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Medizin und Nationalsozialismus

Universitätsklinikum Freiburg zeigt Ausstellung im Neurozentrum

Freiburg, 03.06.2002

Die Ausstellung Medizin und Nationalsozialismus. Die Freiburger Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum Freiburg in Weimarer Republik und "Drittem Reich" zeigt das Universitätsklinikum Freiburg von Montag, den 3. Juni, bis Sonntag, den, 7. Juli 2002, im Foyer des Neurozetrums, Breisacher Straße 64. Den Anstoß für die Ausstellung gab eine Initiative des Personalrates des Klinikums. Als kritische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und konstruktiven Beitrag zur öffentlichen Diskussion um die Zwangsarbeiter-Entschädigungen sieht sie das Klinikum selbst. Die Ausstellung wurde zusammengestellt durch Mitarbeiter und Studierende des Instituts für Geschichte der Medizin, Direktor: Professor Dr. Ulrich Tröhler, Ph.D., unter der Leitung von Bernd Grün, Hans-Georg Hofer und Karl-Heinz Leven.

Konzentrierte man sich bei der Erforschung der Medizin des Dritten Reiches anfänglich auf die spektakulären ärztlichen Verbrechen und NS-Ärzte, so hat sich die Perspektive mittlerweile gewandelt: Die Medizin des Dritten Reiches wird nun als fester Bestandteil und als kritische Entwicklungsphase der deutschen Medizin des 20. Jahrhunderts gesehen. Daher spannt sich der zeitliche Bogen der Präsentation vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zu den "Entnazifizierungen" nach 1945. Neben bislang unbekannten Fakten zur Situation von Zwangsarbeitern beleuchtet die Ausstellung im Neurozentrum des Klinikums unter anderem die NS-"Euthanasie", ihre gedankliche Vorbereitung und Durchführung nach 1933, die Vertreibung jüdischer und politisch missliebiger Mitarbeiter, einflussreiche Professoren (Ludwig Aschoff, Alfred Hoche, Franz Büchner) und die Situation von Dozenten, Assistenten, Studierenden, der Krankenpflege und Krankengymnastik.

Die Ausstellung ist frei zugänglich im Foyer des Neurozentrums des Klinikums, Breisacher Str. 64, ab Dienstag, den 4. Juni, täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr. Das Rahmenprogramm der Ausstellung bilden drei Vorträge, jeweils Montags um 18.00 Uhr: am 17. Juni spricht PD Dr. Georg Lilienthal, Gedenkstätte Hadamar, am 24. Juni Prof. Dr. Eduard Seidler, Universität Freiburg und am 1. Juli Prof. Dr. Paul Weindling von der Oxford Brookes University.


Kontakt:

Prof. Dr. Karl-Heinz Leven
Dr. Hans-Georg Hofer
Albert-Ludwigs-Universität
Institut für Geschichte der Medizin
Stefan-Meier-Straße 26
79104 Freiburg
Tel.: 0761/203-5053 oder 203-5042


Vorträge zur Aussstellung:

Montag, 17. Juni 2002: PD Dr. Georg Lilienthal, Gedenkstätte Hadamar:
Welche Bedeutung hat das Gedenken an die Opfer der NS-Medizin für die ärztliche Ausbildung?

Montag, 24. Juni 2002: Prof. Dr. Eduard Seidler, Universität Freiburg:
Emigrantenschicksale Freiburger jüdischer Ärztinnen und Ärzte

Montag, 1. Juli 2002: Prof. Dr. Paul Weindling: Oxford Brookes University: Opfer, Täter und die Formulierung des Nürnberger Kodex

alle Vorträge jeweils um 18.00 Uhr im Neurozentrum, Konferenzraum, Breisacher Straße 64

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