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Globales Geflecht

Der „Tag des internationalen Lernens und Lehrens“ zeigt, wie Studierende und Universität von Vernetzung profitieren

Freiburg, 16.03.2018

Globales Geflecht

Foto: fotofabrika/Fotolia

Workshops, Vorträge und Diskussionen rund um die Internationalität: Der „Tag des internationalen Lernens und Lehrens“ am 9. April 2018 bietet ein pralles Programm – Lernende, Lehrende sowie alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Vorlesung in Freiburg, Seminar in Strasbourg, Praktikum in Basel: Inzwischen können Studierende des European Campus zwischen neun bi- oder sogar trinationalen Studiengängen wählen.

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Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger hat in Freiburg, Köln und Grenoble studiert. In Moskau, Kiew, Oxford und Prag hatte sie Forschungsaufenthalte und in Wien einen Lehrstuhl, ehe sie an die Universität Freiburg zurückkehrte. Seit 2014 ist sie dort Prorektorin für Studium und Lehre. Die Slavistin kennt sich also mit Internationalität aus – und sie weiß um deren Stellenwert: „Internationalität ist die Zukunft unserer Universität, ganz klar.“ Die Vernetzung mit anderen Hochschulen und Ländern ist allerdings nicht nur Zukunftsmusik, sondern bereits gelebte Gegenwart, wie der „Tag des internationalen Lernens und Lehrens“ am 9. April 2018 zeigt: ein pralles Programm mit Workshops, Vorträgen und Diskussionen rund um die Internationalität.

Zwei Diplome

„Denken Sie an den Studiengang Regio Chimica, den wir gemeinsam mit der Universität Mulhouse entwickelt haben“, gibt Besters-Dilger ein Beispiel. Studiert wird abwechselnd in Freiburg und in Mulhouse, und zwar in der jeweiligen Landessprache. Als Abschlusszeugnis gibt es zwei Diplome, die für den französischen und den deutschen Arbeitsmarkt qualifizieren. „Neun solcher bi- oder sogar trinationaler Studiengänge haben wir inzwischen allein auf dem European Campus aufgelegt“, erklärt die Prorektorin. Mindestens genauso viele sind in Vorbereitung. Unter dem Dach des European Campus, kurz Eucor genannt, kooperieren fünf Universitäten am Oberrhein: Freiburg, Basel, Mulhouse, Strasbourg sowie das Karlsruher Institut für Technologie. „Keine andere deutsche Volluniversität im aktuellen Exzellenzwettbewerb kann eine solche Kooperation aufweisen“, sagt Besters-Dilger. „Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.“

„Für ein kleines, aber geostrategisch nicht ganz unwichtiges Fach wie unseres ist Internationalisierung absolut die richtige Strategie“, findet der Freiburger Islamwissenschaftler Prof. Dr. Tim Epkenhans. Das Orientalische Seminar plant gemeinsam mit der Universität Basel innerhalb von Eucor den Studiengang „History and Politics of the Modern Middle East“ – ein zweijähriges Masterprogramm in englischer Sprache. „Das erhöht unsere Sichtbarkeit und macht uns etwa für Studierende aus Ägypten und dem Iran attraktiv“, ist Epkenhans überzeugt.

„Wir sind auf vielfältige Weise international“, ergänzt Dr. Ursula Glunk, die akademische Direktorin des University College Freiburg (UCF), dessen Bachelorstudiengang „Liberal Arts and Sciences“ sie im April vorstellen wird. Der an einem internationalen Modell orientierte Studiengang ist ebenfalls englischsprachig – ausländische Studierende lernen dennoch verpflichtend Deutsch, um am universitären und städtischen Leben teilhaben zu können.

„Ziel des Studienganges ist es, verantwortungsbewusste Weltbürgerinnen und Weltbürger auszubilden, die in der Lage sind, vernetzt und multiperspektivisch zu denken“, erklärt Glunk. „Dazu ist es wichtig, dass unsere Lerninhalte verschiedene kulturelle Perspektiven beleuchten, die im Unterricht intensiv diskutiert werden. Aktuell zum Beispiel in einem Kurs zum Thema Unterdrückung und Gleichberechtigung.“ Außerdem nehmen etwa 80 Prozent der UCF-Studierenden an internationalen Austauschprogrammen teil, und auch nach dem Abschluss zieht es viele hinaus in die Welt.

Insgesamt sammeln 40 Prozent der Freiburger Studierenden während ihrer Ausbildung wenigstens ein Semester lang Auslandserfahrung – das gilt als ziemlich guter Schnitt. „Und 15 Prozent unserer Studierenden kommen aus dem Ausland“, sagt Besters-Dilger. „Auch das ist ein sehr erfreulicher Wert, der das hohe Ansehen belegt, das man unserer Universität im Ausland beimisst.“

Bei den Lehrenden hingegen könnte die Quote noch etwas höher sein, findet die Prorektorin. Denn auch sie brauchen zunehmend Auslandserfahrung, etwa wenn es um die Frage geht, wie sie ein Seminar mit chinesischen, indischen, spanischen und deutschen Studierenden unterrichten können. Besters-Dilger versteht gut, dass das gerade für Lehrkräfte aus dem Mittelbau eine Herausforderung darstellen kann. Deswegen wird der „Tag des internationalen Lernens und Lehrens“ auch über Weiterbildungs- und Qualifizierungsprogramme informieren, die die Universität Lehrenden anbietet.

Und was haben die Studierenden davon? „Für sie vergrößern internationale Abschlüsse den Arbeitsmarkt“, sagt Besters-Dilger und erwähnt auch den Erwerb von mit Auslandserfahrung verbundenen Soft Skills. Aber auch die Universität profitiert. „Der Austausch mit anderen Wissens- und Forschungskulturen schärft und weitet unseren eigenen Blick, macht unser Angebot noch besser und attraktiver“, sagt sie. „Es ist überhaupt die Frage, ob Exzellenz ohne Internationalisierung heute noch möglich ist.“

Mathias Heybrock

 

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Der „Tag des internationalen Lernens und Lehrens“ findet am 9. April 2018 von 9.30 bis 17.30 Uhr statt. Er richtet sich an Lernende, Lehrende sowie alle Interessierten. Die Anmeldung ist bis zum 25. März online möglich.

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