Nationale Verzehrsstudie: Jeder fünfte Deutsche ist stark übergewichtig
Uniklinik Freiburg und Deutsche Sporthochschule Köln beweisen, dass Abnehmen auf bewegte Weise möglich ist.
Freiburg, 01.02.2008
Lange schon galt es als offenes Geheimnis: Die Deutschen sind zu dick! Die jetzt vorgestellten ersten Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie machen es zum Fakt: 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen sind übergewichtig. Jeder Fünfte ist adipös und damit gesundheitlich besonders gefährdet. Erschreckend ist vor allem die Risikowahrnehmung der im Rahmen der Studie befragten über 20.000 Bundesbürger: Die Verbraucher fürchten in erster Linie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder Tierarzneimitteln sowie verdorbene Lebensmittel. Zuviel Essen und zuwenig Bewegung landet dagegen als Risiko abgeschlagen auf Platz vier, obwohl ein dadurch hervorgerufenes Übergewicht eindeutig die größte Gefahr für die Gesundheit darstellt.
Völlig falsch wäre es
jedoch, den Betroffenen Diäten zu empfehlen. Denn einseitige Ernährung macht
auf Dauer nicht nur krank, sondern bewirkt – mit dem bekannten Jo-Jo-Effekt –
am Ende sogar meist eine Gewichtszunahme. Abnehmen und sein gesundheitliches
Risikoprofil zu verbessern ist aber möglich – das beweisen Universitätsklinikum
Freiburg und Deutsche Sporthochschule Köln seit vier Jahren eindrucksvoll: „Mehr
bewegen. Gesünder essen.“ lautet die einfache und konsequente Botschaft ihres
fachübergreifenden M.O.B.I.L.I.S.-Konzepts. In der Gruppe und Zuhause arbeiten
die Teilnehmer mit dem so genannten 50+50-Punkteprogramm. Es befähigt sie, ihr Gewicht auf gesunde
Weise langfristig in den Griff zu bekommen und macht sie damit zu selbstverantwortlichen
„Schlankheitsmanagern“. Ausgangspunkt des Programms ist eine simple Annahme:
Alles, was wir essen, müssen wir auch wieder verbrauchen – das Balance-Modell
von Energiezufuhr und Energieverbrauch. Um abzunehmen, müssen wir entweder
unsere Energiezufuhr drosseln oder unseren Energieverbrauch erhöhen. Kurz:
weniger beziehungsweise anders essen oder uns mehr bewegen. Am effektivsten
aber ist die Kombination beider Maßnahmen. Und genau dies macht das von
führenden Wissenschaftlern für M.O.B.I.L.I.S. entwickelte und in der Praxis
erfolgreich eingesetzte 50+50-Punkteprogramm vor. Eine Lebensstiländerung, die dauerhaft
funktioniert!
Hintergrund
M.O.B.I.L.I.S.-Programm
Das M.O.B.I.L.I.S.-Schulungsprogramm der
Uniklinik Freiburg und der Deutschen Sporthochschule Köln richtet sich an
Erwachsene mit starkem Übergewicht (Body-Mass-Index bzw. BMI zwischen 30 und 40
kg/m2 bzw. 20 bis 60 Prozent Übergewicht) und mindestens einem
begleitenden Risikofaktor (z. B. Diabetes mellitus Typ 2,
Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck). Die Teilnehmer werden von einem
hoch qualifizierten Team in den Bereichen Bewegung, Psychologie/Pädagogik,
Ernährung und Medizin ein Jahr lang betreut. Die Kosten betragen 785 Euro, bei
regelmäßiger Teilnahme erstattet die BARMER ihren Versicherten 685 Euro.
Versicherten anderer Krankenkassen steht M.O.B.I.L.I.S. gleichermaßen offen.
Die bundesweit über 100 Standorte und Gruppen werden über die
M.O.B.I.L.I.S.-Zentrale in Freiburg koordiniert. Interessenten aus dem gesamten
Bundesgebiet können sich unter der Telefonnummer 0761/503910 informieren und
für die Teilnahme an einer M.O.B.I.L.I.S.-Gruppe bewerben bzw. anmelden. Alle
Starttermine gibt es darüber hinaus stets aktuell im Internet unter:
www.mobilis-programm.de.
Für leicht übergewichtige Erwachsene (BMI 25-29,9 kg/m2) gibt
es eine „light“-Variante des erfolgreichen M.O.B.I.L.I.S.-Konzepts. Dieses
kombinierte Bewegungs- und Ernährungsprogramm wird seit vergangenem Jahr von
zahlreichen Turn- und Sportvereinen angeboten. Die Kursgebühr beträgt 120,00
Euro, wovon die BARMER 75,00 Euro bei regelmäßiger Teilnahme erstatt. Infos und
teilnehmende Vereine unter: www.mobilis-light.de.
