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Auch Frauensache: Naturwissenschaft und Technik

Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg veranstaltet ein viertägiges Schnupperstudium für Schülerinnen

Freiburg, 30.08.2004

Der Frauenanteil bei den Studierenden an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität lag im vergangenen Wintersemester 2003/04 bei 51,7 Prozent. Trotzdem sind junge Frauen in den naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern weiterhin unterrepräsentiert. Dieser Situation begegnet die Universität Freiburg nun mit einem Schnupperstudium für Schülerinnen im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich: Das Frauenbüro und die beteiligten Fachbereiche für Mikrosystemtechnik, Mathematik, Informatik, Physik und Geowissenschaften, Geologie, Kristallographie und Hydrologie, führen zum erstenmal in der letzten Woche der Sommerferien von Dienstag, den 7.9. – Freitag, den 10.9.2004 ein viertägiges Schnupperstudium für Schülerinnen der Klassen 10 bis 13 durch. In speziellen Veranstaltungen können die Schülerinnen die einzelnen Institute kennenlernen und einen Einblick in das Studium bekommen. An den vier Tagen haben sie die Chance zwei Fächer nach Wahl intensiv zu erleben. Die viertägige Teilnahme wird mit einem Zertifikat bescheinigt.

In Sachen Bildung befinden sich junge Frauen mittlerweile gegenüber ihren männlichen Mitschülern und Hochschulkommilitonen auf der Überholspur. Obwohl ihr Anteil an einem Altersjahrgang bei nur 49 Prozent liegt, beträgt, nach Erhebungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, ihr Anteil an den Schulababgänger/innen mit Hochschulreife derzeit 53 Prozent. Dieser Trend setzt sich bei den Studienanfänger/ innen und später bei den Hochschulabschlüssen fort. Mit steigender Tendenz beträgt ihr Anteil dort 48 Prozent.

In den erziehungs- und geisteswissenschaftlichen Fächern sind die Frauen in der Mehrheit, in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern gehören sie zu einer eher seltenen Spezies. Entscheiden sich junge Frauen für ein naturwissenschaftliches oder technisches Fach, streben sie häufig den Lehrerinnenberuf und nicht eine Tätigkeit in Forschung und Industrie an. Nur in wenigen Fächern wie Wirtschaft, Jura, Medizin und Geografie sind Frauen und Männer zu gleichem Anteil zu finden.

Das gegenüber den jungen Männern eingeschränkte Studien- und Berufswahlspektrum der Schülerinnen führt laut einer Studie, die in der Ada-Lovelace-Schriftreihe veröffentlicht wurde, dazu, dass sich bundesweit ca. 83 Prozent der Mädchen für ein Spektrum von 30 aller möglichen 438 Ausbildungsberufe entscheiden. Ähnlich verhält es sich bei der Studienfachwahl. Obwohl die Berufsaussichten, aufgrund des steigenden Fachkräftemangels, in Wissenschaft und Wirtschaft für Absolvierende der mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Fächer hervorragend sind, lässt sich der weibliche Nachwuchs diese chancenreichen beruflichen Möglichkeiten zum großen Teil entgehen. Gründe hierfür sind nicht mangelnde Fähigkeiten und Interessen, sondern häufig eine - trotz besserer Noten - kritischere Selbsteinschätzung der eigenen Leistungen als bei Jungen, und eine häufig immer noch geschlechtsspezifische Sozialisation. Eine unzureichende Berufs- und Studienorientierung verfestigt vermittelte Interessenunterschiede und Vorurteile gegenüber bestimmten Berufssparten und damit eine daraus entstehende Chancenungleichheit innerhalb der Schulen und bei der Studien- und Berufswahl.

Auch für die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gilt, dass junge Frauen in den naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern unterrepräsentiert sind. Im Studienfach Mikrosystemtechnik betrug der Anteil der Kommilitoninnen im WS 2003/04 gerade erst einmal 11 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich in den weiteren an dem Schnupperstudium beteiligten mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Fächern Informatik 15,1 Prozent, Mathematik 36,8 Prozent, Physik 16,3 Prozent, Mineralogie 27 Prozent, Kristallographie 0 Prozent, Geologie 35,8 Prozent und Hydrologie 31,2 Prozent.






Kontakt:
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Büro der Frauenbeauftragten
PD Dr. Ingeborg Villinger
Werderring 8, 79098 Freiburg
Tel.: 0761/203-4299. Fax: 0761/203-4256
E-Mail: frauenbuero@zuv.uni-freiburg.de
www.frauenbuero.uni-freiburg.de