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Universitäten in Baden-Württemberg nehmen Stellung zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Teufel - weitere Schritte in der Hochschulreform notwendig

Freiburg, 26.06.2001

Aus Anlass der Regierungserklärung von Ministerpräsident Teufel vom 20. Juni erklären die baden-württembergischen Universitäten, in Zusammenarbeit mit dem Land die Hochschulreformen weiter voranzutreiben. Im Dialog mit dem Ministerpräsidenten und dem Wissenschaftsminister werden die Universitäten ihre konkreten Ziele für die nächste Legislaturperiode darlegen. Die Erhöhung der Autonomie, finanzielle Planungssicherheit und Selbstauswahl der Studierenden stehen dabei im Mittelpunkt. "Auch brauchen wir neue Programme für Spitzen- und Nachwuchswissenschaftler und Finanzhilfen für die wissenschaftlichen Bibliotheken", sagt der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, der Freiburger Rektor Wolfgang Jäger. Die Landesrektoren sind sich sicher, mit ihren Vorschlägen Gehör zu finden. "Der neue Wissenschaftsminister Frankenberg hat selbst eine Universität geleitet und weiß, auf welchen Gebieten der Bedarf liegt", so Wolfgang Jäger.

Der Vorsitzende der Landesrektoren nennt die Wahl von Minister Frankenberg einen Glücksfall für die baden-württembergischen Hochschulen. "Wir sehen die anstehende Ernennung auch als Wertschätzung der guten Arbeit, die die Universitäten für Baden-Württemberg leisten", so Wolfgang Jäger weiter. Die Landesuniversitäten seien sich sicher, mit dem neuen Minister besonders konstruktiv zusammenarbeiten zu können. Peter Frankenberg kenne die Leistungen und Bedürfnisse der Hochschulen aus eigener Erfahrung genau.

Die Hochschulreform ist ein Schwerpunkt im Programm der neuen Landesregierung und soll dazu beitragen, den Erfolgskurs der baden-württembergischen Universitäten fortzusetzen. "Wenn es um Forschung und Lehre geht, sind wir in Vergleichen und Rankings immer in der Spitzengruppe mit dabei", sagt der Vorsitzende der Landesrektoren, Wolfgang Jäger. "Aber wir können uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern müssen uns ständig weiterentwickeln, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen." Deshalb haben die Universitäten eigene Vorstellungen ausgearbeitet, wie es mit der neuen Landesregierung in der Hochschulpolitik weitergehen soll.

Zur Finanzierung der Universitäten solle der Solidarpakt fortgeführt werden, der langfristige Planungssicherheit garantiert. So könne man beispielsweise neue Forschungsfelder erschließen, ohne zu befürchten, dass dazu im nächsten Jahr kein Geld mehr da sei. Wolfgang Jäger erinnert daran, dass diese Planungssicherheit mit schmerzhaften Einschnitten in den Personalbestand erkauft wurde. Im Jahr 1997 sei beschlossen worden, dafür 10 Prozent des Personal abzubauen. Ein Teil davon, so wurde damals zugesagt, solle den Universitäten wieder zugute kommen. Die Rektoren fordern jetzt, aus diesen Mitteln gezielt neue Programme einzurichten:

· ein Spitzenberufungsprogramm, um herausragende Forscher für zentrale Professorenstellen zu gewinnen;

· die Einrichtung von Juniorprofessuren für den qualifizierten Nachwuchs;

· ein Bibliothekserneuerungsprogramm, um die dramatischen Preissteigerungen der wissenschaftlichen Publikationen abzufangen.

"Wir wollen keine zusätzlichen Gelder, sondern nur die zur Verfügung stehenden Mittel mit einer langfristigen Perspektive einsetzen", stellt Wolfgang Jäger klar. Hinsichtlich der Spitzenberufungen und den Juniorprofessuren sei man sich schon grundsätzlich mit der Regierung einig, die diese Programme schon in die Koalitionsvereinbarung aufgenommen hätte. Über die Bibliotheken müsse man noch beraten. Es könne nicht angehen, dass die exorbitanten Preissteigerungen gerade bei naturwissenschaftlichen, medizinischen und ingenieurwissen-schaftlichen Zeitschriften aus den Etats der Universitäten allein geschultert werden. Hier bedürfe es einer gemeinschaftlichen Anstrengung mit dem Land, da die Bibliotheken nicht nur die Universitätsangehörigen, sondern die gesamte, an wissenschaftlichen Themen interessierte Bevölkerung mitversorgen.








Zur künftigen Studienorganisation benötigen die Universitäten weitergehende Freiheiten als bisher. So wollen sie die Studierenden selbst auswählen und auf eine zentrale Verteilung verzichten. "Die Auswahl der Studierenden bedeutet zwar einen hohen Aufwand für alle Beteiligten, sie bringt aber nur Vorteile: Studierende, die ein solches Verfahren durchlaufen haben, studieren schneller und brechen ihr Studium seltener ab," äußerte sich Wolfgang Jäger. Er begrüßte ausdrücklich die Absicht des Ministerpräsidenten in seiner Regierungserklärung, die Auswahl der Studierenden auf die Hochschulen zu übertragen. Baden-Württemberg müsse, so Wolfgang Jäger, hier eine Vorreiterrolle im Bund übernehmen, um das überkommene Verteilungssystem bei den Studierenden in Bewegung zu bringen.



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Katharina Kadel
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