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Kreativität freisetzen

„Connecting Creative Minds: Trinational, European, Global“ ist das Motto für die strategische Entwicklung der Universität Freiburg

Freiburg, 11.06.2018

Kreativität freisetzen

Illustration: Svenja Kirsch

Die Universität Freiburg entwirft eine Strategie für ihre Zukunft. „Connecting Creative Minds: Trinational, European, Global“ lautet das Motto, das sie sich für ihre weitere Entwicklung gegeben hat. Nicolas Scherger hat Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer gefragt, welche Ausrichtung er damit verbindet.


Illustration: Svenja Kirsch

uni’leben: Herr Schiewer, wer sind die Creative Minds der Universität Freiburg?

Hans-Jochen Schiewer: Die Creative Minds sind alle Mitglieder der Universität Freiburg. Kreativität kann sich nur entfalten, wenn alle, die hier arbeiten, lehren, forschen und studieren, sich gegenseitig inspirieren: unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltung und Technik, die Forschung und Lehre unterstützen, ebenso wie unsere Studierenden, die Hypothesen und Forschungsergebnisse unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kritisch kommentieren und diskutieren. Und natürlich unsere Forscherinnen und Forscher selbst, deren Kreativität sich in vielfältigem Austausch entfaltet. Dieses Zusammenwirken aller Menschen an dieser Universität bringt uns voran.

Warum ist das so wichtig?

Wir stehen in einem weltweiten Wettbewerb: Wenn es uns gelingt, unsere Universität durch neue, grenzüberschreitende Vernetzungsmöglichkeiten unserer Creative Minds noch lebendiger und kreativer zu machen, dann können wir die besten Köpfe in Freiburg halten und zugleich weitere an unseren Standort holen. So bauen wir eine Marke für herausragende Forschung und Lehre auf und sichern unsere Leistungsstärke, Erneuerungsfähigkeit und Innovationskraft. Das können wir nur, wenn wir als starke Gemeinschaft zusammenarbeiten und mit den richtigen Partnern kooperieren.

Wo findet diese Vernetzung schon jetzt statt?

Wir vernetzen uns in konzentrischen Kreisen: zunächst an der Universität Freiburg, ganz alltäglich in Studium, Lehre und Forschung und institutionalisiert etwa in unseren wissenschaftlichen Zentren und am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Dann mit den Wissenschaftseinrichtungen der Region: Wir haben in Freiburg beispielsweise mit den Fraunhofer-Instituten das Leistungszentrum Nachhaltigkeit und das Institut für Nachhaltige Technische Systeme gegründet, kooperieren eng mit den Max-Planck-Instituten und gründen mit der Pädagogischen Hochschule eine School of Education. Mit unseren Partnern von Eucor – The European Campus in der Schweiz, Frankreich und Deutschland haben wir die feste Absicht, eine Europäische Universität zu werden. Und auf globaler Ebene tauschen wir uns mit strategischen Partnern in Asien, Nordamerika und Australien aus.

Am Beispiel des European Campus: Worin besteht der Mehrwert?

Wir ermöglichen auf dem European Campus ein Studium à la carte – an fünf Universitäten in einem Radius von 180 Kilometern. Die Studierenden haben hier die einmalige Gelegenheit, unterschiedliche akademische Kulturen in Europa täglich zu erleben. Unsere Forscherinnen und Forscher arbeiten in einer Region, deren Universitäten schon für sich allein auf vielen Gebieten weltweit führend sind, die sich nun aber gegenseitig stärken und gemeinsam einen der maßgeblichen Wissenschaftsstandorte in Kontinentaleuropa aufbauen. Das schafft weltweit Attraktivität.


Hans-Jochen Schiewer bezeichnet den European Campus als hervorragendes Beispiel für Vernetzung, die Kreativität freisetzt. Die Deutsche Universitätszeitung hat dem Verbund jüngst ein Magazin gewidmet. Foto: Sandra Meyndt

Was soll künftig noch hinzukommen?

Wir werden uns auf dem European Campus bei den Laboren und der Geräteausstattung gegenseitig ergänzen und eine viel attraktivere Forschungsumgebung schaffen, als es einem einzelnen Standort möglich wäre. Wissenschaftler werden grenzüberschreitend Projektideen entwickeln, Studierende werden sich frei aussuchen, wo sie ihre wissenschaftliche Qualifikation voranbringen wollen. Wir werden neue Konzepte des Studierens entwerfen: etwa für eine Liberal Arts Education, bei der Freiburg eine Vorreiterrolle eingenommen hat und die wir nun grenzüberschreitend denken und aufbauen wollen – Strasbourg ist dafür mit seinen europäischen Institutionen ein idealer Partner. Die weltweite Vernetzung wird ebenfalls eine neue Qualität bekommen. Wir werden noch deutlich mehr internationale Studierende und Forschende gewinnen, die uns neue Anregungen geben und die gemeinsame Arbeit beflügeln werden.

Zur Vernetzung gehört auch der Transfer in die Gesellschaft. Welche Rolle kommt ihm zu?

Die Gesellschaft soll einerseits auf die Universität Einfluss nehmen können, indem wir für Anforderungen und Fragen, die an uns gestellt werden, offen sind. Andererseits wollen wir zeigen, welche Lösungen wir für die drängenden Probleme der Zukunft anbieten – für technische, ethische, rechtliche bis hin zu gesellschaftspolitischen Fragen. Dazu haben wir Formate etabliert, die wir weiter ausbauen werden: bestehende Markenzeichen wie die Samstags-Uni des Studium generale, das Colloquium politicum oder die „Freiburger Horizonte“ am FRIAS ebenso wie neue Formate auf dem European Campus, mit denen wir unterschiedliche Sichtweisen der Gesellschaften dies- und jenseits des Rheins zusammenbringen werden.

Wie wichtig ist Ihnen Ihre Rolle als Netzwerker für die Universität?

Als Rektor ist es meine Aufgabe, unsere Visionen und Zukunftsperspektiven auch nach außen zu tragen: in die nationalen Netzwerke wie den Zusammenschluss der führenden Volluniversitäten German U15, in die europäischen wie die League of European Research Universities, in die Politik auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Es ist entscheidend, dass man in Deutschland, Europa und weltweit versteht, was hier Großartiges passiert. Diese Botschaft will ich in die Welt tragen.

Hans-Jochen Schiewer am 9. Juni 2018 in „Campus & Karriere“, dem Bildungsmagazin des Deutschlandfunks, zum Thema Europäische Universitäten

 

Austausch mit dem Rektor

m Juni und Juli 2018 wird Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer alle Fakultäten der Universität besuchen, um sich im persönlichen Gespräch mit allen Interessierten über die künftige strategische Ausrichtung der Universität unter dem Leitgedanken „Connecting Creative Minds: Trinational, European, Global“ auszutauschen. Alle Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Verwaltung und Technik sind zu den Veranstaltungen herzlich eingeladen. Die Terminplanung läuft, wann genau die Fakultätsbesuche stattfinden, wird noch gesondert und über das Exzellenzportal bekannt gegeben.