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Armut und Ungleichheit

Der Ordnungspolitiker Bernhard Neumärker von der Universität Freiburg erforscht Normen, die soziale Gerechtigkeit sicherstellen.

Freiburg, 12.10.2015

Armut und Ungleichheit

Foto: thongsee/Fotolia

Die Vergabe des Wirtschaftsnobelpreises 2015 verdeutlicht die zunehmende Bedeutung der Beziehungen zwischen Ungleichheit, Armut und Wohlstand für Weltwirtschaft und Wirtschaftspolitik. Mit der Globalisierung sind die ökonomischen und politisch-ökonomischen Probleme von Ungleichheit immer stärker in den Fokus wirtschaftlicher Analysen gerückt: Sie zwingen die Ökonomik zunehmend, neben Effizienz auch Gerechtigkeitsfragen in den Blick zu nehmen. Nobelpreisträger Angus Deaton untersucht diese Beziehungen, indem er die Chancen und Vorteile der Ungleichheit durch Anreizsetzung einerseits und die negativen Wirkungen einer andauernden ungleichen Einkommens- und Vermögensverteilung andererseits gegenüberstellt.

„Die Erforschung dieser Wechselwirkungen sind eine wesentliche Grundlage, um die Gerechtigkeit, Entwicklungsoptionen und Nachhaltigkeit moderner Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen beurteilen zu können“, sagt der Freiburger Ordnungspolitiker Prof. Dr. Bernhard Neumärker. Mit seinem Team erforscht er die Ordnungen und Konstitutionen, die Grundlagen moderner Gesellschaften hin zu einem fairen und fortschrittlichen wirtschaftlichen Zusammenleben bilden könnten. Zum einen erörtern die Forscherinnen und Forscher gesellschaftliche Normen anhand demokratischer Gerechtigkeitsprinzipen. Zum andern ermitteln sie empirisch-experimentell jene Normen, die sich die Bevölkerung im Ausgleich zwischen hinzunehmender Ungleichheit und ausreichender Gerechtigkeit wünschen würde. „Ein interessantes Ergebnis entsprechender Untersuchungen an der Abteilung für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie ist die breite, auch theoretisch fundierte Zustimmungsfähigkeit zum bedingungslosen Grundeinkommen als zentralem Bestandteil einer Wirtschafts- und Sozialverfassung“, sagt Neumärker. „Ziel ist, durch befürchtete oder vorhandene Ungleichheit erzeugte Nachteile unterer Einkommensschichten hin zu mehr Partizipation, Abschwächung relativer Armut, Chancengleichheit und Mobilitätserhöhung nachhaltig und gerecht auszugleichen.“

Artikel über Bernhard Neumärkers „Social Contract Laboratory“ im Magazin uni’lernen:

http://www.pr2.uni-freiburg.de/publikationen/unilernen/unilernen-2013/page1.html#/44

Hintergrundinformationen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Einkommensungleichheit in Deutschland (2012):

www.oecd.org/berlin/presse/einkommensungleichheitnimmtoecd-weitzuindeutschlandbesondersschnell.htm