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„The Simpsons“

25. Jahrestag der deutschen Erstausstrahlung: Medienkulturwissenschaftler Harald Hillgärtner über die Fernsehfamilie

Freiburg, 09.09.2016

„The Simpsons“

Die Alltäglichkeit der TV-Familien begleite den Alltag der Zuschauerinnen und Zuschauer als Teil ihrer Alltagswirklichkeit, erläutert Harald Hillgärtner. Foto: © pressmaster / Fotolia

Das Zweite Deutsche Fernsehen strahlte vor 25 Jahren zum ersten Mal die Sendung „The Simpsons“ in Deutschland aus. „Das Besondere an der TV-Familie: Die Simpsons leben in einer sitcomtypischen Episodenstruktur, und obwohl sich die Rollen der Figuren kaum verändert haben, gehen sie doch mit der Zeit“, erläutert der Freiburger Medienkulturwissenschaftler Dr. Harald Hillgärtner. „Die durch die Medien geprägte Gegenwartskultur spiegelt sich immer in den Geschichten der ‚Simpsons‘ wieder.“ Es gäbe kaum eine Episode, in der sich nicht ein Zitat, eine Anspielung, ein Verweis auf Politik, Film, Fernsehen oder Literatur finde.

„Am Anfang der bundesrepublikanischen Fernsehgeschichte stand das Versprechen, dass das neue Medium uns die Ferne nahe bringen werde“, sagt Hillgärtner. „Es ist jedoch häufig ein Fenster ins Private. So erscheinen von Anfang an ‚Fernsehfamilien‘ auf der Mattscheibe, an deren Leben wir teilnehmen.“ Die Alltäglichkeit dieser Familien begleite den Alltag der Zuschauerinnen und Zuschauer als Teil ihrer Alltagswirklichkeit. „Die Generation, die mit den Simpsons aufgewachsen ist, entspringt einer Kultur, in der mit und durch die Massenmedien sozialisiert wurde. Die Simpsons zeigen, dass die Sphäre der Medien und die Alltagswirklichkeit sich einander annähern.“ Dies führe jedoch nicht zu einem Verlust der Wirklichkeit, sondern zu einer erweiterten Alltagswirklichkeit. „Letztlich ist es genau das, was die Simpsons reflektieren.“

Hillgärtner ist seit 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medienkulturwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Unterhaltungsfernsehen, Geschichte und Theorie des Videos sowie Ästhetik von Computerspielen.