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Studienplätze effizienter vergeben

Die Universität Freiburg hat sich erfolgreich am Pilotbetrieb des Dialogorientierten Serviceverfahrens beteiligt

Freiburg, 27.02.2017

Studienplätze effizienter vergeben

Fotograf: Thomas Kunz

Plätze für zulassungsbeschränkte Studiengänge effizienter zuteilen und gleichzeitig vermeiden, dass begehrte Studienplätze unbesetzt bleiben: Mit diesen Zielen hat die Stiftung für Hochschulzulassung zum Wintersemester 2012/13 das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) im Pilotbetrieb für Ein-Fach-Studiengänge gestartet. „Für die Universität Freiburg war es eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns an diesem Pilotbetrieb beteiligen“, sagt Prof. Dr. Heiner Schanz, der verantwortliche Prorektor für Lehre. „Wir beobachten, dass die Zahl von Mehrfachbewerbungen seit Jahren stetig steigt – mit allen negativen Folgen wie hohem administrativem Aufwand und Planungsunsicherheiten, nicht zuletzt für die Bewerberinnen und Bewerber selbst.“

Allein im Zeitraum von 2009 bis 2012 ist die Zahl der Bewerbungen auf zulassungsbeschränkte Studienplätze an der Universität Freiburg um 36,5 Prozent gestiegen, was nicht alleine mit den generell steigenden Studierendenzahlen zu erklären ist. Ein Abgleich der Zulassungen zwischen den Hochschulen sei deshalb dringend notwendig, sagt Schanz: „Für den Studienerfolg und die Studierendenzufriedenheit ist es sehr wichtig, dass jede Hochschule ihre Studierenden selbst auswählen kann. Wir suchen nicht einfach die besten, sondern die passenden Studierenden.“ Deshalb wolle man auf keinen Fall zurück zu einem einfachen Zuteilungsmodell über eine bundesweit zentrale Stelle. „Das DoSV ist vom Ansatz her goldrichtig, muss jetzt aber endlich ins Laufen kommen.“
Die Albert-Ludwigs-Universität beteiligt sich am Pilotbetrieb mit dem Studiengang Bachelor of Science Psychologie. „Das Verfahren hat sich bislang im Großen und Ganzen bewährt“, berichtet Prof. Dr. Gerhard Schneider, Direktor des Rechenzentrums der Universität. Das DoSV ist in eine Bewerbungs- und eine Entscheidungsphase sowie zwei Koordinierungsphasen unterteilt. Studieninteressierte registrieren sich zunächst auf dem DoSV-Serviceportal www.hochschulstart.de und können sich anschließend bis zum Ende der Bewerbungsfrist über ein Online-Formular bei der Universität Freiburg bewerben. Dort eingehende Anträge werden automatisiert an das DoSV-Serviceportal übermittelt – genau wie Anträge, die bei anderen teilnehmenden Hochschulen eingegangen sind. In der ersten Koordinierungsphase prüfen die Hochschulen die Bewerbungen, erstellen nach den Kriterien der Auswahlsatzungen die Ranglisten für die jeweiligen Studiengänge und laden diese Ranglisten auf das DoSV-Serviceportal hoch. Entsprechend der Anzahl zu vergebender Studienplätze an der jeweiligen Hochschule werden dort automatisch nach Ranglistenplätzen Zulassungsangebote unterbreitet.

Während der darauf folgenden Entscheidungsphase können Bewerber, die mehrere Angebote bekommen haben, ihre Prioritäten festlegen und ihr Lieblingsangebot auswählen. „Wenn sie sich für eines entschieden haben, werden die Plätze, die für sie an anderen Hochschulen reserviert waren, umgehend freigegeben. Weitere Bewerber, die zunächst leer ausgegangen sind, rücken automatisch nach“, erklärt Dr. Thomas Mann, Leiter der Abteilung Campus-Management des Rechenzentrums. In der zweiten Koordinierungsphase bleibt dem Bewerber nur das Zulassungsangebot erhalten, dem er die höchste Priorität zugewiesen hat. Dadurch soll die Zuteilung der Studienplätze weiter optimiert werden.

Die technische Umsetzung war für die Universität Freiburg eine doppelte Premiere, da das neue Campus-Management-System HISinOne erstmalig bei einem Bewerbungsverfahren für einen Bachelor-Studiengang mit hohen Bewerberzahlen eingesetzt wurde. 100 Studienplätze werden für Psychologie vergeben, knapp 4.000 Bewerbungen gingen online ein. „Daran sieht man, dass der Ruf nach einem solchen System gerechtfertigt ist“, sagt Gerhard Schneider. Insgesamt verlief der Pilotbetrieb bisher erfolgreich, allerdings haben sich noch kleine Ungereimtheiten im Ablauf offenbart, zum Beispiel beim Datenaustausch zwischen den beteiligten Portalen, also HISinOne lokal in Freiburg und DoSV zentral. „Diese Schwierigkeiten konnten zwar fallweise behoben werden, sollten jedoch eigentlich gar nicht erst entstehen“, berichtet Thomas Mann. Auch sei die Komplexität bei Studiengängen mit mehreren Fächern, zum Beispiel einem Bachelor of Arts mit Haupt- und Nebenfach, deutlich höher: „Mehrere Tests und Simulationen haben gezeigt, dass die Konzepte dafür nochmal genau geprüft und angepasst werden müssen.“

Als Fazit bietet sich Gerhard Schneider zufolge an, sich zum Wintersemester 2013/14 nochmals auf Ein-Fach-Studiengänge zu beschränken. Zudem sollten möglichst alle Hochschulen für die Teilnahme gewonnen werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen: Studienplätze noch schneller und reibungsloser zu vergeben.


Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Schneider
Direktor des Rechenzentrums
Albert-Ludwigs-Universität
Tel.: 0761/203-4625
E-Mail: gerhard.schneider@rz.uni-freiburg.de

Dr. Thomas Mann
Leiter der Abteilung Campus-Management des Rechenzentrums
Albert-Ludwigs-Universität
Tel.: 0761/203-4656
E-Mail: thomas.mann@rz.uni-freiburg.de

Die Druckversion der Pressemitteilung (pdf) finden Sie hier.
 

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