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Weihnachten

Der Freiburger Theologe Stephan Wahle hat untersucht, wie sich das Fest im Glauben, in der Kultur und in der Gesellschaft wandelt

Freiburg, 08.12.2016

Weihnachten

Weihnachtsmärkte prägen vor Weihnachten das Stadtbild und sind ein kultureller Bestandteil des Festes. Foto: © magicbeam / Fotolia

Festlich beleuchtete Weihnachtsbäume, Lichtdekorationen, buntes Treiben auf den Weihnachtsmärkten: Jedes Jahr verwandelt sich das Stadtbild für ein paar Wochen in einen öffentlichen Festraum, dem sich kaum jemand entziehen kann. „Weihnachten ist längst ein unverzichtbares Element des gesellschaftlichen und persönlichen Lebens sowie eine kulturelle Institution mit globalem Ausmaß“, sagt der Freiburger Theologe Privatdozent Dr. Stephan Wahle. „Weihnachten ist eine soziale wie auch eine heilige Zeit, in der das skeptische Staunen über die Welt mit einer grundsätzlichen Freude am Dasein verschmilzt.“

Wahle hat das Phänomen Weihnachten umfassend untersucht. Für die christliche Theologie stelle sich die Frage, welche Bedeutung dem Glauben und speziell dem Gottesdienst in der postmodernen Weihnachtskultur zukomme. „Die geschichtliche und gegenwärtige Attraktivität von Weihnachten erklärt sich in dessen Lebensrelevanz, wie es das Brauchtum, die Lieder oder Erfahrungsberichte zur familiären Heiligabendfeier zeigen.“. Aus theologischer Perspektive kommt Wahle zu dem Schluss: „Trotz oder gerade aufgrund seiner vielfältigen Deutung ist es das Weihnachtsfest, an dem die christliche Botschaft von der Menschwerdung Gottes – bei aller Fragmentarität, Verkürzung und Verharmlosung – kommuniziert werden kann. Diese trifft auf eine ‚Religiosität der Sehnsucht’ – einer inneren Sehnsucht nach ‚etwas’, nach Heil und Glück, nach einem Glauben an Gott, dessen Nähe gesucht oder geahnt, emotional gespürt oder ästhetisch gefeiert wird.“

Stephan Wahle leitet die Arbeitsstelle Liturgie und Kultur am Arbeitsbereich Dogmatik und Liturgiewissenschaft der Universität Freiburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die systematisch-theologischen Grundlagen des christlichen Gottesdiensts, die Kulturgeschichte von Gottesdiensten und Ritualen sowie christliche Feste in Geschichte und Gegenwart, speziell das Weihnachtsfest. In seiner Habilitationsschrift „Das Fest der Menschwerdung. Weihnachten in Glaube, Kultur und Gesellschaft“ geht er der biblischen, theologischen und liturgischen Tradition wie auch den modernen kulturellen Transformationsprozessen des Weihnachtsfestes nach. Wahles Arbeit ist 2016 mit dem Balthasar-Fischer-Preis ausgezeichnet worden.