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Vorgeformte Augenhöhlenwände aus der Schublade

Internationaler Workshop zur modernen Orbita-Chirurgie am Universitätsklinikum Freiburg vom 25. bis 27. Juni 2009

Freiburg, 23.06.2009

Fahrrad fahren ist gesund und gerade in Freiburg voll im Trend. Doch birgt diese umweltschonende Form der Fortbewegung das Risiko von Stürzen. Ein Helm hilft zwar gegen Kopfverletzungen, aber das Gesicht ist weitestgehend ungeschützt. Bei einem Sturz auf das Gesicht bricht oft das Jochbein und mit ihm der dahinter liegende Augenboden, der dünnste Teil der Augenhöhle, auch Orbita genannt. Folge der Fraktur ist das Absinken des Augapfels, der auf dem Augenboden aufliegt. Wenn sich der Augapfel nur um wenige Millimeter verschiebt, sieht der Betroffene Doppelbilder.

Bei Verletzungen an den Augenhöhlen wurden bisher Knochentransplantate aus dem Beckenkamm oder vom Schädeldach entnommen. In einer der ersten Kliniken weltweit können Forscherinnen und Forscher der Freiburger Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde nach langjähriger Forschungsarbeit vorgefertigte, standardisierte Orbita-„Ersatzteile“ in die Augenhöhle einführen.

Zu einem internationalen Workshop zur Orbita- und Schädelbasischirurgie vom 25. bis 27. Juni 2009 lädt das Universitätsklinikum Freiburg ein. Die Veranstaltung ist in Vorträge und vertiefende praktische Übungen unterteilt. Die Vorträge finden am Donnerstag, den 25. Juni 2009, ab 14 Uhr und Freitag, den 26. Juni 2009, im Hörsaal der HNO-Universitätsklinik, Kilianstraße 5, und Samstag, den 27. Juni 2009, im Hörsaal der Universitätszahnklinik, Hugstetter Str. 55, jeweils ab 9 Uhr statt.

Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler referieren in englischer Sprache unter anderem zum Einsetzen der vorgefertigten Orbita-„Ersatzteile“ und zu neuen dreidimensionalen Planungs- und Kontrollmöglichkeiten während der vier- bis fünfstündigen Operation.

Praktische Übungen zur computerassistierten Rekonstruktion der Orbita finden

am Freitag, den 26. Juni 2009,
um 14 Uhr
im  Hörsaal der HNO- Universitätsklinik,
Kilianstraße 5

statt.

„Für die Operation verwenden wir einen kleinen Schnitt hinter dem Unterlid, der auch für die Betroffenen ästhetisch völlig unauffällig ist“, erklärt Dr. Dr. Marc Christian Metzger aus der Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, der an der Entwicklung dieses Verfahrens beteiligt war. Im Jahr 2005 hat er für die Entwicklung individuell vorgefertigter, dreidimensionaler Orbita-„Ersatzteile“ aus Titan den Preis der Eleonore-und–Fritz–Hodeige–Stiftung erhalten, der jährlich für innovative, erfolgreiche medizinische Therapien, verliehen wird. Neu ist, dass diese Ersatzteile nun mit Hilfe von CT-Daten in Standardgrößen angefertigt und gelagert werden, was den Arbeitsaufwand deutlich erleichtert.

Auf Grund der anatomischen Lage der Augenhöhle und deren Funktion sind die Operationen oft schwierig. Die gebrochenen Knochen sind meist zu bröselig für einen Wiederaufbau. Sie werden herausgeholt und durch die Rekonstruktionen ersetzt. Kleinere Stücke, die nicht entfernt werden können, wandern tiefer in Richtung Kiefer. Da sie nicht mehr durchblutet werden, lösen sie sich mit der Zeit auf.   

Die Resonanz ist groß. Die Anmeldungen für den Kurs, der zunächst auf 40 Teilnehmer begrenzt war, mussten bei 80 abgebrochen werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen
Ärztlicher Direktor
Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Tel.: 0761/270-4940
Fax: 0761/270-4800
E-Mail: eva-maria.kloesel@uniklinik-freiburg.de

Prof. Dr. Dr. Ralf Schön
Oberarzt
Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Tel.: 0761/270-
4701
Fax: 0761/270-4900
E-Mail: ralf.schoen@uniklinik-freiburg.de

 

Die Presse ist herzlich eingeladen.