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50 Jahre Botswana: Eine afrikanische Erfolgsgeschichte

Der Politikwissenschaftler Martin Adelmann zieht Bilanz

Freiburg, 28.09.2016

Am 30. September 2016 feiert Botswana seinen 50. Unabhängigkeitstag. Als das britische Protektorat Bechuanaland 1966 in die Unabhängigkeit entlassen wurde, war der dünn besiedelte Landstrich am Rand der Kalahari-Wüste einer der ärmsten Staaten der Welt. „Heute ist Botswana ein politischer und wirtschaftlicher Stabilitätsanker in Afrika“, zieht Afrikaexperte Dr. Martin Adelmann Bilanz.

Der wirtschaftliche Aufstieg zu einem Middle-Income Country verdankt Botswana vor allem den Diamantenminen, die neben dem Tourismus die Haupteinnahmequelle des Landes darstellen.  „Im Gegensatz zu anderen rohstoffreichen Staaten in Afrika ist der Reichtum weder in korrupten Kanälen versickert, noch war er Anlass zu Bürgerkriegen. Stattdessen wurde er zum Ausbau der Infrastruktur und für die sozialen Entwicklung des Landes eingesetzt.“ In einem der am stärksten von HIV/AIDS betroffenen Länder der Welt haben heute so beispielsweise laut UNAIDS, dem Gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS, 78 Prozent der Betroffenen Zugang zu antiretroviraler Behandlung, was die Sterberaten drastisch reduziert hat. 

„Aufgrund der geringen Korruption und der in 50 Jahren ungebrochenen demokratischen Regierungsführung galt Botswana lange als Muster für Good Governance in Afrika“, sagt Adelmann. „Zwar hat das positive Bild aufgrund des autoritären Regierungsstils des amtierenden Präsidenten Ian Khama, Sohn des hochgeachteten Staatsgründers Sir Seretse Khama, gelitten, insgesamt ist Botswana aber eine  afrikanische Erfolgsgeschichte.“   

Dr. Martin Adelmann ist Politikwissenschaftler mit den Schwerpunkten südliches Afrika und Entwicklungspolitik. Er ist Geschäftsführer des Arnold-Bergstraesser Instituts an der Universität Freiburg.