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Der internationale Studiengang „Angewandte Politikwissenschaft“ vermittelt die Grundlagen europäischer Beziehungen

Freiburg, 08.06.2018

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Foto: Sandra Meyndt

Der Studiengang „Angewandte Politikwissenschaft“ führt zum Doppelabschluss: einem Master of Arts an der Universität Freiburg und einem französischen Diplom am Institut d’Études Politiques in Aix-en-Provence. Auf dem Programm stehen zuvor unter anderem die Themen öffentliches Recht, Wirtschaftspolitik und europäische Geschichte. Eine Serie stellt sieben weitere internationale Kooperationen vor.


Foto: Sandra Meyndt

Als eine deutsche und eine französische Hochschule im Jahr 2006 planten, einen gemeinsamen Studiengang in den Politikwissenschaften aufzuziehen, hieß der französische Staatspräsident noch Jacques Chirac. Auf ihn folgten zwischenzeitlich Nicolas Sarkozy, François Hollande und Emmanuel Macron. In Deutschland hat seit Ende 2005 durchgehend dieselbe Person das Amt der Regierungschefin inne: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Politische Stabilität, personelle Kontinuität oder Diskontinuität, demokratische Prozesse im Herzen Europas: Dass sich Studierende damit auseinandersetzen, ist das Anliegen von Dr. Marcus Obrecht und Prof. Dr. Gisela Riescher vom Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg sowie Rainer Gregarek vom Institut d’Études Politiques in Aix-en-Provence/Frankreich. Sie haben gemeinsam den Bachelor- und Masterstudiengang „Angewandte Politikwissenschaft“ gegründet.

Dieser läuft unter dem Dach des Verbands „Deutsch-Französische Hochschule“; angeboten wird er gemeinsam von der Universität Freiburg und dem Institut d’Études Politiques in Aix-en-Provence. Auf dem Programm stehen die Themen öffentliches Recht, Wirtschaftspolitik, internationale Beziehungen, europäische Geschichte und Institutionen sowie Methoden zu ihrem Vergleich. Außerdem spielen die Sprache sowie Kultur Frankreichs und Deutschlands eine große Rolle.

Praktischer Bezug

Die Studierenden absolvieren im Bachelor ein sechsmonatiges Praktikum. Dass es im Curriculum integriert ist, sei damals nicht unumstritten gewesen, erklärt Obrecht. Er sieht es jedoch als „erfolgreiche Innovation“, an der Hochschule so nahe am Arbeitsmarkt zu sein – für ihn ist es das Alleinstellungsmerkmal des Studiengangs. „Das Praktikum gefällt den Studierenden, und es ist eine ertragreiche Ergänzung zur universitären Ausbildung.“

Dabei läuft alles gleichberechtigt ab: „Die Studierenden kommen zur Hälfte aus Frankreich und zur Hälfte aus Deutschland. Beide haben stets die gleichen Studienzeiten und -abläufe. Und auch die Auswahl- und Prüfungskommissionen sind immer zu gleichen Teilen mit deutschen und französischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt.“ Wer für den Bachelor-Studiengang zugelassen wird, kann sich glücklich schätzen: Bei der „Sciences Po“, wie das Institut d’Études Politiques in Aix-en-Provence auch genannt wird, handelt es sich um eine Grandes Écoles, und sie gilt als eine der bedeutendsten in Frankreich. Die Lehrstätten sind thematisch spezialisiert und bieten eine umfangreiche Ausbildung. Der Zugang dazu erfolgt über strenge Auswahlverfahren.

Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang „Angewandte Politikwissenschaft“ sind von deutscher Seite Französischkenntnisse entsprechend dem Niveau B2, die in einem Sprachtest geprüft werden, sowie das Bestehen zweier weiterer Tests. Es werden die für das Fach relevanten Dinge abgefragt, gefolgt von einem 20-minütigen Gespräch in deutscher und französischer Sprache.

Vielfältige Laufbahn

Hat man einen erfolgreichen Bachelorabschluss erworben, kann man den Master anschließen. Neben Hauptseminaren zur inhaltlichen Vertiefung steht dabei auch ein Methodenseminar zur wissenschaftlichen Forschung und zur Vorbereitung der mündlichen Abschlussprüfung in Aix-en-Provence an. Alle 30 Studierenden eines Jahrgangs – 15 aus Deutschland, 15 aus Frankreich – legen diese Prüfung ab. Wer die harte Auslese und das fünfjährige Studium erfolgreich hinter sich gebracht hat, kann sich auf eine Anstellung freuen: „60 Prozent der Studierenden haben schon vor ihrem Abschluss eine Stelle, der Rest innerhalb von sechs Monaten“, berichtet Obrecht. Wo die Absolventinnen und Absolventen landen, ist breit gefächert: in internationalen Institutionen, im öffentlichen Dienst, im Journalismus, in der Öffentlichkeitsarbeit oder einem Unternehmen, vereinzelt sogar im Auswärtigen Amt.

Alexander Ochs

 

Angewandte Politikwissenschaft

 ● Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester.
 ● Bewerbungen für den Bachelor sind jeweils vom 15. Juni bis zum 15. Juli möglich.
 ● Bewerbungen für den Master sind jeweils bis 30. Juni möglich.
 ● Die Studiendauer beträgt sechs Semester im Bachelor beziehungsweise vier
    Semester im Master.
 ● Das erste Jahr absolvieren die Studierenden an der Universität Freiburg, das zweite
    am Institut d’Études Politiques in Aix-en-Provence/Frankreich.
 ● Im 5. Semester ist für die Freiburger Studierenden ein Praktikum in einem
    Unternehmen oder einer Institution vorgesehen.

Weitere Informationen

 

Amelie Kircher studiert Angewandte Politikwissenschaft.

Foto: Klaus Polkowski

„Mich haben der internationale Aspekt und die Aussicht, später in Nichtregierungs-organisationen, Think Tanks oder Stiftungen zu arbeiten, überzeugt. Das Institut d’Études Politiques hilft uns bei der Bewerbung für Praktikumsstellen, die uns den Berufseinstieg immens erleichtern. Die Betreuung durch die beiden Universitäten ist eng. Und auch die Solidarität und Hilfe unter den Studierenden ist sehr groß.“

 

Sigurd Rothe hat Angewandte Politikwissenschaft studiert.

Foto: privat

„Besonders gefallen hat mir die gelebte Binationalität im Alltag, aber auch der große Praxisbezug. Nach einem erfolgreichen Abschluss dieses Studiengangs stehen einem viele Türen offen. Mich interessieren die Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik speziell im europäischen und afrikanischen Kontext.“