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„Eine schöne Wertschätzung“

Die Initiative Nachhaltigkeitsbüro bekommt den Alumni-Preis für Soziales Engagement

Freiburg, 30.10.2019

Erst im Mai 2018 hat sich die studentische Initiative Nachhaltigkeitsbüro zusammengeschlossen und wenig später als Verein institutionell verankert. Nun hat ihr der Förderverein Alumni Freiburg e.V. bei der Eröffnung des Akademischen Jahres 2019/20 den Alumni-Preis für Soziales Engagement verliehen. Die Auszeichnung ist mit 2.000 Euro dotiert.


Engagierte Studierende: Das Nachhaltigkeitsbüro ist vom Förderverein Alumni Freiburg e.V. ausgezeichnet worden. Foto: Nachhaltigkeitsbüro

„Eine sehr schöne Wertschätzung“ ist der Alumni-Preis für Laila Heising. Die 24-jährige Studentin der Umweltnaturwissenschaften und Umweltreferentin des Asta hofft, dass der Preis „uns neue Türen öffnet und wir unser Anliegen mit noch größerer Rückendeckung vertreten können“. Der Verein, dessen Mitglieder sich gleichzeitig in anderen sozialökologisch orientierten Hochschulgruppen engagieren, bündelt die studentische Lobbyarbeit für mehr Nachhaltigkeit an der Universität.

Etliche Türen in die Fakultäten, die Hochschulleitung und die Verwaltung haben die Studierenden schon aufstoßen können. So war es die Stabsstelle Umweltschutz, die das Nachhaltigkeitsbüro für den Preis vorgeschlagen hatte. Dass dort inzwischen eine Nachhaltigkeitsmanagerin engagiert wurde, sorgt zur Freude des Vereins für eine tiefere Verankerung des Themenkomplexes an der Universität, wie er sie von Anfang an gefordert hatte. Er strebt eine umfassende Umweltberichterstattung aus Betrieb, Verwaltung, Lehre und Forschung an. So erfassen auf Vorschlag des Nachhaltigkeitsbüros in einem Pilotprojekt studentische Hilfskräfte zunächst an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen alle Emissionen, die bei Dienstreisen entstehen.  

Ökologie und Soziales zusammen denken

Vereinsvorsitzender Benjamin Thober, 28-jähriger Student der interdisziplinären Anthropologie, sieht sich mit der Verleihung des Alumni-Preises in seiner Überzeugung bestätigt, dass „Ökologie und Soziales einander nicht ausschließen, sondern immer zusammen gedacht werden müssen“. Das zeigt sich auch im Titel einer vom Nachhaltigkeitsbüro konzipierten Ringvorlesung für das Wintersemester: „Nachhaltigkeit und (Un-) Gerechtigkeit“, die von der globalen Ungleichheit bis zur Generationengerechtigkeit und Genderfragen den sozialen Zusammenhängen ökologischer Themen auf der Spur ist. Sie schließt sich an eine erste Ringvorlesung im Sommersemester 2019 an, die die „blinden Flecken“ im Nachhaltigkeitsdiskurs aufspürte.  Das Alumni-Preisgeld verschafft der Initiative zur Freude ihrer Mitglieder einen finanziellen Puffer, um Referentinnen und Referenten für die Ringvorlesung zu engagieren. Es kostet, wie Thober und Heising berichten, einige Zeit und Mühe, das Geld für Honorare, Reisekosten und Unterbringung einzuwerben.

Dabei soll die Ringvorlesung nur ein erster Schritt sein für ein Studium Oecologicum, das möglichst schon vom kommenden Sommersemester an angeboten und stufenweise ausgebaut werden sollte. Bereits bestehende, dazu passende Veranstaltungen sollen aufgegriffen, durch weitere ergänzt und mit unterschiedlichen Lehrformen vermittelt werden. Das von den Studierenden erarbeitete Konzept findet nach deren eigener Aussage Zuspruch bei der Hochschulleitung. Vorbilder dafür finden sich an der Humboldt-Universität in Berlin und an der Universität Tübingen. Nachhaltigkeit soll damit als freiwilliges interdisziplinäres Angebot für Studierende aller Fachrichtungen in der Lehre fest verankert werden, statt wie bislang auf einzelne Fächer und Fakultäten wie die für Umwelt und Natürliche Ressourcen beschränkt zu bleiben.

Alle Akteure vernetzen

Entscheidend dafür ist die Zusammenarbeit mit allen universitären Akteuren in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit: von der Hochschulleitung über die Fakultäten bis zu Stabsstellen der zentralen Verwaltung. Einen möglichen Anker bietet das Zentrum für Schlüsselqualifikationen, welches das Studium Oecologicum im Rahmen des überfachlichen Ergänzungsbereichs für Bachelorstudiengänge zum Erwerb berufsfeldorientierter Kompetenzen anbieten und dafür ECTS-Punkte und Zertifikate vergeben könnte. Punkte sammeln geht auch schon jetzt – bei der Ringvorlesung.

Anita Rüffer

www. nachhaltigkeitsbuerofreiburg.de

 

Ringvorlesung „Nachhaltigkeit und (Un-) Gerechtigkeit“

Im Fokus der Ringvorlesung steht das Leitthema „(Un)-Gerechtigkeit“, das in seinen Bezügen auf den Nachhaltigkeitsdiskurs beleuchtet werden soll. Sie findet an folgenden Terminen statt:

07.11.2019 (Bio-)Diversity & Gender;  Kollegiengebäude I, Hörsaal 1010
21.11.2019 Klimagerechtigkeit;  Kollegiengebäude II, Hörsaal 2004
05.12.2019 Umweltschutzprotest; Kollegiengebäude I, Horst-Weitzmann-Hörsaal 1098
09.01.2020 Neoliberalismus; Kollegiengebäude I, Horst-Weitzmann-Hörsaal 1098
23.01.2020 Generationenzeitlichkeit; Kollegiengebäude III, Hörsaal 3118
06.02.2020 Naturethik / Konsumgerechtigkeit; Kollegiengebäude I, Horst-Weitzmann-Hörsaal 1098

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18:00 Uhr. Die Vortragssprache ist Deutsch. Alle Interessierten sin herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.