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Ein Herz für herzkranke Kinder:

Zwei Afghanische Kinder mit lebensbedrohlichen angeborenen Herzfehlern sind jetzt „herzgesund“

Freiburg, 23.02.2017

Ein Herz für herzkranke Kinder:

Fatema nach der Herz-OP

Mit jeweils einem einzigen Eingriff - Operationen von mehreren Stunden Dauer - haben Freiburger Ärzte zwei schwer herzkranken Kindern aus Afghanistan endlich ein normales Leben und eine normale Lebensperspektive beschert.

In ihrer Heimat Afghanistan konnten die beiden Kinder nicht auf die notwendige medizinische Hilfe hoffen, denn dort gibt es keine chirurgischen Eingriffe am Herzen. Da die Kinder trotz ihrer schweren Herzfehler eine gute Chance hatten, mit einem einzigen Eingriff erfahrener Chirurgen und ohne aufwändige medizinische Nachsorge geheilt zu werden, hatten sie in ihrem Unglück dennoch Glück: Der Verein „Kinder brauchen uns“ organisierte und finanzierte den Transport der Kinder und deren Unterbringung in Gastfamilien. Die Chirurgen und das Krankenhauspersonal des Universitätsklinikums Freiburg operierten die Kinder unentgeltlich. Und die weiteren Kosten für die Eingriffe und den Krankenhausaufenthalt der Kinder übernahm die Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“.
Ausgelassenes Herumtoben, wie es in dem Alter normal ist, kennt die 5-jährige Fatema bisher nicht. Bis vor ein paar Tagen war sie körperlich kaum belastbar. Ein Loch in der Herzkammerscheidewand war schuld daran, dass das kleine Mädchen ständig erschöpft war. Auch um ihre Lebenserwartung war es nicht gut bestellt. Durch das Loch in der Wand zwischen den Herzkammern floss immer wieder mit Sauerstoff angereichertes Blut direkt von der linken in die rechte Herzseite, statt über den Blutkreislauf die Organe, Muskulatur und Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Der Herzmuskel von Fatima hat sich im Laufe der Jahre stark vergrößert, in dem Bemühen, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Aber für viel mehr als das Überleben, reichte das trotzdem nicht aus.
Noch schlechter war es um Hazrat bestellt. Als er Ende der vergangenen Woche in das Freiburger Universitätsklinikum eingeliefert wurde, erlitt er mehrere Anfälle von Bewusstlosigkeit - Hinweis auf das Endstadium seiner schweren Herzerkrankung. Bei ihm lagen gleich mehrere Fehlbildungen des Herzens vor, bekannt als Fallot’sche Tetralogie. Ein großer Hauptkammerscheidewanddefekt war gepaart mit einer Fehllage der Hauptschlagader genau über diesem Defekt, sodass die Hauptschlagader von beiden Herzkammern Blut bekam. Lungenschlagader und Lungenschlagaderklappe waren zu klein und hochgradig verengt, die rechte Herzkammer massiv vergrößert. Statt der normalen Sauerstoffsättigung im Blut von 95 Prozent waren es bei  Hazrat nur 55 Prozent. Schon wenige Schritte waren von dem Jungen nicht mehr zu bewerkstelligen. Ein wenig Linderung verspürte Hazrat nur, indem er eine Hockstellung einnahm.
Heute sind beide Kinder herzgesund. Hazrat musste kurz nach seiner Ankunft schnellstens operiert werden. Bei dem sechsstündigen Eingriff wurde der Hauptkammerscheidewanddefekt verschlossen und damit die Fehllage der Hauptschlagader funktionell korrigiert. Die Enge der Lungenschlagader und der Lungenschlagaderklappe wurde ohne Zuhilfenahme von Fremdmaterial korrigiert. Bereits wenige Stunden nach der Operation konnte Hazrat von der künstlichen Beatmung entwöhnt werden. Der Junge hat es geschafft. Ein weiterer Eingriff ist nicht notwendig.
In einer vierstündigen Operation am offenen Herzen unter Einsatz der  Herz-Lungen-Maschine, wurde das Loch in Fatemas Herzen mit einem Kunststoffflicken verschlossen. Bereits drei Stunden später brauchte Fatema keine künstliche Beatmung mehr. Das jetzt noch deutlich vergrößerte Herz des kleinen Mädchens wird sich in den nächsten Monaten auf eine normale Größe zurückbilden. Auch Fatema ist jetzt herzgesund und braucht keine weiteren Eingriffe.

Beide Kinder haben jetzt eine normale Lebenserwartung. Noch vor Weihnachten können Fatema und Hazrat aus der Freiburger Uniklinik in die liebevolle Obhut ihrer Pflegefamilien entlassen werden und bald in ihre Heimat, die Hauptstadt Kabul in Afghanistan, zurückkehren.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Sven Dittrich

Universitätsklinikum Freiburg

Ärztlicher Direktor der Abteilung Pädiatrische Kardiologie (komm.)

Tel. 0761 / 270-4323

Fax 0761 / 270-4468

E-Mail sven.dittrich@uniklinik-freiburg.de

 

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