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Spitzenförderung für Forscher an der Universität Freiburg

Sonderforschungsbereich über Proteinwechselwirkungen erhält 10,5 Millionen Mark von der DFG

Freiburg, 08.02.2001

Freiburger Wissenschaftler verstärken die biologisch-medizinische Grundlagenforschung: In den kommenden drei Jahren werden sie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) insgesamt 10,5 Millionen Mark zur Erforschung der biologischen Wechselwirkungen von Proteinen erhalten. Damit können die Forscher aus den Bereichen Medizin, Biologie und Chemie grundlegende Lebensprozesse untersuchen. Der Sonderforschungsbereich (SFB) Zelluläre Funktionen dynamischer Proteinwechselwirkungen, in den die Fördergelder fließen, wurde jetzt durch ein externes Gutachtergremium bei einer umfassenden Prüfung der Forschungsleistungen hervorragend beurteilt. Mit den bewilligten Forschungsgeldern werden die Arbeiten von etwa 100 Mitarbeitern für die nächsten drei Jahre bezahlt, darunter sind insbesondere zahlreiche junge Nachwuchswissenschaftler. Durch das Erlernen neuester Techniken in dem Sonderforschungsbereich erhalten die Wissenschaftler eine ausgezeichnete Ausbildung, die ihnen beste Berufsaussichten in den aufstrebenden Biowissenschaften bietet. Der Forschungsstandort Freiburg ist für künftige Herausforderungen damit sehr gut gerüstet.

Rund 20 Forschergruppen der Fakultäten Medizin, Biologie, Chemie und dem Freiburger Max-Planck-Institut für Immunbiologie arbeiten im SFB 388 zusammen. Den Wissenschaftlern gelangen bereits mehrere grundlegende Forschungserfolge zu Funktionen von Proteinen und Zellen, die international großes Aufsehen erregten. Geleitet wird der SFB von Professor Dr. Nikolaus Pfanner, Institut für Biochemie und Molekularbiologie, gemeinsam mit Professor Dr. Dr. Klaus Aktories, Institut ür Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Professor Dr. Georg Schulz, Institut für Organische Chemie und Biochemie, Professor Dr. Eberhard Schäfer, Institut für Biologie II, und Professor Dr. Michael Reth, Institut für Biologie III und Max-Planck-Institut für Immunbiologie.

Der Sonderforschungsbereich untersucht lebenswichtige Aufgaben von Proteinen, ein Bereich, in dem mehrere Freiburger Forscher eine international führende Stellung einnehmen. Die Wissenschaftler gehen dabei von der Beobachtung aus, dass jede Zelle aus tausenden verschiedener Proteine besteht. Die Proteine sind an nahezu allen Lebensprozessen beteiligt. Dabei arbeiten sie nicht isoliert, sondern treten vielfältig miteinander in Kontakt. Zu den zentralen Themen, die in diesem Forschungsverbund untersucht werden, gehören die Immunabwehr, die Hormonwirkung und Signalweitergabe in Zellen, die Funktionen von Enzymen, die Wirkungsweise von bakteriellen Giften, Stressreaktionen, die Sortierung von Proteinen in die richtige Abteilung einer Zelle und ihre Faltung zur aktiven Form. Um es anschaulich zu beschreiben, kann man sich vorstellen, dass die verschiedenen Proteine miteinander sprechen, sich umarmen und für kürzere oder längere Zeiträume enge Bindungen eingehen können, um gemeinsame Arbeiten durchzuführen. Wichtig ist dabei, dass die richtigen Partnerproteine aufeinander treffen, ganz wie im richtigen Leben. Dabei gibt es molekulare Briefträger und Polizisten, die den Verkehr in den Zellen regeln, und Anstandsdamen, die falsche Bindungen verhindern sollen, erklärt Professor Nikolaus Pfanner, Sprecher des SFB.





Kontakt
Prof. Dr. Nikolaus Pfanner
Sprecher des SFB 388
Direktor der Abteilung Biochemie I
am Institut für Biochemie und Molekularbiologie
Medizinische Fakultät
Albert-Ludwigs-Universität-Freiburg
Tel.: 0761/ 203-5224
Fax: 0761/ 203-5261
Email: pfanner@uni-freiburg.de

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