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Zuhören und Probleme ernst nehmen

Die Awareness Group des Instituts für Kulturanthropologie und Europäischer Ethnologie hat ein offenes Ohr für Studierende

Freiburg, 07.12.2017

Zuhören und Probleme ernst nehmen

Foto: Patrick Seeger

Unangebrachtes und diskriminierendes Verhalten gibt es überall – auch im Universitätsalltag. Studierende der Kulturanthropologie und Europäischen Ethnologie haben deshalb eine Awareness Group gestartet. Die Mitgründerinnen Freya Bartels und Josephine Deutesfeld haben mit Julia Dannehl über die Initiative gesprochen.


Gesprächsbereit: Josephine Deutesfeld (links) und Freya Bartels möchten Studierenden einen sicheren Raum bieten. Foto: Patrick Seeger

Frau Bartels, Frau Deutesfeld, worin sehen Sie die Aufgaben der Awareness Group?

Freya Bartels: Wir sind Ansprechpartnerinnen für Studierende, denen Situationen wiederfahren, mit denen sie nicht alleine umzugehen wissen oder über die sie einfach nur sprechen möchten. Wenn sie zum Beispiel sexuelle Belästigung erfahren oder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sind. Wir hören zu und nehmen jedes Problem ernst – wertfrei und vertraulich.

Josephine Deutesfeld: In den Gesprächen kann es um jede Art von unangenehmer Situation gehen, in jegliche Richtung. Es muss sich nicht um einen handfesten Übergriff handeln. Jede Situation, in der sich die oder der Betroffene unwohl gefühlt hat, kann angesprochen werden. Wir möchten einen sicheren Raum bieten.

Es gibt an der Universität Anlaufstellen, an die man sich zum Beispiel im Fall von Diskriminierung wenden kann. Worin besteht der Vorteil der Awareness Group?

Deutesfeld: Oft empfinden Betroffene Scham und haben Angst, abgestempelt zu werden. Deshalb gehen sie nicht zu Beratungsstellen. Wir möchten helfen, diese Hemmschwelle abzubauen.

Bartels: Wir sind Studierende, also auf einer Ebene mit denjenigen, die zu uns kommen. Mit uns zu sprechen fällt, denke ich, vielen leichter als mit einer Fachkraft. Im Zweifel nehmen wir aber, nach Absprache mit der oder dem Betroffenen, Kontakt mit dem Institut oder einer Beratungsstelle auf.

Wer kann zu Ihnen kommen, und wie kann man Sie kontaktieren?

Deutesfeld: Alle Studierenden der Kulturanthropologie können sich gerne an uns wenden. Dabei spielen Geschlecht, Religion, Nationalität oder ähnliche Aspekte keine Rolle. Alle sind willkommen. Wir sind per E-Mail erreichbar, sodass die Beratung – wenn gewünscht – auch anonym stattfinden kann.

Awareness Group