anspruch verhinderten jegliche ideologische Vereinnahmung. Sie führten aber dazu, dass der Autor weder in der Emigration noch im postsowjetischen Russland die Aufmerksamkeit erlangte, die ihm eigentlich zukommen müsste.
 
Prof. Prof. h.c. Dr. Elisabeth Cheauré vom Slavischen Seminar der Universität und Dr.h.c. Swetlana Geierhaben das Symposium konzipiert und geplant. Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung gebeten (gilt nicht für die Abendveranstaltung).
 
Weitere Informationen unter: www.slavistik.uni-freiburg.de
 
Das Programm finden Sie hier.
 
Anmeldung und Kontakt:
Prof. Prof. h.c.Dr. Elisabeth Cheauré
Slavisches Seminar der Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-8320, 203-8322 und 203-3139
E-Mail: cheaure@slavistik.uni-freiburg.de
 
 

 

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