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Partnerschaft mit Potenzial

Die Zusammenarbeit mit der Nanjing Universität schafft die Grundlage für gemeinsame Forschung und Lehre

Freiburg, 26.07.2017

Partnerschaft mit Potenzial

Foto: Nemetz33

Ein internationaler Partner, mit dem man sich auf vielen Gebieten austauscht, der einen bei Bewerbungen um Förderprogramme unterstützt und mit dem man in fachlichen Schwerpunkten gemeinsam forscht und lehrt: Seit 2010 unterhält und pflegt die Universität Freiburg eine so genannte Schlüsselpartnerschaft mit der Universität Nagoya/Japan, darüber hinaus besteht eine Schlüsselpartnerschaft mit der Pennsylvania State University in den USA und der Université de Strasbourg in Frankreich. In einer Serie stellt Claudia Füßler die Kooperationen vor. Diesmal: die Nanjing Universität in China.

Die bisher noch junge Schlüsselpartnerschaft mit der Nanjing Universität verspricht eine Zusammenarbeit auf vielen Fachgebieten.
Foto: Nemetz33

Die Schlüsselpartnerschaft mit der Universität Nanjing ist eine junge. Zwar wurde bereits 1999 eine erste Vereinbarung für einen fächerübergreifenden Studierendenaustausch geschlossen, aber eine intensivere Zusammenarbeit entwickelte sich erst einige Jahre später: 2009 wurden die Albert-Ludwigs-Universität, die Universität Nanjing und die Stadt Freiburg Partner des neugegründeten Konfuzius-Instituts Freiburg, das mittlerweile auch einen Teil der Sprachausbildung der Sinologie an der Universität Freiburg übernommen hat. „2016 wurde die Zusammenarbeit um ein gemeinsames Center for Modern China Studies erweitert", sagt Katharina Aly, Leiterin des International Office der Universität.

Das ist breiter aufgestellt und befasst sich auch mit der Zeitgeschichte und der Gesellschaft des heutigen China. Neben einem Studierendenaustausch reisen jetzt auch Doktorandinnen und Doktoranden aus Freiburg nach Nanjing und umgekehrt. Zudem gibt es gemeinsame Forschungsinteressen. Eine erste Zusammenarbeit gibt es bisher in Philosophie, Rechtswissenschaft, Chemie und Biophysik. „Das ist alles noch sehr frisch, vieles befindet sich im Aufbau. Doch es handelt sich auf jeden Fall um eine Partnerschaft mit Potenzial", sagt Aly.

Geschichte und Erinnerung

Begonnen hat der Ausbau der Kooperation am Institut für Sinologie, an dem Nicola Spakowski eine Professur innehat. Das gemeinsame mittelfristige Forschungsthema wird die jüngere Geschichte und ihre Erinnerung sein. Bei einem Workshop wurden im vergangenen Jahr entsprechende Aspekte diskutiert. „Wir haben drei Doktorandinnen und Doktoranden aus Nanjing in Freiburg, alle aus der Geschichte. Sie sind sehr gut ausgebildet und eine große Bereicherung", sagt Spakowski. Auch die Dozentinnen und Dozenten beteiligen sich am Austausch. Spakowski selbst hat vor zwei Jahren ein vierwöchiges Seminar für Masterstudierende der Soziologie in Nanjing angeboten: „Das hat mir einen guten Einblick in das Universitätssystem, die Ausbildung und die Gedanken und Haltungen der Studierenden zu ihrer eigenen Gesellschaft ermöglicht."

Eine Studentin dieses Kurses, die sich besonders hervorgetan hat, hat von der Universität Freiburg ein Stipendium für ein Semester erhalten und nutzte im Wintersemester 2016/17
Die Gelegenheit, um das deutsche System kennenzulernen. „Für uns ist die Schlüsselpartnerschaft eine Möglichkeit, zwei große Wissenschaftstraditionen in den direkten Austausch zu bringen und mit gegenseitiger Wertschätzung voneinander zu lernen", sagt Spakowski.

Gemeinsam Doktoranden ausbilden

Die zweite Säule des Ausbaus ist die deutsch-chinesische Zusammenarbeit in den Materialwissenschaften. Hier wurden bereits zarte Bande geknüpft, doch man ist „noch dabei, die gegenseitigen Kompetenzen zu sondieren und sich zurechtzurücken", sagt Chris Eberl, Professor für Mikro- und Werkstoffmechanik am Institut für Mikrosystemtechnik. Die Freiburger Forschenden und ihre chinesischen Kolleginnen und Kollegen tauschen sich vor allem zum Thema Hochleistungsmaterialien aus.

„Während wir uns unter anderem mit mechanischen Metamaterialien beschäftigen, schauen die Forscherinnen und Forscher an der Universität Nanjing sich die optischen Metamaterialien an, was eine wichtige Ergänzung für uns ist. Diese im Inneren sehr präzise strukturierten Materialien werden es uns in Zukunft erlauben, Eigenschaften und Funktionen von Materialien zu programmieren", erklärt Eberl. In den nächsten Monaten möchte man vor allem Strukturen für eine gemeinsame Doktorandenausbildung aufbauen.